Als Moderator Michael Ragsch bei der Wattenscheider Saison-Erföffnung Neuzugang Pellegrino Matarazzo zum Interview auf die Bühne bat, musste er einen langen Arm machen. Matarazzo ist ein Mann, zu dem man zwangsläufig aufschaut. Garde-Maß: 1,95 Meter!

WATTENSCHEID - Pellegrino Matarazzo eine Zufalls-Entdeckung

27. Juli 2005, 16:42 Uhr

Als Moderator Michael Ragsch bei der Wattenscheider Saison-Erföffnung Neuzugang Pellegrino Matarazzo zum Interview auf die Bühne bat, musste er einen langen Arm machen. Matarazzo ist ein Mann, zu dem man zwangsläufig aufschaut. Garde-Maß: 1,95 Meter!

Als Moderator Michael Ragsch bei der Wattenscheider Saison-Erföffnung Neuzugang Pellegrino Matarazzo zum Interview auf die Bühne bat, musste er einen langen Arm machen. Matarazzo ist ein Mann, zu dem man zwangsläufig aufschaut. Garde-Maß: 1,95 Meter!

"Bevor ich nach Deutschland kam, habe ich keinen einzigen Kopfball bekommen. Hier habe ich das dann geändert, weil ich die vielen enttäuschten Gesichter nicht mehr sehen konnte", zwinkert der 27-Jährige. RevierSport unterhielt sich mit dem Mann aus New Jersey, der aufgrund seiner italienischen Vorfahren schon als "kleines Kind den Ball am Fuß hatte".

Pellegrino Matarazzo, Ihr Vorname löst sofort ein Kribbeln im Mund aus, schließlich heißt ein italienisches Edel-Wasser auch Pellegrino. Zufall?
Mein Opa hieß auch Pellegrino, ich wurde nach ihm benannt. Wenn ich einen Sohn bekommen sollte, dann würde er nach meinem Vater Leopoldo benannt. So ist die Tradition.

Sie stammen aus den USA, Ihre Eltern sind Italiener. Wie kam der Kontinent-Wechsel zustande?
Ein Deutscher hat mich bei der College-Mannschaft der Columbia University gesehen und gefragt, ob ich nicht Mal ein Probetraining in Deutschland machen wollte. Der Mann war kein Berater, es war im Grunde ein Zufall. Ich habe dann zugesagt und bin ein Jahr nach Bad Kreuznach in die Oberliga gegangen, danach kam der Wechsel zum SV Wehen. Als ich in Deutschland ankam, konnte ich nicht Mal Danke sagen. Das war schon eine Umstellung.

Haben Sie den Umzug nach Deutschland bereut?
Nein, ich würde es immer wieder machen, Deutschland war für mich als 22-Jähriger eine Herausforderung. Ich hätte auch Spaß daran, noch ein anderes Land kennen zu lernen. Man lernt dazu, bildet sich weiter.

Gibt es auch im Kopf von Pellegrino Matarazzo den Traum vom Profi-Fußball?
Natürlich, die Bundesliga war immer mein Traum. Die Hoffnung stirbt zuletzt, aber man muss auch realistisch sein. Ich bin 27 Jahre alt und will hier für Wattenscheid eine gute Saison abliefern. Früher habe ich verkrampft, das ist jetzt nicht mehr der Fall. Fast hätte es bei mir zumindest mit der Zweiten Liga geklappt, es gab vor ein paar Jahren mehrere Gespräche mit Unterhachings Trainer Wolfgang Frank, aber der Wechsel kam dann doch nicht zustande.

Auch die SG Wattenscheid unternahm schon mehrere Anläufe, um sie zu verpflichten.
Stimmt, als die SG 09 aus der Regionalliga abgestiegen ist, hatten wir zuvor gesprochen. Ausgerechnet im letzten Saisonspiel traf ich mit meinem ehemaligen Verein Münster auf Wattenscheid, der Transfer zerschlug sich. Aber jetzt bin ich da. Wer weiß, wozu es gut war?

Was trauen Sie der SG 09 in der Regionalliga Nord zu?
Der Klassenerhalt ist unser erstes Ziel. Die Mannschaft ist gerade aufgestiegen, man muss auf dem Boden bleiben. Unser Trainer hat das Team vom Kopf her gut eingestellt. Wir dürfen aber nicht träumen, müssen mit beiden Füßen auf dem Boden bleiben.

Sie haben in der abgelaufenen Serie mit Wehen im Süden um den Zweitliga-Aufstieg gespielt, kämpfen nun in der Nord-Staffel mit Wattenscheid um den Klassenerhalt. Erkennen Sie Unterschiede zwischen den beiden Mannschaften und in der Spielweise?
In Wehen haben wir nicht so schön, aber unheimlich schnell gespielt. Das war Tempo-Fußball, direktes Spiel. Hier läuft es etwas geduldiger ab, es wird viel wert auf die Spiel-Eröffnung gelegt, wichtig ist auch eine gut gestaffelte Defensive.

Sie kennen die Regionalliga Nord aus Ihrer Münsteraner Zeit. Geht es hier anders zur Sache als in der Süd-Divison?
Was die Vereine und die Fans angeht, ist das hier schon etwas anderes, das macht viel mehr Spaß. Im Süden gibt es mehr Dörfer. Wir haben in Wehen, obwohl wir sportlich aufgestiegen sind, nur 1.000 Zuschauer gehabt.

Sportlich aufgestiegen?
In unserem Spiel gegen Mitkonkurrent Siegen stand ein Mann auf dem Spielberichts-Bogen, der nicht spielberechtigt war. So ist aus unserem 1:1-Unentschieden eine Niederlage geworden, die Sportfreunde sind dadurch aufgestiegen, wir nicht. Das war schade.

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