Zum Saisonauftakt in der Primera Division am heutigen Samstag können sich die spanischen Fans auf weitere Topstars freuen. An der Spitze der Liste steht David Beckham von Real Madrid.

Heute Saisonstart in der Primera Division

cle
30. August 2003, 10:42 Uhr

Zum Saisonauftakt in der Primera Division am heutigen Samstag können sich die spanischen Fans auf weitere Topstars freuen. An der Spitze der Liste steht David Beckham von Real Madrid.

Englands Nationalmannschaftskapitän David Beckham startet heute mit seinem neuen Verein Real Madrid in die Primera Division und kann es kaum erwarten, endlich in der spanischen Meisterschaft für seinen Klub aufzulaufen. Der neue Superstar in den Reihen der "Königlichen" fiebert wie Millionen fußballverrückter Spanier dem Saisonstart entgegen.

30. Meistertitel fest im Visier

"Es wird sicher sehr emotional. Wir können viel erreichen, und ich werde das Trikot von Real mit Stolz tragen", sagt der Engländer. Beckham will dem Rekordmeister mit seinen Kollegen Zinedine Zidane, Raul, Luis Figo und Ronaldo zu einem Jubiläum verhelfen: Die Weltauswahl soll den 30. Titel für Real holen. "Das ist eine große Herausforderung für mich. Aber wenn ich glauben würde, ich könnte den Job nicht machen, dann wäre ich nicht gekommen", erklärte der Kapitän der englischen Nationalmannschaft selbstbewusst.

Die Kritik nach seinen ersten Auftritten im Dress der "Königlichen" lässt Beckham zumindest äußerlich kalt. "Ich mache mir darüber keine Sorgen. Ich kann besser spielen und werde es in den kommenden Spielen beweisen. Auch Ronaldo und Zidane wurden zu Anfang kritisiert. Es wurde sogar gesagt, Zidane hätte nicht die nötige Klasse für Real, dabei ist er wahrscheinlich der beste Spieler der Welt", sagte der 28-Jährige.

Die Zuversicht Beckhams, der für 35 Millionen Euro vom englischen Meister Manchester United nach Madrid gewechselt war, wird allerdings nicht von den Medien geteilt. Nach den Abgängen von Erfolgscoach Vincente Del Bosque sowie den Routinier Fernando Hierro und Flavio Conceicao werfen die Experten der Klubführung eine verfehlte Einkaufspolitik vor, die nur noch auf den Transfer von gut zu vermarktenden Stars abziele. Dabei vernachlässige der neue portugiesische Trainer Carlos Queirez die Defensivabteilung seines Teams. Dazu kam zuletzt der Vertragsstreit mit dem französischen Nationalspieler Claude Makelele und die Asientour, die zu Werbezwecken diente anstatt zur Saisonvorbereitung. "Die Tour durch Asien war nicht ideal. Es ist schwer, den Körper wieder in Schwung zu bringen, wenn man kaum schlafen kann. Aber ich will nicht vor der Saison schon nach Ausreden suchen", sagte Nationalspieler Ivan Helguera.

FC Barcelona in Lauerstellung

Sollte Real eine Schwäche zeigen, könnte der 16-malige Meister FC Barcelona davon profitieren. Bei den Katalanen herrscht seit dem Dienstantritt des neuen Trainers Frank Rijkaard wieder Zuversicht, die Vorherrschaft des Erzrivalen zu brechen. "Die Saison soll für uns keine Durchgangsstation sein. Wir wollen Barcelona zurück an die Spitze des internationalen Fußballs führen", verkündete Klubchef Joan Laporta vollmundig und hofft dabei vor allem auf den brasilianischen Weltmeister Ronaldinho, der für 30 Millionen Euro vom französischen Erstligisten Paris Saint Germain kam. Mehr Sorgen als um den sportlichen Erfolg muss sich Laporta um die finanzielle Situation des Traditionsklubs machen. Die Katalanen drückt die unglaubliche Schuldenlast von 220 Millionen Euro. Als erste Maßnahme zur Konsolidierung wurden die Eintrittspreise um bis zu 40 Prozent angehoben. Außerdem bricht der Klub mit seiner Tradition und wird in der kommenden Spielzeit erstmals mit einem Trikotsponsor auflaufen. Auch die Fernsehgelder, die "Barca" wie Real 72 Millionen Euro pro Jahr garantieren, sollen zur Besserung der Finanzmisere beitragen.

72 Millionen Euro TV-Gelder für Real und "Barca"

Die Fernsehgelder waren bis Anfang dieser Woche auch der Grund für einen von mehreren Klubs angedrohten Liga-Boykott. Erst nach langwierigen Verhandlungen einigte sich der Pay-TV-Sender Sogecable mit acht Erstligisten und 22 Zweitligaklubs über strittige Vermarktungsfragen. Vorher hatten nur zwölf renommierte Teams individuelle TV-Kontrakte abgeschlossen. In den nächsten drei Spielzeiten sollen die 30 Klubs 264 Millionen Euro erhalten.

Autor: cle

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