RWE: Pleß: "Kein Mainz der dritten Liga werden"

og
07. Juni 2003, 13:45 Uhr

"Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen." Genau so trällerte einst Katja Epstein ihren Schlager. Fraglich, ob RWE am Sonntag etwa ab 15.47 Uhr nach dem Match bei den Amateuren von Werder Bremen (Anstoß 14 h) einstimmt.

"Wunder gibt es immer wieder, heute oder morgen können sie geschehen." Genau so trällerte einst Katja Epstein ihren Schlager. Fraglich, ob RWE am Sonntag etwa ab 15.47 Uhr nach dem Match bei den Amateuren von Werder Bremen (Anstoß 14 h) einstimmt. Fakt: Essen muss gewinnen, Osnabrück muss parallel zuhause verlieren, damit der Rückstand von drei Zählern aufgeholt wird. "Jeder hat doch gesehen, was beim Zweitligafinale in Frankfurt passiert ist", umreißt Essens Coach Harry Pleß. Weiß auch jeder, warum? Pleß lässt sich nicht beirren, was bleibt ihm auch übrig. "Verl hat in Unterzahl an der Bremer Brücke 2:1 gewonnen." Stimmt, allerdings - Pleß: "Ich möchte nicht zum Mainz der dritten Liga werden."
Grau ist alle Theorie. "Wir wollen das alles überhaupt nicht durchspielen", wiegelt Nico Schäfer, Essens Geschäftsführer unwillig ab. Alle Erkundigungen wurden aber eingezogen: Erst zählt das Torverhältnis, dann ergänzend die Anzahl der geschossenen Treffer, anschließend der direkte Vergleich.
Pleß unterstreicht deutlich: "Wir müssen uns einzig und alleine auf Bremen konzentrieren. Werder wird uns nichts schenken, diese Jungs freuen sich auf das Spiel in der großen Arena, endlich sehen sie einmal Zuschauer, dann will keiner verlieren." Und außerdem - Pleß: "Werder fährt danach noch am Abend nach Mallorca, die Reise soll nicht mit Frust anfangen. Druck kennen diese jungen Burschen überhaupt nicht, die Saison wurde doch schon länger eingefahren."
Um eventuelle Reise-Strapazen zu vermeiden, logiert RWE von Samstag auf Sonntag in Bremen. "18 Akteure nehmen wir mit", kündigt Pleß an, "wir arbeiten vor allen Dingen noch intensiv an den taktischen Fragen, die Standards müssen wieder die gewohnte Stärke haben." Vor allen Dingen deshalb, weil auf Bremer Seite - so Pleß - "Profi-Funkturm" Björn Schierenbeck nicht mehr auflaufen darf, somit das Kopfballspiel wichtig wird. Pleß nickt ab und nennt einen Namen: "Marco Kück." Gut für Essen: Werders Torjäger Nelson Haedo-Valdez (14 Treffer) liegt auch auf Eis. Pleß: "Bremen geht trotzdem gnadenlos ab." Und bog beim 2:2 gegen Wattenscheid ein 0:2 um.
Trotz aller Fixierung auf Bremen, die Grübelei ist da - Pleß. "Wir wissen nicht, wie sich Kiel präsentiert. Wir fragen uns auch, sind die Holsteiner motiviert, reißen sie noch was?" Wie auch immer, RWE muss in Vorleistung treten - Pleß: "Man stelle sich die fatale Konstellation vor, Kiel gewinnt und wir holen nur ein Remis." Der Baum würde noch mehr brennen, als er jetzt schon intern lodert.
Was während des Regionalliga-Zieleinlaufs passiert, kann kaum prognostiziert werden. "Ab der 70. Minute wird in den Matches was abgehen", kündigt Pleß an, "vielleicht wird es wie im letzten Jahr, alles war erst in der 93. Minute entschieden." Was vorausgesagt werden kann - Pleß: "Wir werden entweder zweiter, dritter oder vierter." Vierter nur, wenn Wattenscheid in Paderborn hoch gewinnt, Essen zeitgleich unter geht. Pleß beschreibt: "Mit Platz drei tritt man als Bundesligist in der Champions Leauge-Quali an, in der zweiten Liga steigt man auf, nur in der Regionalliga erhält man Blech." Das soll kein Thema werden - Pleß energisch: "Mit einem Sieg gegen Werder können wir die kleine Chance wahren, die es eigentlich überhaupt nicht gibt. Auf jeden Fall ist es ein echtes Finale." Nicht ganz, das wäre bei Punktegleichheit gegeben, dann wäre ein Preisschießen die Folge gewesen.

Autor: og

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