Westderby! Nicht unbedingt das angenehmste Ambiente, wenn man gewaltig unter Druck steht. RWE empfängt nach der üblen 0:1-Niederlage bei Herthas Zweitvertretung Münster. Tatort: Hafenstraße. Tatzeit: Samstag, 10.September (14 h).

RWE: Hierarchie-Problem vor Derby

og
09. September 2005, 19:45 Uhr

Westderby! Nicht unbedingt das angenehmste Ambiente, wenn man gewaltig unter Druck steht. RWE empfängt nach der üblen 0:1-Niederlage bei Herthas Zweitvertretung Münster. Tatort: Hafenstraße. Tatzeit: Samstag, 10.September (14 h).

Westderby! Nicht unbedingt das angenehmste Ambiente, wenn man gewaltig unter Druck steht. RWE empfängt nach der üblen 0:1-Niederlage bei Herthas Zweitvertretung Münster. Tatort: Hafenstraße. Tatzeit: Samstag, 10.September (14 h). Vielleicht auch der mögliche Hebel-Umleger, der eigentlich schon das 4:2 in Düsseldorf sein sollte. Brisanz, Anspannung im Club und auf den Rängen, Unmut. Eine zu meisternde Situation, an der man wachsen kann - wachsen muss. Grund genug, sich mit RWE-Trainer Uwe Neuhaus zu unterhalten.

Uwe Neuhaus, wie bewerten Sie den Sieg im ARAG-Pokal beim Bezirksligisten Neuss?
Hauptsache eine Runde weiter, zufrieden kann man mit der spielerischen Leistung nicht sein. Allerdings kam der VfR nicht zu einer einzigen Chance. Unsere bekannten Probleme wurden aber wieder deutlich. Genau daran wird im Training auch bis Samstag gearbeitet.

Konkret?
Die Kombinationen müssen besser werden, darauf liegt jetzt die ganze Konzentration. Einerseits ist klar, das Automatismen nicht in kurzer Zeit greifen. Andererseits haben wir schon bessere Matches abgeliefert.

Wo ist das Problem?
Wenn in einer Begegnung Schwierigkeiten entstehen, sieht mein Team schlecht aus. Noch muss man vielleicht dafür Verständnis aufbringen.

Was meinen Sie noch mit Automatismen?
Dass Wege sofort aufgezeigt werden, aus Situationen heraus zu finden, dass man Sturm und Drang des Gegners übersteht. Es fehlt wohl auch noch die notwendige Hierarchie, die eine Ansprache im Team möglich macht, dass innerhalb der Truppe Verantwortung übertragen wird, die dann auch angenommen wird.

Dabei haben Sie genügend Akteure im Kader, die leitende Rollen ausfüllen können. Beispiele mit Bundesliga-Vita: Der für Münster mit Gelbsperre ausfallende Michael Bemben, Holger Wehlage.
Gerade zu Holger muss ich sagen, dass ich es nicht unterstreichen kann, wenn man ihm vorwirft, er hätte ursprüngliches Niveau verloren...

...die Durchreiche von der Bundesliga in die dritte Klasse wird thematisiert...
er zeigt sich permanent, sagt, wenn ihm etwas unangenehm auffällt, geht vorne weg. Alleine ist aber so was schwer zu realisieren. Davon muss im Kader noch mehr kommen. Insgesamt darf man aber keinen einzelnen negativ heraus streichen. Tatsache ist auch, nur weil jemand in der Bundesliga war, muss er nicht der charakteristische Führungsakteur sein. Ein Prototyp war Stefan Effenberg.

So einen haben Sie nicht!
Ich gebe den roten Faden vor, eine gute Mannschaft muss auf dem Platz reagieren, ihren Weg durch ein Match finden.

Angedachte Persönlichkeiten wie Ali Bilgin und Alex Löbe hängen körperlich mehr als durch!
So was ist und war ein schmaler Grat für mich. Wir stellten auch die Frage, sollen wir sie bringen, weil sie die Praxis brauchen. Leidet darunter vielleicht das Match? Insbesondere für Ali ist es schwer. Ich betone nochmals, man kann die aktuelle Lage nicht an Einzelpersonen festmachen. Auch ich als Trainer muss mich hinterfragen, ob es richtig war, ihn nach dem Cottbus-Match auch in Wuppertal gebracht zu haben. Es geht um Praxis oder den eventuellen Sturz in den Keller. Hinterher ist man immer schlauer.

Zum Fall Löbe!
Wir hatten ein längeres Gespräch, er hat selbst auch das Gefühl, noch weit davon entfernt zu sein, dem Team wirklich helfen zu können. In einer solchen Lage kommen natürlich Zweifel. Sein Spiel steht und fällt mit vorhandener Robustheit, Antrittsschnelligkeit und Sprungkraft. Auch gegen Münster wird er nur auf der Bank sitzen.

Dort nimmt auch Keeper Dirk Langerbein Platz, André Maczkowiak läuft auf!
Ja. Vor dem Hertha-Match hatte ich mit beiden gesprochen, die Trainingseindrücke vor Berlin gaben den Ausschlag, nach der Pause kann Dirk noch nicht die Sicherheit haben.

Für einen Stijn Haeldermans war in der Hauptstadt auch in der Pause Schicht.
Das war eine Bauchentscheidung, ich hätte auch andere raus nehmen können, sicherlich hat die Leistung nicht gestimmt. Bei ihm spielt auch noch der verschossene Elfmeter aus dem Pokal eine Rolle, die Wirkung unterschätzte er wohl auch. Richtig ist, das Mittelfeld ist dafür verantwortlich, das Spiel nach vorne zu tragen und es lief nicht. Aber nochmals, es darf nicht an Einzelpersonen fest gemacht werden.

Fehlt Haeldermans der fitte, kongeniale Mitspieler Ali Bilgin?
Eine Theorie, die auch wieder an einem einzelnen Akteur aufgehangen wird.

Und jetzt?
Wir müssen uns das Selbstvertrauen zurüch holen, Münster spielerisch zu beschäftigen. Die Preußen sind auswärts unangenehm. Nach dem 0:4 gegen Wattenscheid wird der SCP versuchen, insbesondere hinten besser zu stehen. Das Team haben wir gegen die SGW und in Osnabrück beobachtet.

Autor: og

Kommentieren