Zeitreise! Vor knapp 17 Jahren, in der Zweitliga-Spielzeit 1989/90, gewann Rot-Weiss Essen mit 2:1 beim SC Freiburg durch Tore von Willi Landgraf und Dirk Helmig.

RWE: Wehlage in Freiburg wieder Alternative - Lorenzón und Löbe passen

og
28. Januar 2007, 12:02 Uhr

Zeitreise! Vor knapp 17 Jahren, in der Zweitliga-Spielzeit 1989/90, gewann Rot-Weiss Essen mit 2:1 beim SC Freiburg durch Tore von Willi Landgraf und Dirk Helmig.

Zeitreise! Vor knapp 17 Jahren, in der Zweitliga-Spielzeit 1989/90, gewann Rot-Weiss Essen mit 2:1 beim SC Freiburg durch Tore von Willi Landgraf und Dirk Helmig. Trainer war damals Hans-Werner Moors, auf der anderen Bank saß ein gewisser Lorenz-Günther Köstner. Der Mann ist jetzt für RWE verantwortlich und zwar seit dem 17. November 2006. Am heutigen Sonntag, 28. Februar, hätte der 54-Jährige nichts dagegen, wenn seine Truppe, die als aktueller Tabellenvorletzter ab 14 Uhr im Badenova-Stadion aufläuft, wieder einen Erfolg einfährt, um sich für die folgende Club-Jubiläumsfete zum 100. Wiegenfest am Donnerstag, 1. Februar, in Stimmung zu bringen. Vorab soll es im übrigen noch eine Festivität geben, ab Dienstag, 30. Januar, hat Köstner nämlich 55 knackige Jährchen auf dem Buckel.

Randnotiz: RWE beendete die Spielzeit 89/90 im übrigen als Sechster, Freiburg als 13. Dem gebürtigen Wallenfelsener Köstner wird zum Abschluss dieser Spielzeit Rang 14 reichen, dann wäre die Mission erfüllt und der Revierverein verbleibt in Liga zwei, was aus den Breisgauern wird, dürfte im Pott so interessant sein, wie der Sack Reis, der in China umfällt. Köster, dessen Vertrag sich im Rettungsfall um ein Jahr verlängert - was in der Branche genau so viel bedeutet wie der genannte Sack Reis - war am Freitag-Abend beim Match Braunschweig gegen Jena, wählte den Weg per Zug. Das Wetter ließ in den letzten Tagen in Essen nur vorsichtige Arbeit zu, weitere personelle Verluste waren zu vermeiden. Victor-Hugo Lorenzón (Faserriss) muss für Freiburg passen, auch Stijn Haeldermans (noch nicht fit genug) und Alexander Löbe (Achillessehnenprobleme) sind nicht im Kader. "Alle Jungs haben sich große Mühe gegeben", bescheinigt Köstner gute Arbeitseinstellung "auf schwierigem Geläuf."

Köstner erläutert die Einzelfälle - der Stürmer: "Alex hat es nicht geschafft." Der italo-argentinische Mittelfeldspieler: "Bei Victor wäre das einfach zu gefährlich. So haben wir die Chance, dass er am Montag oder Dienstag wieder voll zur Verfügung steht." Ein Einsatz in Freiburg birgt dagegen die Aussicht auf einen wochenlangen Ausfall. Zum "zentralen" Belgier: "Das dauert mindestens noch zwei bis drei Wochen. Da geht kein Weg vorbei." Dafür fuhr Holger Wehlage nach auskuriertem Adduktoren-Faserriss am Samstag ab 7.30 Uhr mit im Bus in Richtung Schweizer Grenzgebiet. "Er ist eine gute Alternative", bescheinigt Köstner, der die Option hat, den zuletzt keineswegs überzeugenden Michael Bemben auf der rechten Außenbahn zu ersetzen. "Das warte ich noch ab", will sich Köstner - 1975 als Spieler mit Mönchengladbach UEFA-Cup-Sieger und Deutscher Meister - bis kurz vor dem Match noch alle Möglichkeiten offen lassen. Stefan Lorenz unterzog sich am Freitag einer Zahn-OP. "Da müssen wir aufpassen, er rief mich am Freitag-Morgen früh um 7.30 Uhr an, er hatte kaum geschlafen." Bemben könnte somit auch eine Position nach hinten zurück in die Kette rutschen. Köstner zuckt mit den Schultern: "Es kommen sehr viele Sachen zusammen."

So ein selbstbewusster Gegner, Freiburg läuft mit dem 1:0-Auswärtssieg beim Aufstiegs-Anwärter Hansa Rostock im Gepäck auf. "Die Mannschaft hat sich diesen Sieg erarbeitet, eine konzentrierte Vorbereitung absolviert und den Lohn eingefahren", legt sich SC-Trainer Volker Finke fest. Daniel Schwaab, für Freiburg rechts in der Viererkette, kündigt für RWE einen heißen Tanz an: "Wir müssen gegen Essen nachlegen." Seine Prognose für die heutigen 90 Minuten: "Ein Geduldsspiel."

Autor: og

Kommentieren