In der Regionalliga Nord hat der KFC Uerdingen am 13. Spieltag durch einen 2:1-Sieg beim Wuppertaler SV vorübergehend die Tabellenführung übernommen. Der SC Paderborn gewann mit 4:3 gegen Fortuna Düsseldorf.

Uerdingen und Paderborn siegen

jso
17. Oktober 2004, 16:31 Uhr

In der Regionalliga Nord hat der KFC Uerdingen am 13. Spieltag durch einen 2:1-Sieg beim Wuppertaler SV vorübergehend die Tabellenführung übernommen. Der SC Paderborn gewann mit 4:3 gegen Fortuna Düsseldorf.

Der KFC Uerdingen sorgt in der Regionalliga Nord weiter für Furore. Nach ihrem 2:1 (0:0) am 13. Spieltag im West-Derby beim Wuppertaler SV Borussia haben die seit zehn Partien ungeschlagenen Krefelder, vor Saisonbeginn als Abstiegskandidat gehandelt, die Tabellenspitze erobert. Teamchef Wolfgang Maes warnt aber vor einer verfrühten Euphorie: "Unser Sieg war sehr, sehr glücklich", gab der KFC-Coach nach dem Schlusspfiff ehrlich zu und gestand zudem ein: "Der WSV war klar besser, das Spiel ist erst durch einen zweifelhaften Elfmeter gekippt. Dieses Geschenk haben wir gerne angenommen." Das zweite Geschenk erhielten die Krefelder am Sonntag, als der bisherige Tabellenführer Hamburger SV (A) gegen die Amateure von Werder Bremen mit 0:1 unterlag.

Nicht über ein 1:1 (1:1) kam Eintracht Braunschweig bei den Amateuren des 1. FC Köln hinaus, belegt aber weiterhin einen Aufstiegsplatz. Gegen starke "Geißböcke", bei denen die Profis Roland Benschneider und Tino Achenbach mitwirkten, rettete ausgerechnet der Ex-Kölner Nermin Celikovic den "Löwen" einen Punkt. "Wir können mit dem Ergebnis leben", meinte Eintracht-Trainer Michael Krüger.

Aufstiegs-Favorit SC Paderborn 07 zeigte sich von der peinlichen 0:6-Pleite in Dortmund gut erholt und meldete sich mit einem 4:3 (1:1) gegen die krisengeschüttelte Düsseldorfer Fortuna zurück. "Das war die richtige Antwort auf die heftige Klatsche. Wir haben ein packendes Kampfspiel am Ende verdient gewonnen", freute sich SCP-Trainer Pawel Dotchew, nachdem Guido Spork einen Strafstoß zum Siegtor verwandelt hatte (88.).

Für die Fortuna war es bereits die fünfte Niederlage in Folge, der Traditionsverein belegt damit weiterhin einen Abstiegsplatz. Die Folge: Fortuna-Trainer Massimo Morales musste schon während des Spiels von Polizei-Beamten vor den eigenen, wütenden Fans geschützt werden. Nach dem Schlusspfiff forderten die Anhänger sowohl den Rauswurf des Trainers als auch von General Manager Thomas Berthold, dem vor allem verfehlte Einkaufspolitik vorgeworfen wird.

Aufsichtsrats-Chef und Oberbürgermeister Joachim Erwin hält jedoch zum Duo Morales/Berthold. "Die Leistung in Paderborn hat gezeigt, dass die Mannschaft nicht gegen den Trainer spielt", sagte Morales zur Verwunderung der Düsseldorfer Fans. Bitter zudem für Fortuna: Stürmer Gustav Policella und Mittelfeldspieler Marcel Ndjeng sahen in der Schlussphase jeweils die Gelb-Rote Karte und fehlen damit im Keller-Duell gegen die Amateure von Arminia Bielefeld, die gegen die Reserve von Borussia Dortmund eine 1:4 (0:2)-Pleite kassierte. Die Gäste stellen mit 31 Treffern den mit Abstand erfolgreichsten Angriff.

Von Hektik geprägt war das torlose Derby zwischen dem VfL Osnabrück und Preußen Münster. Jack de Jong (VfL/Gelb-Rot) und Arne Tammen (Preußen/Rot) wurden des Feldes verwiesen, Osnabrücks Trainer Claus-Dieter Wollitz musste zudem auf die Tribüne. "Der Schiri hat das Spiel zerpfiffen", schimpfte Wollitz. Sauer waren aber auch die Münsteraner. "Wir werden gegen Tammens Platzverweis Protest einlegen", kündigte Geschäftsführer Stefan Grädler an.

Gelassen nahm Holstein Kiels Trainer Frank Neubarth das magere 1:1 (1:1) gegen Schlusslicht VfL Wolfsburg A: "Ich kann der Mannschaft keinen Vorwurf machen, sie hat alles versucht." Der FC St. Pauli kam zudem gegen Abstiegskandidat Chemnitzer FC nicht über ein 0:0 hinaus.

Autor: jso

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