Schwerer Rucksack! Als Tabellenvorletzter, der mit fünf Punkten Rückstand auf die rettenden Plätze eine eher unwirkliche Überlebensperspektive besitzt, hilft nur bedingungsloser Einsatz.

RWE: Bedingungen suboptimal, Jammerei tabu - Abbruch

og
11. Januar 2007, 16:20 Uhr

Schwerer Rucksack! Als Tabellenvorletzter, der mit fünf Punkten Rückstand auf die rettenden Plätze eine eher unwirkliche Überlebensperspektive besitzt, hilft nur bedingungsloser Einsatz.

Schwerer Rucksack! Als Tabellenvorletzter, der mit fünf Punkten Rückstand auf die rettenden Plätze eine eher unwirkliche Überlebensperspektive besitzt, hilft nur bedingungsloser Einsatz. Lorenz-Günther Köstner, seit dem 17. November neuer Coach in Essen, fordert den auch auf Zypern, in Paphos, auf dem Trainingsplatz des vier Sterne-Hotels Avanti: "Es geht nur gemeinsam. Jeder im Team muss noch mehr Verantwortung übernehmen." Der 54-Jährige bescheinigt: "Die Hälfte der Vorbereitung ist um, grundsätzlich bin ich mit der Art und Weise der Arbeit zufrieden. Die Jungs ziehen gut mit." Wobei das Ambiente nicht unbedingt exzellent ist, was aber für Köstner überhaupt kein Grund ist, herum zu toben, der Mann ist pragmatisch: "Als ich Co-Trainer in Stuttgart war", das war unter Chef Christoph Daum, "haben wir ein Lager gehabt, das völlig daneben war, später wurden wir Meister." Essen will 14. werden. Köstner: "Paphos ist nicht optimal, aber aus einer schlechten Flanke kann man auch eine gute Flanke machen. So was kann zusammen führen." Fest steht, Essen bricht das Trainingslager heute, Donnerstag ab, kehrt zurück.

Am Samstag wird ab 14.30 Uhr beim 1.FC Bocholt, Nordrhein-Oberligist, getestet (Hünting). Der russische Erstligist Luch-Energiya Vladivostok sagte ab, RWE benötigt aber Praxis, der Grund für die frühe Abreise. Um 13.50 Uhr landet RWE in Frankfurt, ist etwa 17.30 Uhr am Georg Melches-Stadion.

Der Kaderzuwachs bleibt noch aus, die Abteilung Attacke soll bekanntlich aufgestockt werden. "Dass noch keine Neuzugänge da sind, ist unbefriedigend", macht Köstner aus seinem Herzen keine Mördergrube. Namen gibt und gab es: Jovan Damjanovic (SV Ried), Stanko Svitlica (Wisla Krakau), Conor Casey (Mainz 05), Bakary Diakite (Mainz 05 - jetzt Koblenz), Srdjan Lakic (Hertha BSC), Solomon Ndubisi Okoronkwo (Hertha BSC). Köstner hat die Liste auf seinem Nachttisch liegen. "Casey gehört zu den Leuten, die nicht wollen, er stellt sich das Ausland vor." Zum Beispiel die holländische "Eredivisie" und den RKC Waalwijk (bewirbt sich im Portugal-Trainingslager).

Alles eine Frage, wie man als Club einen attraktiven Augenaufschlag hinkriegt, in Essen nicht mit dem Hinweis auf die überragende sportliche Lage. Köstner: "Es ist schwer, einen Akteur zu kriegen, wir benötigen zwei. Machen wir uns nichts vor, die müssen bereit sein, zum Tabellenvorletzten zu kommen, das ist ein Faktor." Sein Fazit: "Es gibt einige, die wollen nicht, andere, die dürfen nicht, weil sie keine Freigabe erhalten." So zum Beispiel Mittelfeldakteur Marco Löring (FC Augsburg.

Am Ball will und muss RWE bleiben - Köstner: "Wenn man jetzt nicht verpflichtet, macht man sich hinterher Vorwürfe, wie schnell kann es passieren, dass sich jemand verletzt." Die Zeit rennt, am Freitag, 19. Januar, will Kaiserslautern den Startschuss für das Aufstiegsrennen in Richtung Bundesliga geben, will an der Hafenstraße siegen. Köstner: "Trübsal wird nicht geblasen, wir führen Gespräche. Olaf Janßen und ich kämpfen, damit noch Transfers gelingen.

Vom unverständlichen Trip, Leuten wie einem Danko Boskovic den Abgang nahe zu legen, ohne Nachfolger präsentieren zu können, ist man abgerückt. "Danko macht einen guten Eindruck, er trainierte in der Pause durch." Ein Ausfall, wie der des Italo-Argentiniers Victor-Hugo Lorenzón (Knie) wäre übel. Köstner: "Wir kämpfen auch ganz intensiv darum, dass Victor gegen Kaiserslautern auflaufen kann." Den Kampf hat Holger Wehlage verloren, der noch deutlichen Rückstand nach einer Mandel-Operation hat. Köstner: "Holger sollte wenn möglich zu einer Alternative werden." Abschminken, der Ex-Duisburg hat jetzt auch Probleme mit den Adduktoren!

Rigoros legt sich der Fußball-Lehrer bereits bei der Besetzung der Torhüterrolle fest. "Die Frage wird nicht wieder aufgerollt, Karim Zaza bleibt die Nummer eins, die anderen beiden müssen sich anbieten." Daniel Masuch und André Maczkowiak. Zaza, der beim zweiten Test gegen AK Paphos 90 Minuten zwischen den Pfosten stand, erhielt am Dienstag-Abend zu seinem 32. Geburtstag beim Abendessen vom Hotel eine Geburtstagstorte.

Und alles lässt sich bekanntlich auf eine knackige Formulierung reduzieren, Köstner lässt sich nicht lange bitten: "Die Philosophie für die nächsten Monate heißt: Hinten kompromisslos, in der Mitte verantwortungsvoll, vorne Risiko ohne Ende."

Autor: og

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