Lars Toborg darf sich als I-Tüpfelchen fühlen. Als Sahnehäubchen. Als letztes Kapitel im Transfer-Buch der SG Wattenscheid 09. “Mit dieser Personalie sind unsere Aktivitäten abgeschlossen”, sagt SG-Sport-Chef Reinhold Klee, der den neuen Stürmer als geradlinigen Typen schätzt: “Man merkt, dass er heiß ist, beim Vertrag wurde nicht groß gepokert.”

WATTENSCHEID: Neuer Toborg mit hohen Zielen

tt
12. Juli 2005, 11:17 Uhr

Lars Toborg darf sich als I-Tüpfelchen fühlen. Als Sahnehäubchen. Als letztes Kapitel im Transfer-Buch der SG Wattenscheid 09. “Mit dieser Personalie sind unsere Aktivitäten abgeschlossen”, sagt SG-Sport-Chef Reinhold Klee, der den neuen Stürmer als geradlinigen Typen schätzt: “Man merkt, dass er heiß ist, beim Vertrag wurde nicht groß gepokert.”

Lars Toborg darf sich als I-Tüpfelchen fühlen. Als Sahnehäubchen. Als letztes Kapitel im Transfer-Buch der SG Wattenscheid 09. “Mit dieser Personalie sind unsere Aktivitäten abgeschlossen”, sagt SG-Sport-Chef Reinhold Klee, der den neuen Stürmer als geradlinigen Typen schätzt: “Man merkt, dass er heiß ist, beim Vertrag wurde nicht groß gepokert.”

Dabei hätte Toborg durchaus mit anderen Offerten kokettieren können, schließlich saß er schon mit den Stuttgarter Kickers am Verhandlungs-Tisch, auch zu Nord-Neuling Kickers Emden bestand ein recht heißer Draht. “Es gab mehrere Gespräche mit dem Emdener Trainer, das Angebot war wirklich sehr gut”, nickt der 29-Jährige.
Warum Wattenscheid? Lars Toborg: “Ich habe hier bei der SG ein klares Zeichen, dass ich wirklich gebraucht werde, gespürt. An Wattenscheid habe ich gute Erinnerungen, vor ein paar Wochen sind mir im Pokal mit Siegen zwei Tore gelungen, zu Zweitliga-Zeiten habe ich in der Lohrheide für RW Oberhausen getroffen. Aus meiner RWO-Zeit gibt es noch einige Bekannte im Revier, das war auch ein Grund, wieder hierhin zurück zu kommen.”

Die ersten Eindrücke vom Traditions-Verein bewertet “Turbo-Toborg” (“Mit dem Spitz-Namen kann ich durchaus gut leben, auf den ersten Metern komme ich ganz ordentlich aus den Startlöchern, außerdem ist meine Reaktions-Schnelligkeit gut”) positiv: “Ich freue mich auf die SG Wattenscheid, hier sind wirklich gute Jungs unterwegs.”

Unterwegs ist der Neue zumindest in den nächsten Monaten auch noch. Und zwar vom über 100 Kilometer entfernten Siegen zu den Schwarz-Weißen. “Ich habe in meiner Straße viele Freunde außerhalb des Fußballs, den Draht möchte man nicht einfach so verlieren. Bis September lasse ich es noch offen, ob ich komplett hier runter ziehe.” Momentan geht die Sondierung Richtung Mini-Appartment. Toborg: “Eineinhalb Zimmer mit Koch-Ecke würden mir schon reichen, um sich nach zwei Trainings-Einheiten einfach Mal zur Ruhe zu legen.” In Siegen selbst gibt es noch einen weiteren Anlauf-Punkt: Freundin Julia. Der Stürmer: “Sie war bei den Sportfreunden auch mit im Stadion und wird sich bestimmt auch hier in Wattenscheid Begegnungen ansehen.”

Julia muss sich dann allerdings nicht wie zuletzt im Siegerland auf Spitzen-Fußball, sondern eher auf Existenz-Kampf einstellen. Dieser Unterschied ist für Lars Toborg allerdings nicht neu, ganz im Gegenteil. “In der vorletzten Saison sind wir mit Siegen sportlich abgestiegen, durften dann aber doch in der Liga bleiben. Danach ist uns der Sprung in die Zweite Liga gelungen.” Da er einen Zwei-Jahres-Vertrag bei den 09ern unterzeichnet hat, könnte theoretisch ein ähnliches Szenario an der Lohrheide stattfinden. Toborg: “Ich weiß, dass es für uns nicht einfach wird, das erste Jahr sehe ich persönlich zum Fuß fassen, in der zweiten Saison kann man dann andere Ziele in Angriff nehmen. Ich freue mich jedenfalls auf die neue Aufgabe, die Nord-Staffel ist eine Super-Liga mit vielen Traditions-Vereinen.”

Wo natürlich ganz andere Ambitionen an die Kabinen-Türen getackert werden. “Wir können in unserer Rolle als Außenseiter sicherlich einiges bewegen und bestimmt auch für die eine oder andere Überraschung sorgen. Unsere Fans sollten die Erwartungen nicht ganz so hoch schrauben. Eine Favoriten-Rolle kann hingehen auch hemmende Wirkung haben. Wenn RW Essen zu Beginn zum Beispiel zwei Mal verliert, ist dort Theater vorprogrammiert.” In Wattenscheid würde die Welt bei etwaigen Dämpfern in Lübeck und gegen Düsseldorf wohl kaum aus den Fugen geraten.

Dass der routinierte Stürmer im ersten Testspiel seines neuen Clubs passen musste, darf als reine Vorsichtsmaßnahme abgeheftet werden. Lars Toborg stellt klar: “Ich habe bei meiner ersten Trainings-Einheit einen Tritt in die Wade bekommen und nachmittags beim durchgeführten Lauf gemerkt, dass ich nicht ganz beschwerdefrei bin. Deswegen habe ich Trainer Georg Kreß Bescheid gesagt, er war auch der Ansicht, dass es besser wäre, das Freundschafts-Match nicht mitzumachen. Mit 29 Jahren muss man einfach auf seinen Körper hören.” Grundsätzlich muss Toborg aber nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. “Ich bin fit, frisch und heiß. Ich freue mich auf den Fußball bei der SG 09!”

Autor: tt

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