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SG WATTENSCHEID: Dikhtiar nach Seuchen-Jahr auf Vereins-Suche

tt
10. Juni 2003, 16:38 Uhr

Die "Tom und Jerry"-Titel-Melodie "Vielen Dank für die Blumen" fand bei Sergej Dikhtiar keine Anwendung.

Die "Tom und Jerry"-Titel-Melodie "Vielen Dank für die Blumen" fand bei Sergej Dikhtiar keine Anwendung. Als der Wattenscheider Offensivmann beim letzten Heimspiel gegen die Amateure des SV Werder Bremen zusammen mit Carsten Baumann, Sebastian Butz, Marc Bach, Volkan Kiral und den Altintop-Zwillingen verabschiedet werden sollte, fehlte er. Grund: Schwere Erkältung.

Die Tour nach Babelsberg am vergangenen Sonntag bedeutete seine Abschieds-Vorstellung im 09-Dress, wo er mit kurzer Saarbrücken-Unterbrechung seit 1997 spielte. "Wattenscheid war für mich immer ein Club mit Herz, Atmosphäre und Kameradschaft sind immer sehr angenehm gewesen. Deswegen bin ich auch ein bisschen enttäuscht, dass dieses Kapitel nun endet, aber auf der anderen Seite kann ich auch den Verein mit seiner Spar-Politik verstehen."

Dennoch hätte Dikhtiar, der an der Lohrheide zum Rückrunden-Kurzarbeiter (sieben Einwechslungen, kein Mal von Beginn an dabei) mutierte, gerne ein neues, reduziertes Angebot der 09-Chef-Etage gesehen. "Darauf hatte ich ehrlich gesagt gehofft, vielleicht hätte ich dann auch weiter gemacht. Trainer Hannes Bongartz teilte mir aber schon vor ein paar Wochen mit, dass mein Kontrakt nicht verlängert wird. Deswegen kommt diese Situation auch nicht überraschend für mich."

Der 27-Jährige gibt zu: "Ich bin schlechter geworden." Einst hatten die Fans Dikhtiar als trickreichen Wirbelwind in Erinnerung, doch die Unbekümmertheit und die technischen Finessen in Eins-gegen-Eins-Situationen blieben in dieser Saison fast völlig im Verborgenen. Dikhtiar: "Man muss sicherlich bedenken, dass ich sechs Monate lang verletzt war. Als mein Innenbandabriss im Knie ausheilte, kam gleich der nächste Rückschlag. Winter-Vorbereitung und Trainingslager fanden ohne mich statt, als ich wieder fit war, lief die Rückrunde bereits, da konnte man keine großen Ansprüche stellen."

Neben der angekratzten körperlichen Fitness hatte der frühere Schalker auch mit "unglaublichen privaten Problemen" zu kämpfen. Dikhtiar: "Ich möchte nicht ins Detail gehen, muss aber zugeben, dass der Kopf nicht immer frei war."

Eine konkrete Offerte hat der Offensiv-Spieler noch nicht auf dem Tisch, derzeit sondiert sein Berater die ersten losen Kontakte. "Ich gerate keinesfalls in Panik, wenngleich mir schon klar ist, wie eng sich der Spielermarkt momentan gestalet", sagt Sergej Dikhtiar und ergänzt: "Ich freue mich richtig darauf, wieder richtig fit zu werden und dann zu spielen. Wenn ich einen Regionalligisten finden würde, wäre das richtig super." Selbst eine Etage tiefer könnte sich der Ex-Profi im Fall der Fälle ein Engagement vorstellen: "Ich lehne die Oberliga bestimmt nicht kategorisch ab." Beim Abschluss-Kick in Babelsberg kann Dikhtiar letztmalig vor der Sommerpause etwas Werbung in eigener Sache betreiben. "Ich habe Erfahrung, bin im besten Fußball-Alter, mein Name ist den Leuten trotz dieser enttäuschenden Saison noch geläufig." Das macht Mut bei der Suche nach einem potenziellen neuen Arbeitgeber.

Autor: tt

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