Der Frühling wird vor allem von den Fussballern des SuS Haarzopf herbeigesehnt. Am heimischen Föhrenweg ist von November bis März kein Spielbetrieb möglich.

SuS Haarzopf

Wenn der Platz den Aufstieg vermasselt

Martin Herms
24. Februar 2011, 20:55 Uhr

Der Frühling wird vor allem von den Fussballern des SuS Haarzopf herbeigesehnt. Am heimischen Föhrenweg ist von November bis März kein Spielbetrieb möglich.

Beobachter der Essener Amateurszene dürften sich am Wochenende verwundert die Augen gerieben haben, als bekannt wurde, dass die Partie zwischen SuS Harzopf II und NK Croatia Essen aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes abgesagt wurde. Immerhin hat sich die Wetterlage in Essen seit dem Schneechaos im Dezember deutlich verbessert, so dass auf allen Plätzen im Essener Raum der Ball wieder rollt - außer in Haarzopf.

Ulrich Ostermann, Abteilungsleiter der Fussballabteilung beim SuS, hat mit der Platzproblematik seit einigen Jahren zu kämpfen: "Unser Sportplatz ist während der Winterzeit in einem katastrophalen Zustand. Im Gegensatz zu anderen Aschenplätzen erholt er sich nur sehr schlecht vom nächtlichen Frost. Wenn es am nächsten Tag wärmer wird, versinkt man im Schlamm. Die letzten drei Winter waren sehr hart und haben die Verhältnisse von Jahr zu Jahr schwieriger gemacht", erklärt Ostermann die schwierige Lage am heimischen Föhrenweg.

Auf der Prioritätenliste ganz weit unten

Dabei erhielten die Haarzopfer, die ihre Anlage seit Mai vergangegen Jahres in eigenverantwortlicher Nutzung verwalten, im Jahr 1999 einen nagelneuen Tenne-Platz. Die Probleme während der Winterzeit konnten trotz des neuen Geläufs nicht behoben werden. Helfen könnte ein neuer Kunstrasenplatz, der jedoch laut Ostermann nur schwer zu realisieren sei: "Dadurch, dass wir vor elf Jahren ein neues Spielfeld erhalten haben, stehen wir auf der Prioritätenliste der Stadt ganz weit unten. Möglich wäre dieses Vorhaben nur über eine Eigenfinanzierung. Doch jeder dürfte wissen, was das für ein Kraftakt wäre. Trotzdem möchten wir dieses Projekt in Angriff nehmen und hoffen zumindest auf eine Teilfinanzierung von Seiten der Stadt."

Aufgrund der fehlenden Trainingsmöglichkeiten während der Wintermonate resultieren zwangsläufig offensichtliche Nachteile im sportlichen Bereich. Bezeichnenderweise spielen die Grün-Weißen seit Jahren im Vergleich zur Hinrunde eine extrem schwache Rückrunde. Die Haarzopfer werden mittlerweile häufig als die "Unaufsteigbaren" bezeichnet.

"Mir bleiben nur Trainingsmethoden nach der Art von Magath"

Für den Trainer der Bezirksliga Mannschaft, Joachim Dünn, hängt diese Entwicklung stark mit den Bedingungen am Föhrenweg zusammen: "Seit Mitte November konnten wir nicht ein einziges Mal auf dem Platz trainieren. Mir bleiben nur Trainingsmethoden nach der Art von Felix Magath. Das bedeutet unzählige Joggingrunden und Treppenläufe an der Grugamesse", sagt der Übungsleiter und zeigt sich ratlos: "Was soll ich sonst ohne ein Spielfeld machen? Im Vergleich zu den anderen Mannschaften sind wir zur Zeit klar im Nachteil. Das ist so, als wolle man Brötchen ohne Backofen backen".

Am kommenden Sonntag empfängt der SuS um 15 Uhr VFR 08 Oberhausen. Gut möglich, dass einige Spieler bereits über Alternativen für einen freien Tag nachgedacht haben.

Autor: Martin Herms

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