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SG WATTENSCHEID: "Vergleich mit Fink ehrt mich"

tt
16. Juni 2003, 12:19 Uhr

Das "Wildern" von Hannes Bongartz hat sich gelohnt. Der Wattenscheider Fußball-Lehrer, der auch im Manager-Bereich eine gute Figur abgibt, angelte sich aus dem Siegerland nicht nur wie von RS angekündigt Allrounder Eric Lukin (24), sondern auch Standard-Spezialist Björn Weikl (26), der für die rechte Seite eingeplant ist.

Das "Wildern" von Hannes Bongartz hat sich gelohnt. Der Wattenscheider Fußball-Lehrer, der auch im Manager-Bereich eine gute Figur abgibt, angelte sich aus dem Siegerland nicht nur wie von RS angekündigt Allrounder Eric Lukin (24), sondern auch Standard-Spezialist Björn Weikl (26), der für die rechte Seite eingeplant ist.
Die Innen-Verteidigung verstärkt der Verler US-Boy Adam Maurer (23), der sich zusammen mit seinem amerikanischen Landsmann Lukin wahrscheinlich eine gemeinsame Wohnung in Wattenscheid nehmen wird. Nach Linksfuß Bastian Pinske (24/Borussia Dortmund Amateure) und Dany Thönes (21/Mittelfeld) von Bayer 04 Leverkusen soll auch "Abräumer" Tim Jerat (21) aus dem Talentschuppen des Vorjahres-Vizemeisters kommen.
"Das ist ein Spieler wie Torsten Fink. Tim Jerat kann einen guten Weg bei uns gehen", klingt Hannes Bongartz optimistisch. Dem wahrscheinlichen Neuzugang ("Ich habe noch nichts unterschrieben und muss am Montag noch ein Mal mit Leverkusen sprechen") gehen die Worte runter wie Öl: "Der Vergleich mit Torsten Fink ehrt mich natürlich. Dadurch sehe ich mich nicht besonders unter Druck gesetzt, das mache ich ohnehin schon selbst. Auch mit der Tatsache, dass in Wattenscheid die Planungen zunächst auf ein Jahr ausgerichtet sind, habe ich kein Problem."
Beim letzten Spiel mit den Bayer-Bubis in der Lohrheide konnte sich Jerat als Einwechselspieler nur wenige Minuten in Szene setzen und bereitete in der Endphase einen Latten-Kopfball von Vranjes vor. "Genau wie beim 2:3 in Osnabrück waren wir seinerzeit nah dran am Erfolg, aber im Endeffekt hatten wir viel Pech. Hinzu kamen die zwei Trainerwechsel von Thomas Hörster zu Peter Herrmann, bevor Dirk Dreher das Kommando zum Schluss übernahm. Zur Rettung hat es nicht mehr gereicht", bilanziert der Trainer-Sohn und gibt zu: "Das war der erste große Negativ-Erlebnis meiner Karriere. Das ist natürlich viel Frust dabei."
Vor seiner fünfjährigen Zeit bei Bayer 04, in der er mit dem A-Jugend-Team Deutscher Meister und - passend zu Leverkusen - ein Mal Vize wurde, jagte Tim Jerat beim 1. FC Köln der Lederkugel nach. "Mein Vater hat mich zu nichts getrieben, ich wäre auch ohne ihn Fußballer geworden", musste der ballgewandte Kämpfer keine elterliche Stallorder befolgen. Jerat: "Ich habe auch Tennis und Basketball versucht, aber dann hat mein Herz für den Fußball geschlagen."
Seine sportliche Heimat sieht der potenzielle Neuzugang als "Abräumer" im defensiven Mittelfeld. "Ich bin kein klassischer Zehner, meine Stärken sind das Zweikampfverhalten und das Pass-Spiel. Heutzutage wird das Spiel immer öfter von hinten heraus angekurbelt. Ich denke, dass ich da einiges bewegen kann." Die Gespräche mit Hannes Bongartz verliefen jedenfalls ganz nach dem Geschmack des Rheinländers: "Die Perspektive ist sehr interessant, sportlich gefällt mir das Konzept an der Lohrheide sehr gut. Im Grunde war schon nach dem ersten Gespräch mit Herrn Bongartz klar, dass ich zur SG kommen werde." An der Lohrheide sind die Planungen vorerst abgeschlossen, möglicherweise wird nach dem Trainings-Auftakt auf einer Position nachgebessert. Der Coach: "Für einen Spieler haben wir noch Platz."

Autor: tt

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