Chemnitzer FC, der Osten gastiert. Vorurteile sind unangebracht, allerdings kriegt man bestimmte Vorstellungen nicht aus der Birne.

RW ESSEN: "Der Kulisse zeigen, wir rufen einfach alles ab!"

og
24. Oktober 2003, 10:48 Uhr

Chemnitzer FC, der Osten gastiert. Vorurteile sind unangebracht, allerdings kriegt man bestimmte Vorstellungen nicht aus der Birne.

Chemnitzer FC, der Osten gastiert. Vorurteile sind unangebracht, allerdings kriegt man bestimmte Vorstellungen nicht aus der Birne. "Unangenehmer Gegner, undankbar", definiert Essens Coach Jürgen Gelsdorf, "ich erwarte den CFC mit sehr defensiver Ausrichtung." Näher erläutert - Gelsdorf: "Der erste Gegenspieler wird wohl am Anstoßkreis warten." Der 189fache Bundesligaspieler zuckt mit den Schultern: "So weit ist Chemnitz nicht von uns weg."

Der ehemalige Leverkusener spielt mit den Fakten. "Eisen-Karl", grinst Gelsdorf, und meint einen Steffen Karl, ehemals bei Borussia Dortmund und jetzt nach einiger Reisetätigkeit in der Chemnitzer Defensivzentrale gelandet. Einen Sven Teichmann kennt Gelsdorf noch Osnabrücker Zeiten. Der neunfach Bundesliga-Torschütze schreibt das Motto aus. "Wir dürfen nicht zu offen sein, Geduld ist bestimmt angesagt, es könnte unter Umständen ziemlich lange dauern, bis man zum Torerfolg kommt."
Was für den Familienvater auf jeden Fall wichtig ist. "Klasse, wenn meine Jungs nach dem Sieg über Münster gegen Chemnitz nachlegen könnten." Eine dauerhafte intime Präsenz an der Tabellenspitze wäre dadurch möglich.

Und eine Befriedung des etwas gespannten Verhältnisses mit den Anhängern, deren zuletzt frühen Unmutsbezeugungen für einiges Kopfschütteln sorgten. "Pfiffe gehören dazu", lässt sich Gelsdorf nicht beirren, "der Fan äußert dadurch seine Meinug, das Recht hat er." Die Frage stellt sich, wann? Und ist auch immer der wirklich echte Grund da? Gewohnheitsrecht sollte es nicht sein. Gelsdorf: "Das ist doch ein Nehmen und Geben, kein Spieler kann erwarten, dass Jubel aufbrandet, sobald er sich auf dem Platz die Schuhe zubindet. Ich bin mir sicher, der Fan wartet nicht gespannt auf den Fehler." Sein Fazit: "Wir müssen der Kulisse zeigen, wir rufen einfach alles ab."

Autor: og

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