Marc-André Narewsky findet sich momentan in prominenter Gesellschaft wieder. Das Wuppertaler Kämpfer-Herz, eigentlich der Abteilung

WUPPERTALER SV: Keine Star-Allüren

tt
28. August 2003, 13:36 Uhr

Marc-André Narewsky findet sich momentan in prominenter Gesellschaft wieder. Das Wuppertaler Kämpfer-Herz, eigentlich der Abteilung "Abfangjäger" zugeordnet, hat in der Regionalliga Nord bereits drei Mal hingelangt. Damit steht Narewsky in der Scorer-Liste neben "großen" Namen wie Alex Löbe (Wattenscheid), Michel Mazingu-Dinzey (Braunschweig), Sascha Wolf (RW Essen) oder Stefan Meissner (Chemnitz).

"Im Moment läuft es ganz gut für mich. In meiner Laufbahn hatte ich schon ein Mal einen ähnlich erfolgreichen Start mit fünf Treffern nach ein paar Begegnungen, danach flaute die Quote allerdings ab. Vielleicht springt diesmal etwas mehr heraus", wäre Narewsky nicht abgeneigt, weiter seine Rolle als "Abfangjäger" mit der des Goalgetters zu kombinieren.

Seine Hauptaufgabe sieht der einstige Dortmunder aber nach wie vor im Stören der gegnerischen Kreativ-Abteilung. "Ich orientiere mich nach eigenem Ermessen nach vorne, wichtig ist natürlich in erster Linie, dass wir insgesamt gut stehen. Bisher habe ich aber in jedem Spiel mindestens ein Mal auf`s Tor geschossen", bilanziert der Verwaltungs-Fachwirt. Narewsky ergänzt mit einem Schmunzeln: "Es kann natürlich sein, dass ich in ein paar Wochen beim nächsten Versuch die Anzeigentafel kaputt schieße."

Über Freud und Leid über die momentane Wuppertaler Spielpause gehen die Meinungen in der euphorisierten Schwebebahn-Stadt auseinander. Narewsky: "Vielleicht ist es gar nicht so schlecht, dass unsere Dresden-Partie verschoben wurde. So können wir ein bisschen zur Ruhe kommen und Kraft auftanken. Man merkt in den einzelnen Begegnungen schon, dass die Anforderungen und das Niveau höher sind, als zuletzt in der Oberliga. Die Spiele stehen meistens bis zum Schluss auf des Messers Schneide."

Mit dem Ertrag zeigt sich der Leistungsträger nach den ersten Auftritten zufrieden. Marc-André Narewsky: "Etwas mehr wäre sogar noch gegangen, wenn das Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig nur 89 Minuten gedauert hätte, aber mit zehn Punkten können wir bisher absolut einverstanden sein. Vom Selbstvertrauen her waren die ersten Erfolge gegen hoch eingeschätzte Gegner enorm wichtig. Wir haben sofort gesehen, dass wir jeden schlagen können." Allerdings weiß der ehemalige Gütersloher auch, dass sich der Wind im Fußball schnell drehen kann. "Die Kunst wird für uns sein, diesen Level über eine möglichst lange Zeit zu halten. Wenn es uns gelingt, bis zur Winterpause konstant weiter zu punkten, müssen wir uns sicherlich nicht verstecken, sondern können dann versuchen, vorne mitzuschwimmen."
Klar ist: Besser als zurzeit kann die Wuppertaler Platzierung nicht mehr werden. Narewsky augenzwinkernd: "Wir haben als Tabellenführer zuletzt vier Tage durchgefeiert." Wieder gewohnt realistisch fügt er hinzu: "Für uns wird es garantiert auch Rückschläge geben. Wenn wir gegen Mannschaften antreten, die betont defensiv spielen, zeigt sich, wie gut wir wirklich sind. Gespannt bin ich außerdem auf unsere Reaktion, wenn wir ein Gegentor kassieren und einen Rückstand aufholen müssen." Dieser Fall trat bisher noch nicht ein. Auch deswegen, weil die taktische Disziplin im WSV-Aufgebot enorm hoch ist und die Arbeits-Moral in allen Mannschaftsteilen stimmt. Narewsky nicht ohne Stolz: "Wenn man alle vier Spiele zusammen zählt, haben wir vielleicht fünf gegnerische Torchancen zugelassen. Das ist ein Produkt der gesamten Mannschaft, in der alle hervorragend mitarbeiten." Star-Allüren sind am Zoo ein absolutes Fremdwort. Marc-André Narewsky: "So etwas würde die Truppe gar nicht zulassen. Wir sind ein echtes Team und treten auch entsprechend auf. Der WSV funktioniert nur als Kollektiv."

Autor: tt

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