BVB-Trainer Uwe Neuhaus redete nicht lange um den heißen Brei. „Das 1:2 gegen Münster ist für mich die am schwersten zu verdauende Niederlage seit meinem Amtsantritt.

BVB-Horz: „Die haben sich schon angeschnauzt!„

30. November 2004, 10:13 Uhr

BVB-Trainer Uwe Neuhaus redete nicht lange um den heißen Brei. „Das 1:2 gegen Münster ist für mich die am schwersten zu verdauende Niederlage seit meinem Amtsantritt.

BVB-Trainer Uwe Neuhaus redete nicht lange um den heißen Brei. „Das 1:2 gegen Münster ist für mich die am schwersten zu verdauende Niederlage seit meinem Amtsantritt.„ Vor allem deswegen, weil selbst in Unterzahl keine Chancenlosigkeit, sondern bis zum Schluss die Möglichkeit auf einen Teilerfolg bestand.
„Nach unserer 1:0-Führung war Münster praktisch ohne Chance„, resümierte Borussen David Solga, „aber nach der roten Karte war der Gegner plötzlich im Aufwind und wir versanken in ein Loch. Dann fiel der Ausgleich kurz nach der Pause und wir haben wie verwandelt gespielt. An diesem Beispiel sieht man, dass beim Fußball auch die Psyche eine Rolle einnimmt und gutes Spielen auch Kopfsache ist.„
Auch Dortmunds Oliver Risser sah den Platzverweis als Wendepunkt im Spiel. „Wir haben uns von der roten Karte zu sehr beeinflussen lassen. Der Trainer hat uns zwar gesagt, dass wir uns konzentrieren und so wie bisher weiterspielen sollen, das gelang uns aber leider nicht. Oft ist es ja so, dass Mannschaften in Unterzahl besser spielen, bei uns war das aber nicht der Fall, weshalb wir letztlich auch verloren haben.„
Die 1:2 Niederlage gegen Preußen Münster fiel für Thorsten Horz ganz klar unter die Kategorie völlig unnötig. „Wir haben durch eine Riesen-Dummheit das Spiel verloren. Und dabei haben wir in der ersten Halbzeit richtig gut gespielt und sind als die jungen Wilden aufgetrumpft. Wir haben fast alles richtig gemacht und Münster das Gefühl vermittelt, dass in Dortmund nichts zu holen ist.„ Der einstige Augsburger gestand ein: „Ich habe im Grunde vom Gefühl her auf das 2:0 gewartet. Die Preußen haben sich doch schon gegenseitig angeschnauzt.„
Nach dem Wechsel war alles anders. Horz: „Nach Akgüns Hinausstellung sind wir in die Pause mit hängenden Köpfen gegangen und haben auch so weitergespielt. Dann brauchten wir uns auch nicht wundern, als es hinten dann bei uns rappelte. Dass der Ausgleich dann so schnell fallen würde, hatte ich nicht gedacht, aber der zweite Gegentreffer war die logische Konsequenz. Wir haben uns einen sicher geglaubten Sieg aus den Händen nehmen lassen.„
Verteidiger Malte Metzelder merkte an: „Bis zum Feldverweis haben wir gut gespielt und hätten durchaus auch schon 2:0 führen können. Aber in der zweiten Halbzeit haben wir unsere Linie verloren, Münster war hochmotiviert und hat uns ständig unter Druck gesetzt. Wir haben nur noch reagiert und nicht mehr agiert und wenn man das betrachtet, dann geht der Sieg für Preußen Münster völlig in Ordnung.„
Ettäuscht und mitgenommen zeigte sich der Rot-Sünder Mehmet Akgün. „Meiner Meinung nach war das keine rote Karte. Ich habe den Spieler gar nicht getroffen, er ist schon abgehoben, bevor ich ihn hätte berühren können und hat sich dann auf dem Boden gekrümmt, als ob was gebrochen wäre. Kurze Zeit später lief er wieder herum, als ob nichts gewesen wäre. Ich wollte den Ball spielen, nichts anderes. Die Linienrichterin stand direkt dabei und hätte die Schwalbe sehen müssen. Doch sie hat gar nichts gesagt.„ Jetzt hofft Akgün auf eine milde Strafe, die „Kutte„ Öztürk für sein „Rot„ im Pokal nicht bekam: Er muss vier Spiele abbrummen.
Unterdessen schlüsselte Marc Heitmeier, der beim 1:2 vergeblich grätschte alle Spekulationen über ein mögliches „Nichttor„ auf. „Ich habe noch versucht, was zu retten und in dem Gewühle war das gar nicht so einfach, aber der Ball war wirklich mit dem vollen Umfang über der Linie, das Tor ist korrekt.„

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