WSV-Borussia-Stürmer Oliver Ebersbach war gestern früh auf den Beinen. Der Wuppertaler Lokalfunk bat den Routinier zum Interview. Thema: Robert Hoyzer, der Skandal-Schiedsrichter, der nach einem angeblichen Foul an Ebersbach ausgerechnet beim Duell Wuppertal - Bremen (1:0) zum Ende der letzten Saison die erste

Olli Ebersbachs Kampfansage: "Mit mir ist noch zu rechnen

12. Februar 2005, 12:51 Uhr

WSV-Borussia-Stürmer Oliver Ebersbach war gestern früh auf den Beinen. Der Wuppertaler Lokalfunk bat den Routinier zum Interview. Thema: Robert Hoyzer, der Skandal-Schiedsrichter, der nach einem angeblichen Foul an Ebersbach ausgerechnet beim Duell Wuppertal - Bremen (1:0) zum Ende der letzten Saison die erste "geglückte" Manipulation durchführte

WUPPERTALER SV BORUSSIA: 3:1 im Test gegen FSV Mainz 05 (A)
Olli Ebersbachs Kampfansage:
"Mit mir ist noch zu rechnen"
WSV-Borussia-Stürmer Oliver Ebersbach war gestern früh auf den Beinen. Der Wuppertaler Lokalfunk bat den Routinier zum Interview. Thema: Robert Hoyzer, der Skandal-Schiedsrichter, der nach einem angeblichen Foul an Ebersbach ausgerechnet beim Duell Wuppertal - Bremen (1:0) zum Ende der letzten Saison die erste "geglückte" Manipulation durchführte. Zuvor war der Unparteiische a.D. bei Paderborn-Chemnitz (4:0) gescheitert, weil der gekaufte Schiri die mit der Kroaten-Mafia abgesprochene Halbzeit-Führung verbaselte.

"Ich habe mir die Sendung Kerner am Dienstag Abend im ZDF angesehen, das Ganze wirkte vom Moderator wie ein zweites Verhör. Hoyzer geht nach dem den Druck der letzten Wochen buchstäblich durch Schutt und Asche. Er hat sich in der Sendung gut verkauft, war nicht arrogant oder aufbrausend. Der Mann ist durch seine Geldgier da reingeschlittert und zeigt sich jetzt reumütig." Ebersbach rechnet allerdings noch mit weiteren Enthüllungen: "Robert Hoyzer hat keine neuen Namen preis gegeben, aber ich denke, da kommt noch was nach. Das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht."

An die besagte Szene, die RevierSport anhand von Bild-Material dokumentiert, erinnert sich "Ebse" noch ziemlich genau: "Als Stürmer bist Du immer darauf aus, deinen Vorteil zu suchen. Durch den ganzen Salat, der danach aufkam, wird einem erst Mal bewusst, was da abgelaufen ist. Ich weiß nicht, ob mir mein Gegenspieler einen Stoß versetzt hat, es kann sein, dass sich unsere Laufwege im Strafraum kreuzten. Den Strafstoß musste man nicht pfeifen, Hoyzer hat ihn gegeben. Ende der Durchsage. Im Spiel macht man sich keine großen Gedanken." Ebersbach ergänzt: "Bremen hatte noch ein, zwei Chancen zum Ausgleich. Wenn der gefallen wäre, hätte der Schiri richtig unter Druck gestanden."

Der Fall Georg Koch, dem als Cottbus-Keeper ein unmoralisches Angebot unterbreitet wurde (20.000 Euro für zwei Gegentore), sorgt auch bei Olli Ebersbach für Ensetzen: "Für mich ist der Sport zu wichtig, um sich so etwas kaputt zu machen. Ich könnte mir nicht vorstellen, da schwach zu werden." Koch wurde es auch nicht und lehnte energisch ab.

Ein weiterer Aspekt im Zuge des Wett-Skandals ist der Vorstoß des SC Preußen Münster, die Regionalliga-Saison ohne Auf- und Absteiger zu Ende zu bringen. Argument: Keine Chancen-Gleichheit, weil Paderborn durch das "erpfiffene" Weiterkommen im DFB-Pokal zusätzlich Geld einnahm und Transfers tätigen konnte. Ebersbach: "Unrealistischer Vorschlag." Seine Begründung: "Da würden wir ja nur noch eine Witzrunde spielen. Da kommen keine Zuschauer, die Tabelle würde ihre Aussagekraft, ihren Reiz verlieren."

Der ehemalige Velberter hat mit dem WSV Borussia in der Restrunde noch eine Menge vor. Ebersbach hat spürbar neuen Mut geschöpft, seine Situation scheint sich zu bessern, nachdem er unter Ex-Coach Werner Kasper nur in der Statistenrolle war: "So bin ich noch nie vorgeführt worden. Dass ich Spielpraxis benötige, weiß ich mit 34 Jahren selbst. Ich konnte jetzt in der Vorbereitung zeigen, was ich für die Mannschaft zu leisten im Stande bin. Ich habe meinen Stellenwert untermauert, mit mir ist noch zu rechnen."

Beim 3:0 im Test gegen die Amateure des VfL Bochum blieb der Stürmer draußen, gestern beim 3:1 über Süd-Regionaligist FSV Mainz 05 (A) trug er sich als Elfer-Schütze in die Torschützenliste ein. Die übrigen Treffer: Dirk Heinzmann, Mustafa Celik. Co-Trainer Thomas Richter: "In der zweiten Halbzeit haben wir gut gespielt." Für das Wochenende hat sich Chef-Coach Uwe Fuchs zu einem Trainingslager entschieden. Von Freitag bis Sonntag bezieht der WSV Borussia in Herzlake Quartier.tt

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