Die Verhandlungen zwischen den streikenden Klubs der Serie B und dem italienischen Verband blieben ohne Ergebnis. Nun beschloss Verbandschef Galliani, dass die Saison trotz des Streiks am Sonntag gestartet wird.

Galliani spricht Machtwort in der Serie B

cle
05. September 2003, 11:17 Uhr

Die Verhandlungen zwischen den streikenden Klubs der Serie B und dem italienischen Verband blieben ohne Ergebnis. Nun beschloss Verbandschef Galliani, dass die Saison trotz des Streiks am Sonntag gestartet wird.

Mit einem Kraftakt, der für Aufruhr im italienischen Fußball sorgt, setzt Italiens Liga-Chef Adriano Galliani dem zweiwöchigen Tauziehen mit den Serie-B-Klubs ein Ende, die gegen die Aufstockung der Zweiten Liga auf 24 Mannschaften protestiert hatten. Am Ende einer spannungsgeladenen Liga-Sitzung beschloss Galliani am Donnerstagabend, dass mit oder ohne die Zustimmung der Klubs die Meisterschaft am kommenden Sonntag (7. September) beginnen wird. Die Vereine, die nicht spielen werden, müssen mit Punkteabzügen und mit einer 0:3-Niederlage rechnen, berichtete Galliani.

Der Liga-Chef entschloss sich zu diesem drastischen Schritt, nachdem alle möglichen Vermittlungsversuche mit den Rebellenklubs gescheitert waren. Sein Beschluss droht jedoch unberechenbare Folgen für die Zweite Liga zu haben, die immer gespaltener erscheint. 13 Klubs wollen nach Angaben der Tageszeitung Gazzetta dello Sport auf ihrem harten Kurs beharren und am Sonntag nicht spielen.

Ascoli Calcio noch unentschlossen

Zehn Klubs, darunter die vier Klubs, die von der Serie-B-Aufstockung profitieren, erklärten sich dagegen bereit, am Sonntag zu spielen. Nur der Klub Ascoli Calcio ist noch unentschlossen. In dieser Lage könnten am Sonntag maximal zwei Spiele (Catania-Cagliari und SSC Neapel-Como Calcio) stattfinden.

Gallianis Plan zufolge werden am Ende der Meisterschaft vier Zweitligisten in die Serie A aufsteigen und vier Erstligisten absteigen. Erst ab der nächsten Saison will er eine weitere Reform der 2. Liga in Angriff nehmen. "Ich habe bis zuletzt für ein Abkommen gearbeitet, doch ich muss offen zugeben, dass die Liga einen der tiefgreifendsten Risse ihrer Geschichte erlebt hat. Mir bleibt nichts anderes übrig. Wer spielen will, soll spielen, wer den Protest weiterführen will, soll wissen, dass der Sportrichter eingreifen wird", sagte Galliani.

Erste Rücktritte nach dem Eklat

Aus Protest gegen seinen Beschluss trat der erboste Klubchef von Cagliari, Massimo Cellino, vom Posten des Vizepräsidenten der Liga zurück. Er bekundete, dass er seinen Verein verkaufen werde. Bis dahin werde Cagliari an der Meisterschaft teilnehmen.

Die Spaltung in der Serie B ist ein harter Schlag für Cellino, der sogar ans Verfassungsgericht appellieren wollte, um eigenen Angaben zufolge "den Sport vor den Investoren und Funktionären zu retten". Er forderte die Serie-B-Klubs nicht mehr Galliani als Liga-Chef anzuerkennen, da dieser angeblich nur die Interessen der großen Erstligisten verteidige.

Autor: cle

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