WSV BORUSSIA: Neuzugang Daniel Embers erlebte Höhen und Tiefen

04. Februar 2005, 10:59 Uhr

"Gänsehaut-Feeling" Bökelberg,
Kreisliga-Albtraum in Koblenz

WSV BORUSSIA: Neuzugang Daniel Embers erlebte Höhen und Tiefen
"Gänsehaut-Feeling" Bökelberg,
Kreisliga-Albtraum in Koblenz
Wuppertal (RS). Daniel Embers kennt sie, die Schatten- und die Sonnen-Seiten des Fußballs. Der Wuppertaler Neuzugang kam neun Mal in der Bundesliga für Borussia Mönchengladbach zum Einsatz. "Wenn man am Bökelberg eingelaufen ist, da bekam man regelrecht Gänsehaut. Das war ein Super-Gefühl. Ich denke an alle Spiele in der höchsten Klasse unheimlich gerne zurück, die werde ich mein Leben lang nicht vergessen", leuchten die Augen des 23-Jährigen. Embers: "Irgendwann möchte ich Mal dahin zurück. Aber step by step. Jetzt geht es für mich darum, in Wuppertal alles für das Team zu geben, mit dem Verein die Klasse zu halten und wieder möglichst viele Spiele zu machen. Dann kommt der Rest von ganz alleine."

Die letzten Monate waren für Embers wie ein Albtraum. Beim TuS Koblenz war die Saison für ihn in der Regionalliga Süd beendet, bevor sie eigentlich richtig begonnen hatte. "Nach zehn Vorbereitungs-Tagen teilte mir der Trainer mit, dass er mich nicht gebrauchen kann. Da war ich schon ziemlich verwundert, zumal der Mann mich geholt hatte", lässt Embers die Stimmungs-Schwankungen von Koblenz-Coach Milan Sasic Revue passieren. Daniel Embers stand zwei Mal im TuS-Aufgebot, absolvierte aber keine einzige Punktspiel-Minute. Stattdessen kam er in den "Genuss" einer anderen Klasse, nämlich der Kreisliga D.

"Die Truppe wurde aus Fans gegründet und hatte Theken-Mannschafts-Niveau, die haben das alle nicht so ernst genommen. Für einen jungen Spieler wie mich war das natürlich die Höchststrafe", schüttelt Embers rückblickend den Kopf und ergänzt: "Kreisliga kann ich immer noch spielen, wenn ich Opa bin." Sein Fazit: "Das vergangene halbe Jahr wünsche ich keinem. Ich möchte das in Wuppertal so schnell wie möglich vergessen machen und freue mich auf die neue Herausforderung."
Bereits im Sommer war der Name des einstigen Gladbachers in der Verlosung am Zoo. Ex-Trainer Georg Kreß wollte den Allrounder unbedingt verpflichten, doch dann kam das Veto aus der Chefetage. Jetzt, ein paar Monate später, wurde die Transfer-Ampel auf "grünes Licht" geschaltet. Embers löste seinen Kontrakt in Koblenz auf, unterzeichnete bei den Wuppertalern bis zum 30. Juni 2006.

"Die Bedingungen beim WSV Borussia sind sehr gut, der Verein hat ein Super-Umfeld. Das neue Trainer-Gespann mit Uwe Fuchs und Thomas Stickroth macht einen guten Eindruck, man merkt, dass beide im Profi-Bereich gespielt haben." Daniel Embers sprüht bei den Rot-Blauen vor Tatendrang: "Ich bin sehr glücklich über die Chance, wieder zu spielen. Es ist ein tolles Gefühl, nicht nur Trainingsgast, sondern Bestandteil einer Mannschaft zu sein.
In Koblenz habe ich für mich selbst Gas gegeben, ich bin kein Typ, der aufgibt. Mein Ziel war es, im Winter topfit zu einem möglichen neuen Club zu kommen." Das hat er erreicht. Embers: "Neben dem WSV Borussia gab es einige Anfragen von kleineren Vereinen aus dem Koblenzer Raum, aber Wuppertal stand für mich immer im Vordergrund. Hier kann ich wieder mehr auf der Bildfläche erscheinen." Und vielleicht irgendwann wieder Gänsehaut bekommen.tt

BU
Bundesliga-Feeling: Daniel Embers lief neun Mal für Mönchengladbach in der Elite-Klasse auf.

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