Henning Schubert machte verstärkt Bekanntschaft mit dem Morast. Bei einer ausgedehnten Einheit mit Torwart-Trainer Werner Scholz gab es kein Pardon, der Schlussmann hechtete klatschnass nach den Bällen. Doch es hat sich schon gelohnt.

WATTENSCHEID: Vom kalten ins lauwarme Wasser

tt
17. Januar 2004, 16:32 Uhr

Henning Schubert machte verstärkt Bekanntschaft mit dem Morast. Bei einer ausgedehnten Einheit mit Torwart-Trainer Werner Scholz gab es kein Pardon, der Schlussmann hechtete klatschnass nach den Bällen. Doch es hat sich schon gelohnt.

Henning Schubert machte verstärkt Bekanntschaft mit dem Morast. Bei einer ausgedehnten Einheit mit Torwart-Trainer Werner Scholz gab es kein Pardon, der Schlussmann hechtete klatschnass nach den Bällen. "Henning ist ein Typ, der lieber zu viel als zu wenig macht. Er ist absolut fußballverrückt, macht und tut. Gestern lag er immer wieder im Matsch. Das ist der richtige Weg", lobt Scholz.

Den Sprung in die kalten Regionalliga-Fluten hat Schubert gut verkraftet. "Mittlerweile hat er schon lauwarmes Wasser erreicht", umschreibt Werner Scholz bildlich die Entwicklung des früheren Münsteraners. Schubert hütete in 15 Liga-Spielen das Tor, erlebte sowohl Wattenscheids höchsten Saison-Erfolg (4:2 gegen Kiel) als auch die peinlichste Pleite (1:6 gegen Bremens Amateure) mit.

Seine Reifeprüfung vor großer Kulisse legte der Student spätestens beim 2:2 auf St. Pauli ab, wo ihm 17.000 tobende Fans bei der Arbeit zusahen. An der Essener Hafenstraße (2:4) verhinderte er in seiner zweiten Nominierung vor allem nach dem Seitenwechsel Schlimmeres, beim 1:2 in Braunschweig verschuldete der 25-Jährige einen Strafstoß. "Aus einem jungen Burschen wird nicht sofort ein Weltklasse-Mann", bittet Werner Scholz um Geduld, "Henning befindet sich in seinem ersten höherklassigen Jahr, gewisse Mängel sind natürlich noch da. Aber wir sprechen darüber und arbeiten daran. Er ist absolut willig und hört sich alle Kritikpunkte an. Ich knalle ihm die Dinge ohne Rücksicht vor den Kopf, halte aber auch meine Hand drüber, wenn er zu Unrecht angegangen wird."

Scholz weiß aus der Erfahrung von 252 Bundesligaspielen, die er für den VfL Bochum und Alemannia Aachen absolvierte, dass Torleute oftmals die Deppen sind. "Bayerns Jean-Marie Pfaff hat früher immer gesagt: Was bei mir drin rein geht, ist unhaltbar. Das können natürlich nur die ganz Großen behaupten. Als Torhüter kriegst Du immer alles vorgehalten, beim 0:1 bist Du Schuld, beim 4:2 wird gefragt, warum es zwei Gegentore gab."

Scholz gibt Schubert mit auf den Weg: "Für einen Schlussmann ist ein gutes Nervenkostüm enorm wichtig. Ich hatte ja vor dem RWE-Spiel schon gesagt: Wenn ein Spieler da nicht motiviert ist, sollte er die Klasse wechseln und künftig vor 25 Zuschauern auflaufen. Für mich hat Henning Schubert seine Feuertaufe bestanden." Was sich künftig noch verbessern muss, ist die Anzahl der Gegentreffer, für die nicht nur der Keeper verantwortlich ist. Werner Scholz: "Bei uns muss öfter die Null stehen. Das ist auch der Lohn für harte Torwart-Arbeit."

Autor: tt

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