Der Wuppertaler SV kommt einfach nicht vorwärts! Nach sieben Zählern aus drei Partien verpasste Eintracht Trier dem WSV Borussia eine 1:3 (0:2)-Heimschlappe.

WSV - Trier 1:3

Runge: "Ich vermisse echte Männer"

Krystian Wozniak
22. Februar 2011, 23:00 Uhr

Der Wuppertaler SV kommt einfach nicht vorwärts! Nach sieben Zählern aus drei Partien verpasste Eintracht Trier dem WSV Borussia eine 1:3 (0:2)-Heimschlappe.

Die Hausherren begannen das Match gegen die Gäste aus der Römerstadt, genauso wie das letzte Heimspiel gegen Borussia Dortmund II - sehr schwach! Bereits nach zwei Spielminuten holte Sascha Samulewicz Eintracht-Stürmer, Ahmet Kulabas, von den Beinen und der Schiedsrichter entschied zu Recht auf Foulelfmeter. Diesen verwandelte Fahrudin Kuduzovic bombensicher. "So blöd dürfen wir uns einfach nicht anstellen. Wir haben wieder einmal eine Halbzeit komplett verpennt", analysierte Rachid El Hammouchi, der mit seinem Fehlpass entscheidenden Anteil am Zustandekommen des Elfmeters gehabt hatte. [infobox-right]
WSV: Samulewicz – van den Bergh (46.Pagano), Haas, Zinke, Moosmayer – El Hammouchi – Ernst (77.Holt), Heppke, Trisic (46.Zent) – Kastrati, Assauer.
Eintracht Trier: Poggenborg – Cozza, Karikari, Hollmann, Zittlau – Kraus (84.Kempny), Kuduzovic, Kohler, Meha (88.Dingels) – Kulabas, Mössner (60.Bacht-Staudinger). Trainer: Roland Seitz
Schiedsrichter: Dominik Nowak (Bottrop)
Tore: 0:1 (2.) Kuduzovic, 0:2 (33.) Kulabas, 1:2 (68.) Pagano, 1:3 (87.) Kulabas
Gelb: Samulewicz, Haas, Kastrati
Zuschauer: 1513
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Doch ganz so desolat, wie zuletzt in den Anfangsminuten gegen den BVB-Nachwuchs, waren die Wuppertaler gar nicht. Denn Bekim Kastrati (10.) hatte nach einer wunderschönen Kombination von Milko Trisic, der den Vorzug vor Erhan Zent erhalten hatte, El Hammouchi, Jerome Assauer und Markus Heppke, den Rückstand eigentlich schon egalisiert, doch der Albaner stand wenige Zentimeter im Abseits.

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Kurz danach hatte WSV-Torjäger Jerome Assauer (13.) den Ausgleichstreffer auf dem Schlappen. Doch der Angreifer scheiterte, nach einem Zuckerpass von Heppke, an Andre Poggenborg. Auf dem rutschigen Geläuf ging es hin und her. "Eigentlich ist es eine Unverschämtheit, dass überhaupt angepfiffen wurde", befand Wuppertals Kapitän Tom Moosmayer.

Trotz der widrigen Bedingungen konnten sich die 1513 Zuschauer im Zoo-Stadion nicht über Mangelware an Torchancen beschweren. So hatten auch die Gäste durch Alban Meha (25.) und Kulabas (26.) gute Einschussmöglichkeiten. Beide Male hieß der Sieger Sascha Samulewicz. Die nächste davon nutzte jedoch Kulabas (34.), der erst im Winter nach Trier gewechselt war, zum 2:0 für seine Farben - "Samu" blieb diesmal ohne Abwehrmöglichkeit. "Wenn du so früh mit 0:2 zurückliegst, dann steigt der Druck natürlich. Trotzdem hatten wir genügend Möglichkeiten, um wieder heranzukommen", sagte WSV-Coach Michael Dämgen.

Hier hatte Dämgen sicherlich die Szenen aus Durchgang zwei in Gedanken. Zuerst verpasste Kastrati (50.) eine gute Chance, dann konnte der eingewechselte Silvio Pagano (68.) endlich verkürzen, bevor erneut Kastrati (86.) den Ausgleich kläglich vergab. Fast im Gegenzug entschied dann Kulabas (86.) die Partie zu Gunsten der Eintracht. "Wir hatten schon in einigen Szenen Glück. Doch unter dem Strich sind wir sehr froh, hier in Wuppertal gewonnen zu haben. Ich kann der Mannschaft nur ein Riesenkompliment aussprechen", war Gästetrainer Roland Seitz zufrieden.

Im Lager der Bergischen sah die Stimmung ganz anders aus. "Wir haben erst in Halbzeit zwei sehr gut gespielt. Trotzdem bin ich von den Jungs enttäuscht", bilanziert Friedhelm Runge und erklärte: "Die Trierer haben in den ersten 45 Minuten gleich elf taktische Fouls begangen und wir kein einziges. Du kannst Fußball nicht nur spielen, sondern musst auch laufen und kämpfen. Ich vermisse in unserer Mannschaft echte Männer."

Coach Dämgen ging zwar nicht so weit, wie der WSV-Boss, doch auch er konnte seine Enttäuschung nicht verhehlen. "Wir haben eine große Chance verpasst. Mit einem Sieg hätten wir an das obere Drittel anklopfen können. Wir haben uns viel mehr ausgerechnet, das war zu wenig. Ich fühle eine Riesenenttäuschung."

Autor: Krystian Wozniak

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