Die Schonfrist für die neue RWO-Truppe dauerte genau sechs Ligaspieltage. Am Samstag kletterten die Zuschauer verbal auf die Barrikaden.

RWO: Fans auf den Barrikaden - Vorstand im Zorn-Visier

cb
04. September 2005, 16:36 Uhr

Die Schonfrist für die neue RWO-Truppe dauerte genau sechs Ligaspieltage. Am Samstag kletterten die Zuschauer verbal auf die Barrikaden.

Die Schonfrist für die neue RWO-Truppe dauerte genau sechs Ligaspieltage. Am Samstag kletterten die Zuschauer verbal auf die Barrikaden. Die Pfiffe zur Pause waren die Einstimmung, nach dem Wechsel schmetterten die Anhänger in kurzen Abständen die Vorwürfe in Richtung aller Verantwortlichen.
Ein Auszug: Bella raus (56. Minute), nach dem 0:3 gingen die ersten nach Hause, der Rest rief: Vorstand raus (64.), das 0:4 wurde frenetisch gefeiert (86.), nach dem Abpfiff ging es weiter: Ihr macht euch lächerlich, Vorstand raus, wir haben die Schnauze voll, wir sind Oberhausener und ihr nicht.
Es folgten Belagerungen vor dem Kabinentrakt, der sich Jan Mutschler, Daniel Masuch, Marcel Landers, Ronny Ernst, Tobias Schäper, Sead Mehic und Trainer Harry Pleß stellten. Allerdings wollten die Zuschauer eine Stellungnahme von Präsident Hermann Schulz und Manager Manfred Rummel, die beide von Security-Personal begleitet, unter Pfiffen das Stadion verließen. Ernst berichtete nach der ungeplanten Gesprächsrunde: "Die Fans haben uns ihre Unzufriedenheit erklärt. Sie kommen jedes Wochenende mit der Familie her, bezahlen den Eintritt, und wir spielen den größten Mist zusammen. Mein Verständnis haben sie. Wir müssen jetzt aber zunächst den Kopf frei kriegen, dann schnell etwas ändern, denn die Spiele werden schnell weniger." Der Zusatz des ehemaligen Esseners: "Wir müssen allein deshalb anderFs auftreten, weil dir bald keiner mehr glaubt. Du erzählst immer, was verbessert werden muss, und nichts tut sich. Da steht man bald schön blöd da und spielt vor nur noch 500 Zuschauern."
Dabei kann man die Situation von Ernst momentan exemplarisch anführen, der Mann hat die Seuche. Gegen den HSV unterlief ihm zunächst das Eigentor, dann legte er das 0:2 auf, verletzte sich dabei und musste raus. Der Verteidiger mit Galgenhumor: "Mein erster Kopfballtreffer. Aber im Ernst: Was soll ich machen? Es muss weiter gehen. Solche Zeiten gibt es als Fußballer, bei mir gibt es kein Kopf in den Sand stecken."

Autor: cb

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