Als der VfL am Samstag um 14.32 Uhr mit dem Auslauftraining nach dem tags zuvor errungen 2:1-Erfolg in Zürich begann, saß der Trainer schon wieder im Flieger.

VfL: Zwei Tage frei

Matchplan auf Mallorca

27. März 2011, 16:46 Uhr

Als der VfL am Samstag um 14.32 Uhr mit dem Auslauftraining nach dem tags zuvor errungen 2:1-Erfolg in Zürich begann, saß der Trainer schon wieder im Flieger.

Kaum war nämlich Friedhelm Funkel in Düsseldorf gelandet, da machte er sich auf nach Mallorca, um vor dem Schlussspurt mit sieben „brutalen“ Zweitligaspielen noch einmal Kraft zu tanken. Viele junge, dynamische Trainer würden vielleicht als Erklärung damit rüberkommen, der Kurztrip auf die Sonneninsel diene dazu, einen Matchplan zu entwerfen. Doch der VfL-Coach, der als Spieler und Trainer mehr Bundesligaspiele auf dem Buckel hat als jeder andere, kann darüber nur schmunzeln. „Ich fliege einfach nur, um zwei Tage abzuschalten.“

Ohnehin ist Funkel ein Mann der klaren Worte. Nach dem knappen Erfolg gegen den zwölffachen Schweizer Meister, erklärte er das Folgeprogramm: „Das war okay. Jetzt sollen die Jungs mal gemeinsam ein Bier trinken gehen.“ Heutzutage wird das übersetzt teambildende Maßnahme genannt. Der Trainer hatte allen Grund zufrieden zu sein, denn in einem Spiel, in dem beide Mannschaften auf zahlreiche Stammkräfte verzichteten, war der VfL insgesamt die bessere Mannschaft. Und das, obwohl man den Start auf der Sportanlage Grünfeld gänzlich verschlief. Nachdem Patrick Fabian nach 157 Sekunden so vehement angeschossen wurde, dass der Abpraller im eigenen Tor landete, hatten die Gastgeber noch zwei weitere hochkarätige Möglichkeiten in den Anfangsminuten. Funkel: „Da waren wir noch nicht auf dem Platz, aber dann haben wir uns ins Spiel gekämpft.“

Besonders Mahir Saglik brachte die gegnerische Abwehr immer wieder in Verlegenheit. Trotz eines Lattentreffers der Hausherren, wäre der Ausgleich verdient gewesen. Doch just als die vier aus Bochum angereisten VfL-Fans nach den Auswechselungen von Philipp Heerwagen, Marcel Maltritz, Christoph Dabrowski und Chong Tese um ihr Team fürchteten, drehte der VfL das Spiel. Bemerkenswert, denn die eingewechselten Michel Esser (Tor), Jonas Acquistapace, Oliver Zech und Justin Eilers besitzen alle (noch) keinen Profivertrag. Funkel: „Das ist der Weg des Klubs. Ich werde weiterhin jede Möglichkeit nutzen, Spieler aus der zweiten Mannschaft in Testspielen einzusetzen, um sie kontinuierlich an das Profiteam heranzuführen.“

Am Dienstagmorgen geht es nun weiter. Bis der Coach seinen kompletten Kader zusammen hat, muss er allerdings noch bis Donnerstagnachmittag warten, wenn auch die letzten Akteure von ihren internationalen Einsätzen zurück sind. Ganz oben auf der Tagesordnung steht dann die 45-minütige Videoanalyse der ersten Halbzeit gegen Cottbus. Funkel: „Ich bin keinesfalls nachtragend, aber die Spieler müssen doch ihre Fehler noch einmal sehen, damit sie sie beim nächsten Mal vermeiden.“

Autor:

Mehr zum Thema

Wettbewerbe

Rubriken

Kommentieren