Raus aus der Krise. Nur wie? Wattenscheids Trainer Hannes Bongartz kündigt für Montag eine

SG WATTENSCHEID: Bongartz lehnt "Rasieren" ab

tt
27. Oktober 2003, 10:53 Uhr

Raus aus der Krise. Nur wie? Wattenscheids Trainer Hannes Bongartz kündigt für Montag eine "gnadenlose Aufarbeitung mit Video-Studium" der 1:6-Horror-Show an. Der 52-Jährige: "Ich möchte hören, wie die Spieler sich zu den Gegentoren äußern."

Raus aus der Krise. Nur wie? Wattenscheids Trainer Hannes Bongartz kündigt für Montag eine "gnadenlose Aufarbeitung mit Video-Studium" der 1:6-Horror-Show an. Der 52-Jährige: "Ich möchte hören, wie die Spieler sich zu den Gegentoren äußern."

Der frühere Nationalspieler legt den Finger in die Wunde: "Wenn man unser Mittelfeld gesehen hat, wie ein Rolfes an allen vorbei gelaufen ist, dann wurde ein Klassen-Unterschied deutlich. Toku, Jerat und Stuckmann waren überfordert." Noch schlimmer: Die Deckung präsentierte sich vollkommen unorganisiert. Bongartz: "Wir haben drei Tore aus Standards kassiert, die Lufthoheit war nicht da. Auf Uwe Grauer wurde zuletzt geschimpft und drauf gehauen, jetzt muss man Mal überlegen, ob das alles so berechtigt war." Vertreter Thomas Puschmann lieferte wieder ein Mal den Beweis für mangelnde Konstanz. Gefällig gegen Köln, katastrophal gegen Bremen. Hannes Bongartz: "Dragowich kann man keinen Vorwurf machen, er ist hochgezogen worden, um zu helfen. In erster Linie muss man Puschmann nennen. Er zeigte ein absolutes Fehlverhalten in allen Situationen." Der Coach ohne Umschweife: "Wir müssen das Werder-Spiel in den eigenen Fehler aufarbeiten. Die Bremer waren gnadenlos besser, sie haben sich jung und hungrig präsentiert. Bei uns hatte ich nicht das Gefühl, dass jeder sein Fell so teuer wie möglich verkaufen wollte. Zuhause ist bei uns der absolute Wurm drin, was wir bisher in der Lohrheide abgeliefert haben, war einfach grottenschlecht."

Der zwangsläufigen Frage, ob der Trainer seiner Truppe noch etwas vermitteln kann, weicht Bongartz nicht aus. "Wenn man meint, dass irgendetwas gemacht werden muss, dann ist der Vorstand gefordert, es auszuloten. Wenn die Führungsspieler meinen, dass es mit mir als Trainer nicht mehr funktioniert, dann bin ich der Letzte, der etwas dagegen sagt." Von einer Spieler-"Rasur", die ebenfalls als eines der letzten Mittel beim Krisen-Management gerne angewendet wird, will Hannes Bongartz indes keinen Gebrauch machen: "Wenn man Leute raus schmeißt, fördert das bestimmt nicht den Zusammenhalt."

Autor: tt

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