Wenn ein Spiel einfach nicht so will, wie alle Beteiligten wollen oder aber ein Ergebnis nicht ist, was es zu sein scheint, lohnt ein Blick hinter die Kulissen.

DU: Kreisliga kompakt

"Wären lieber gleich zu Hause geblieben"

11. April 2011, 17:01 Uhr

Wenn ein Spiel einfach nicht so will, wie alle Beteiligten wollen oder aber ein Ergebnis nicht ist, was es zu sein scheint, lohnt ein Blick hinter die Kulissen.

Kreisliga A 1:

Der TSV Broich scheint rechtzeitig wieder in die Erfolgsspur zurückgefunden zu haben: 10 Punkte aus den letzten vier Spielen, das ist eine Bilanz, die sich durchaus sehen lassen kann. Vor allem dann, wenn darunter auch namhaftere Gegner wie GSG oder Croatia waren. Oder wie an diesem Wochenende Heimaterde. Dass der TSV dort nach einer guten halben Stunde mit 1:0 in Führung ging und diese dann in den letzten zehn Minuten der Partie sogar noch auf 3:0 ausbaute, ist keine Selbstverständlichkeit und ganz sicher auch kein Zufallsprodukt. Die stark ersatzgeschwächte Mannschaft von Joachim Gawellek darf wieder hoffen – zum Beispiel auf einen Ausrutscher des punktgleichen Mülheimer SV.

Da diese jedoch in der Kreisliga mit ihrer zweiten Mannschaft antreten, ist es recht wahrscheinlich, dass im Notfall auch mal ein Spieler von oben abkommandiert wird, um das Leistungsniveau des Nachwuchses für die nächste Spielzeit zu sichern. Einzig erschwerende Tatsache für den TSV: in den kommenden zwei Wochen stehen die Rückspiele gegen das Spitzenduo Hilal und Saarn an. Nur wenn sich die Mannschaft da achtsam schlägt und keinen moralischen Knacks davon trägt, wird es möglich sein, in den nun noch fünf Wochen den Klassenerhalt klar zu machen.

Eine Mannschaft die in der Nähe des TSV rangiert, aber noch ein Nachholspiel ausstehen hat, ist Dersimspor. Nach einem guten Start in die Saison rutschten die Türken immer weiter nach unten – zu allem Unglück entschied der bisherige Trainer Martin Friebel in dieser schwierigen Situation, aufgrund ausstehender Zahlungen, bis auf Weiteres die Arbeit ruhen zu lassen. Für ihn übernahm der bis dahin als Geschäftsführer tätige Hidir Kaplan, der allerdings auch früher schon zeitweise das Traineramt bei Dersimspor inne hatte. Dieser musste zusehen, wie Heißen noch in der ersten Hälfte vom Unparteiischen einen Strafstoß zugesprochen bekam, nachdem im Duell Verteidiger gegen Stürmer auf Foulspiel durch hohes Bein entschieden wurde: „Der Ball kam, unser Spieler versucht ihn rauszuhauen und der gegnerische Spieler geht mit dem Kopf bis auf Hüfthöhe runter – ich weiß nicht, wie man das als Foulspiel werten kann. Da dachte ich schon, wir hätten heute einfach zu Hause bleiben und uns das hier ersparen können.“

Doch der Elfmeter, der erst im Nachschuss verwandelt wurde, brachte seine Mannschaft nicht aus der Fassung, sodass dann durch den 1:1-Endstand wenigstens noch der eine Punkt eingefahren werden konnte. „Toll ist das ganz bestimmt nicht, aber da hilft ja auch alles Lamentieren nichts. Wir müssen unsere nächsten Spiele einfach unbedingt gewinnen, sonst wird das nichts mehr mit dem Klassenerhalt. Und wenn wir das nicht schaffen, dann sind wir einfach selbst schuld“, will der Interimstrainer keine Ausflüchte suchen.

Ärgerlich war aus seiner Sicht natürlich trotzdem, dass einer seiner Spieler wegen einer wiederholten Unsportlichkeit vorzeitig zum Duschen geschickt wurde und der Schiedsrichter darüber hinaus auch noch einen Treffer der Gäste nicht anerkennen wollte: „Der Torwart von denen ist gegen den Pfosten geknallt und der Schiedsrichter meinte, das wäre die Folge eines Zweikampfs mit einem unserer Spieler. Aber weil da gar keiner von meinen Jungs stand, kann ich das wirklich nicht nachvollziehen – selbst die Zuschauer haben sich gewundert.“ Noch hat die Mannschaft zwar alles selbst in der Hand, aber es warten noch Mannschaften wie Speldorf, der DFV und – das Highlight – der türkische Tabellenführer Hilal auf Kaplans Elf. In diesem Licht wirkt das Unterfangen noch ein wenig schwieriger…

Kreisliga A 2:

Auch wenn die Spitze schon gefestigt ist und nur noch ganz Wenige mit einer Überraschung rechnen, allzu sicher sollten sich die beiden Erstplatzierten nicht sein: vor allem Wacker Dinslaken könnte noch gefährlich werden. Die Wackerer haben zwar kein leichtes Programm vor sich (vor allem die Zeit vom 17. April bis zum 1. Mai hat es in sich), doch weil auf diesem unter anderem noch das Hin- und Rückspiel gegen Voerde stehen, besteht durchaus noch die Möglichkeit, dass Dinslaken auf den letzten Metern in die Spitzengruppe vorrückt und sich wenigstens das Entscheidungsspiel gegen den Zweiten aus der anderen A-Liga sichert. Genc hat zwar im Vergleich mit Wacker ein eher einfaches Programm, dürfte aber wohl kaum noch die Kraft haben, Voerde oder Wehofen auf irgendeine Weise gefährlich zu werden.

Die Situation einmal aus der Sicht des SV Laar: Westende lässt sich vorführen, das ist gut. Union verliert, sehr, sehr gut. Ein Unentschieden gegen Gelb-Weiß, darauf lässt sich aufbauen. Das Problem an dem Ganzen ist nur, dass noch eine ganze Reihe schwerer Spiele ansteht - und zwar gegen den Ersten, den Dritten, den Fünften und den Sechsten. Das bedeutet im Klartext, dass sich das Team von Edis Bicic noch auf einiges gefasst machen muss und der Klassenerhalt ein hartes Stück Arbeit werden wird. Da ist wohl neben der guten Leistung der letzten Wochen der einzig verbleibende Trost, dass auch Union Hamborn kein Zuckerschlecken erwartet. Dort verlor man nämlich gegen den Vfvb klar mit 0:4 und sieht sich noch einem ähnlichen Hammer-Programm ausgesetzt wie beim SV Laar. Ausgang: ungewiss.

[b]Lesen Sie auf Seite 2: Das Wochenende in den B-Kreisligen[/b]

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