DÜSSELDORF: Bielefeld kommt zum "Entscheidungs-Spiel"

cb
22. Oktober 2004, 15:38 Uhr

Showtime in Düsseldorf. Am Samstag geht es für die Fortuna gegen Bielefelds Amateure um drei ganz heiße Zähler. Düsseldorfs Coach Massimo Morales spricht von einem "Entscheidungs-Spiel".

Showtime in Düsseldorf. Am Samstag geht es für die Fortuna gegen Bielefelds Amateure um drei ganz heiße Zähler. Düsseldorfs Coach Massimo Morales spricht von einem "Entscheidungs-Spiel". Sicherlich korrekt, da der Dreier nach fünf Pleiten in Serie bei den Gastgebern bleiben muss. Ein Blick auf die Tabelle beweist: Düsseldorf befindet sich auf dem ersten Abstiegsplatz mit elf Zählern. Bielefeld rangiert auf dem 14. Platz, hat dabei ein Pünktchen mehr auf dem Konto. Gibt es eine Pleite gegen die Ostwestfalen, hecheln die Kö-Städter der Musik ordentlich hinterher. Daher die klare Ansage von Morales. "Wir müssen gewinnen und beweisen, wir gehören in diese Liga. Wenn wir keine holen, müssen sich das Team und der Trainer fragen, ob sie in die Klasse gehören."
Zwei, die am Wochenende beim Unternehmen "Kehrtwende" nicht helfen können, sind Marcel Ndjeng und Gustav Policella, die in Paderborn beide die Ampelkarte sahen. "Schade", berichtet der Italiener, "die sind gut drauf, aber nicht dabei, daher muss ich wieder umstellen." Neben dem gesperrten Duo werden auch Victor Hugo Lorenzon, Nicolaj Hust und vermutlich Markus Lösch nicht mitwirken können. Sicherlich nicht die perfekten Vorzeichen, um in die Erfolgsspur finden zu können. Auch kein Vorteil, die generelle Club-Situation. Es brodelt hinter den Kulissen. Zuletzt wurde gemunkelt, Joachim Erwin, OB und Aufsichtsratsvorsitzender, überlegt, sich aus dem Verein zurückzuziehen. Die Paderborn-Ereignisse, als General Manager Thomas Berthold verbal massiv attackiert wurde, sind noch in frischer Erinnerung. Daher stellt sich die Frage, wie werden die Fans am Samstag der Mannschaft und den Verantwortlichen gegenüber reagieren? Morales stellt klar: "Die Zuschauer sind verständlicherweise enttäuscht, wir auch über die vielen Niederlagen. Sie müssen aber bedenken, es geht um die Fortuna. Sie müssen den Trainer nicht unterstützen, der hat breite Schultern, aber sie müssen der Mannschaft helfen."
Denn die kann in einem positiven Umfeld sicherlich mehr Kraft aufbringen, um den weiteren Absturz in der Tabelle zu verhindern. Im Training schien es zu funktionieren, Berthold mischte, wie auch zuletzt, nach außen gut gelaunt bei den Einheiten mit. Morales: "Er will zeigen, er ist nahe dran am Team, will alle moralisch unterstützen. Es wurde so vieles hochgespielt über Ärger zwischen mir und Berthold oder dem Team und Berthold. Alles, was passierte, ist, wir haben Spiele verloren."
Wirklich alles in Butter mit dem Manager? Immerhin wurde über eine Liste, auch bei RS, berichtet, wonach nach Thomas Hoersen und Marcel Podszus weitere drei bis vier Kicker (unter anderem Carsten Nulle, Markus Lösch, Dirk Böcker) auf der Abschuss-Liste bei weiterem negativen Saison-Verlauf stehen sollen. "Berthold und ich haben keine Liste", versichert der Coach, "ich habe Leute aussortiert, die nicht in mein Konzept passen, dazu habe ich das Recht."
Zurück zum Bielefeld-Kick. Morales will den Erfolg ganz besonders aus einem Grund. "Wir brauchen das Erfolgserlebnis. Wir haben noch so viele Spiele, da geht es nicht in erster Linie um den Tabellen-Anschluss. Wir brauchen neues Selbstvertrauen." Um dies zu erreichen, wird es Veränderungen in der Startelf geben. Die gesperrten Ndjeng und Policella werden durch Frank Mayer und Mariano Pasini ersetzt, Andreas Lambertz rückt auf die rechte Seite. Zudem soll Axel Bellinghausen wieder im Mittelfeld auflaufen, Augustine Fregene ist ein Kandidat für die linke Ketten-Seite. Morales deutlich: "Am Samstag wird wichtig sein, was wir machen. Uns muss egal sein, gegen wen wir auflaufen. Die Jungs sind sich bewusst, um was es geht, die Stimmung ist gut."
Optimismus vor dem "Entscheidungs-Spiel". Aber eines ist auch klar: Gehen die Fortunen am Samstag wieder als Verlierer vom Platz, wird die gute Stimmung für Wochen verschwinden, die Personal-Diskussion wird auf allen Ebenen neu entfacht.

Autor: cb

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