Während der Tabellendritte MSV am Samstag Nachmittag von Düsseldorf mit der LT 0132 Richtung Faro abhob und dort gegen 17 Uhr landete, saß Stefan Blank zuhause.

MSV: Volle Rückendeckung für arg gefrusteten Linksfuß

tt
08. Januar 2007, 09:20 Uhr

Während der Tabellendritte MSV am Samstag Nachmittag von Düsseldorf mit der LT 0132 Richtung Faro abhob und dort gegen 17 Uhr landete, saß Stefan Blank zuhause.

Während der Tabellendritte MSV am Samstag Nachmittag von Düsseldorf mit der LT 0132 Richtung Faro abhob und dort gegen 17 Uhr landete, saß Stefan Blank zuhause. Der Duisburger "Pechvogel" gibt zu: "Ich wäre unheimlich gerne dabei gewesen, hätte in Portugal etwas Fitness machen und vor allem auch abschalten können. Aber die Gesundheit besitzt nun Mal eindeutig Vorrang. Im Flugzeug wäre der Luftdruck wegen meiner Thrombose sicherlich ein Problem geworden, das wollte ich mir lieber ersparen."
So konzentriert sich der ehemalige Lauterner in heimischen Gefilden auf die wenigen Aktivitäten, die er zurzeit ausüben kann. "Ich mache hier Fahrrad- und Kraft-Training, so weit es eben geht. Vielmehr ist momentan nicht drin, damit muss man sich abfinden." Für einen ehrgeizigen Sportler wie ihn eigentlich eine mittlere Katastrophe. Blank: "Ziel war es eigentlich, Anfang Januar wieder einzusteigen. Normalerweise dauert so eine Geschichte etwa ein halbes Jahr, wir hatten darauf gehofft, dass es etwas schneller geht. Leider klappt das nicht, ich muss weiter Geduld haben. Es bringt nichts, sich unnötig Stress zu machen."
Der 29-Jährige nimmt weiterhin blutverdünnende Medikamente. "Ich hoffe, dass die Thrombose so abklingt." Blank weiß, dass alles noch viel schlimmer hätte kommen können. "Bei Alemannia Aachen gibt es einen Fall, in dem ein Spieler mit einer Lungen-Embolie ausfällt. Das dauert noch viel, viel länger. Bei mir wurde der Sachverhalt zum Glück frühzeitig erkannt, man konnte reagieren. So eine Thrombose kann sich auch lebensbedrohend entwickelt, vor allem dann, wenn es Richtung Herz geht. Gar nicht auszumachen, was da alles hätte passieren können", verdeutlicht der ehemalige St. Paulianer.

Wie verarbeitet "Blanki" die ungewollte Auszeit vom Kopf her? "Als ich zwischen Weihnachten und Neujahr davon erfahren habe, dass sich die Sache noch länger hinzieht, da war das für mich wie ein Schlag ins Gesicht. Wenn man da beim Arzt sitzt und das weitere Vorgehen bespricht, darauf hofft, bald wieder einzusteigen, dann ist so eine Nachricht schon ein ziemlicher Schock. Klar, dass ich da ziemlich fertig war, so etwas geht nicht spurlos an einem vorüber."

Doch der Sommer-Neuzugang befindet sich in guten Händen, bekommt zudem wichtige Unterstützung: "Das gesamte Trainer-Team hat mir Mut zugesprochen, ich genieße volle Rückendeckung, auch Präsident Walter Hellmich steht hinter mir. Dazu hat mich auch meine Familie aufgebaut, das tut natürlich gut."

Seinen Kampfgeist hat der 39-fache Bundesliga-Akteur nicht verloren. "Ich habe Trainer Rudi Bommer schon gesagt, dass ich beim Rückrunden-Spiel gegen Köln wieder auflaufen will." Realistisch fügt Blank allerdings hinzu: "Wenn ich in dieser Saison noch ein Mal zum Einsatz kommen sollte, dann wäre das wirklich ein Traum." Sobald für den 1,93-Meter-Mann aus der medizinischen Abteilung das Start-Signal ertönt, muss er zwangsläufig ein Riesen-Wettkampf-Pensum aufholen. Da die Saison schon im Mai auf die Zielgerade einbiegt, dürfte sich der Traum kaum umsetzen lassen. Blank: "Mental bereite ich mich darauf vor, zur Vorbereitung auf die neue Saison im nächsten Sommer wieder richtig einzusteigen. Ich möchte dann topfit zurück kommen, auch wenn so eine lange Pause noch so schwer ist. Aber es geht nun Mal nicht anders." Das Energiebündel fügt an:

"Es ist schon komisch, wenn man unbedingt etwas zum Aufstieg beitragen möchte, aber nichts machen darf. So eine schwierige, lange Ausfall-Unterbrechung hatte ich in meiner Karriere noch nie. Es gab Mal Verletzungen, die drei, vier Wochen gedauert haben, doch das war ja noch überschaubar."
Trotz der gesundheitlichen Tiefschläge zeigt sich der Familienvater gewohnt kämpferisch und kündigt fast schon trotzig an: "Ich habe in meiner Karriere so viele Rückschläge erlebt, dass mich so etwas auch nicht aus der Bahn wirft. Ich bin ein Typ, der sich immer durchbeißt und der immer wieder aufsteht. So wird es auch diesmal sein."

Autor: tt

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