Das Pendel schlug schnell aus! Rot-Weiss Essen verpflichtete als neuen Trainer Jürgen Gelsdorf, der in der letzten Saison noch für den Zweitliga-Aufstieg des VfL Osnabrück verantwortlich war, vor der Saison dann aber von sich aus ging.

RW ESSEN: Gelsdorf verpflichtet - Michael Lusch erst einmal federführend

og
23. September 2003, 15:42 Uhr

Das Pendel schlug schnell aus! Rot-Weiss Essen verpflichtete als neuen Trainer Jürgen Gelsdorf, der in der letzten Saison noch für den Zweitliga-Aufstieg des VfL Osnabrück verantwortlich war, vor der Saison dann aber von sich aus ging.

Das Pendel schlug schnell aus! Rot-Weiss Essen verpflichtete als neuen Trainer Jürgen Gelsdorf, der in der letzten Saison noch für den Zweitliga-Aufstieg des VfL Osnabrück verantwortlich war, vor der Saison dann aber von sich aus ging. Der Fußball-Lehrer unterschrieb bis zum 30.Juni 2004. "Die Stimmung ist sehr positiv", hat Gelsdorf nichts mehr von der verzweifelten Hektik ausgemacht, die die Hafenstraße umgab, als der für den von seinen Pflichten entbundene Harry Pleß engagierte Holger Fach schon wieder die Koffer packte und den Abgang zurück zu Borussia Mönchengladbach vollzog. Gelsdorf kämpferisch: "Ich will jetzt versuchen, mit den Rot-Weissen das zu packen, woran in den letzten beiden Jahren immer eine Kleinigkeit gefehlt hat." Nicht unwichtig, auf eine Option verzichtete der 50-Jährige - Gelsdorf: "Ich habe gesagt, ich möchte das bis zum Sommer machen, wir wollen versuchen, dass wir ganz oben rein kommen und die Klasse höher schaffen." Und weiter. "Wenn alles klappt, wir passen zusammen, bleiben wir auch zusammen." Logisch: Das kann dann alles ganz schnell gehen.
Klar ist für den Ex-Profi: "Die Atmosphäre ist gut, dazu hat natürlich auch beigetragen, dass in den letzten drei Matches neun Punkte geholt wurden." Sein Fazit: "Die Truppe ist wieder in Tritt." Man kann von Trotz im Kader sprechen. Was Gelsdorf entschieden betont: "Ich habe die Entwicklung vorher nur zur Kenntnis genommen, belasten muss uns das nicht mehr." Einen Fach hatte Gelsdorf als Spieler, als er selbst Trainer in Mönchengladbach war. Beurteilen kann er also den Fall.
Kein schlechter Start für Gelsdorf, am Freitag wartet Wuppertal, überraschend wäre es nicht gewesen, im Bergischen Land noch nicht den neuen Coach dabei zu haben. Essen entschied sich anders. Gelsdorf: "Ich werde vorher nicht viel machen, am Mittwoch werde ich zum Team gehen, es in den nächsten Tagen begleiten und sicher auf der Bank sitzen." Gelsdorf zeigt einen bemerkenswerten Zug: "In erster Linie wird Michael Lusch verantwortlich sein. Ich werde mich mit Michael und auch Frank Kontny austauschen. Michael wird auch die Trainingseinheiten leiten." Ergo, der "Co" regelt erst einmal viel. Sein Fazit: "Michael kennt die Jungs, ich werde den Teufel tun, und alles in eine andere Richtung bringen. Ob das notwendig ist, werden wir überhaupt sehen."
Der Kontakt zu RWE kam bereits am Sonntag-Abend zustande, Gelsdorf erfuhr am Abend über Premiere vom Fach-Verduften. Später rief dann Kontny an. Man traf sich am Montag, redete, fand sich gegenseitig überzeugend, unterschrieb das Papier. Übrigens versuchte RWE schon nach der Pleß-Trennung Gelsdorf zu erreichen, allerdings war der mit seiner Familie auf der Sonneninsel Formentera - das Handy war aus. Das lässt einige Schlüsse auf den Fall Fach zu, der immer als der Wunschkandidat der Verantwortlichen galt.

Autor: og

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