Nach der 0:2-Klatsche in Düsseldorf bezeichnete RevierSport die Wuppertaler Leistung als

WUPPERTALER SV BORUSSIA: Wie verpackt Fuchs-Team den Kraftakt?

tt
18. März 2005, 10:47 Uhr

Nach der 0:2-Klatsche in Düsseldorf bezeichnete RevierSport die Wuppertaler Leistung als "herzlos".

Nach der 0:2-Klatsche in Düsseldorf bezeichnete RevierSport die Wuppertaler Leistung als "herzlos". Drei Tage später beim Arag-Pokal-Halbfinale gegen Oberligist Schwarz-Weiß Essen war sie wieder da, die bergische Blutpumpe, die allerdings mühsam Leben in die Gefäße powerte, bis ein 1:0-Sieg fest stand.

Zutreffende Diagnose von WSV Borussia-"Chefarzt" Friedhelm Runge: "Wenn man als Favorit gegen die Außenseiter kein Tor macht, wird das Herz flubbiger, die Knie werden weicher." Doch der rot-blaue "Patient" flößte sich mit zunehmender Spieldauer offenbar das richtige Medikament selbst ein.

"Die Leidenschaft war da", strich Trainer Uwe Fuchs heraus, "also genau das, was ich vorher nicht so gesehen habe. Dieser Erfolg gibt meiner Mannschaft einen Schub, weil sie erkannt hat, dass Leidenschaft die Grundlage ist."

Der Wuppertaler Fußball-Lehrer nutzte die Gelegenheit, um ins Detail zu gehen: "Leidenschaft führt dazu, dass ich Verantwortung übernehme, dass ich mir als Spieler zutraue, über Schmerzgrenzen zu gehen. Das hat sehr viel mit Selbstwertgefühl zu tun. Die Mannschaft muss lernen, an sich zu glauben. Auch, wenn sie nach zwei Minuten schon ein Gegentor wegzustecken hat."

Am Samstag wird die Schwebebahnstädter ein heißes Tänzchen in Lübeck erwarten. Der VfB schreitet im Jahr 2005 erstmals zur Punktspiel-Tat, will mit einem Dreier sofort ein deutliches Zeichen setzen. "Na und, wir müssen da auch etwas machen", sagt Michael Stuckmann, "es kann für uns ein Vorteil sein, dass Lübeck noch keine Partie absolviert hat."

Auf der anderen Seite wiegen die Ausfälle von Allzweckwaffe Andy Gensler (fünfte gelbe Karte) und Manndecker Vladi Hyza (Rote Karte) schwer, hinzu kommt die immense Kraftaufwand im Arag-Wettkampf. Manager Thomas Richter: "Wir haben ein typisches Pokal-Spiel, in dem kein Klassen-Unterschied zu erkennen war, gewonnen. Unsere Truppe hat in den 120 Minuten gezeigt, dass sie topfit ist. Riesen-Kompliment, wie die Spieler in Unterzahl gefightet haben, da ist ein Ruck durchs Team gegangen."

Die Frage ist: Reicht die Substanz, um 90 Minuten in Lübeck Paroli zu bieten? Richter: "Da mache ich mir keine Sorgen, natürlich muss man im Training dosieren, aber die Grundlagen sind in der Vorbereitung gelegt worden. Der körperliche Zustand unserer Mannschaft lässt ohne weiteres zwei englische Wochen in Folge zu."

Autor: tt

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