Während die erste Mannschaft des SV Brackel 06 in der Bezirksliga nur noch theoretische Aufstiegschancen hat, zieht die Zweite in der B-Liga der Konkurrenz davon.

SV Brackel 06

Reserve fiebert dem Showdown entgegen

Christian Müller
02. April 2011, 10:47 Uhr

Während die erste Mannschaft des SV Brackel 06 in der Bezirksliga nur noch theoretische Aufstiegschancen hat, zieht die Zweite in der B-Liga der Konkurrenz davon.

Trotz der bis dato überlegen gestalteten Saison duldet Markus Münzel keinen Schlendrian. Der Trainer der zweiten Mannschaft des SV Brackel 06 beäugt seine Elf sehr kritisch, obwohl diese Erfolg um Erfolg einfährt, wie etwa am vergangenen Sonntag das 4:1 gegen den Futebol Clube St. Antonio. „In der Halbzeitpause gab es da deutliche Worte von mir, weil ich mit dem Ehrgeiz einiger Leute überhaupt nicht zufrieden war“, mosert der Coach des B-Liga-Tabellenführers.

Training auf Kunstrasen schadete dem Kampfgeist

Auch wenn der Vorsprung auf die zweitplatzierte Reserve des Post und Telekom SV zwölf Punkte beträgt, appelliert Münzel an seine Kicker: „Wenn man zu diesem Zeitpunkt der Saison immer noch die Chance hat, aus eigener Kraft aufzusteigen, dann erwarte ich, dass man 100 Prozent und mehr gibt.“ Zwar könnte das Polster der 06er noch auf sechs Zähler schrumpfen, indem der PTSV seine beiden Nachholspiele gewinnt. Doch in den Rechenspielen des Brackeler Übungsleiters nimmt ohnehin ein anderes Datum eine wichtigere Rolle ein: „Showdown ist am 17. April, wenn wir gegen Post spielen. Abgesehen davon wollen sowieso alle den Tabellenführer schlagen. Leichte Spiele gibt es für uns daher nicht.“

Vor allem in den ersten Wochen nach der Winterpause hatte Münzel Sorge, dass seine eigentlich stabile Truppe ins Wanken geraten könnte. „Die Trainingseinheiten auf dem Kunstrasen laufen immer sehr ruhig und solide ab, aber auf Asche würde mehr gearbeitet. Mir stand das Fußballerische damals zu sehr im Vordergrund, dafür haben wir das Kämpferische vernachlässigt“, beschreibt der Linienchef seine Bedenken, die sich freilich in keiner Phase nachhaltig in den Ergebnissen niederschlugen.

Kehren zwei Ex-06er im Sommer zurück?

Ausschlaggebend dafür ist, dass Münzel viele Akteure schon aus deren Zeit als Jugendspieler kennt: „So kann ich aus ihnen die Stärken herausholen.“ Außerdem zeichnet Brackels Zweite die Flexibilität aus: „Die Mannschaft beherrscht drei verschiedene Systeme, dazu können viele Spieler auf unterschiedlichen Positionen eingesetzt werden.“ Kräfte wie Frank Kusi oder Daniel Korditschke sorgen für die nötige Torgefahr, Kapitän Thomas Pinkawa wird von seinem Chef als „Fleißbiene“ bezeichnet.

Nach Lage der Dinge spricht dementsprechend wenig dafür, dass die Münzel-Jungs noch ein weiteres Spieljahr in der Kreisliga B verbringen. Im Unterschied zu manch anderer Reserve soll sich die personelle Fluktuation aber beim SV 06 in Grenzen halten. „Der Kader ist in der Konstellation gut genug für die Kreisliga A aufgestellt und wird im Wesentlichen zusammenbleiben“, betont Münzel, der dennoch mit zwei externen Neuverpflichtungen liebäugelt: „Wir haben mit zwei ehemaligen Jugendspielern von uns gesprochen, die woanders unzufrieden sind. Das werden wir aber erst nach dem 17. April intensivieren.“ Dann also, wenn der „Showdown“ hinter dem mutmaßlichen Aufsteiger liegt.

Autor: Christian Müller

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