Ohne Michael Ballack, aber mit einem ganzen Arsenal an Kälteschutzmitteln hat Bayer Leverkusen die Reise in den

Bayer 04: EL-Vorschau

Zitterspiel im "Gefrierschrank Charkow"

sid
16. Februar 2011, 12:20 Uhr

Ohne Michael Ballack, aber mit einem ganzen Arsenal an Kälteschutzmitteln hat Bayer Leverkusen die Reise in den "Gefrierschrank Charkow" angetreten.

Als der Sonderflieger am Mittwoch in der ukrainischen EM-Stadt nach der Landung die Türen öffnete, kroch allen Beteiligten des Bundesliga-Zweiten in Sekundenschnelle die minus 15 Grad kalte Luft in die Hosenbeine. "Es war in Trondheim schon furchtbar kalt. Das ist nicht das, was man sich unter Fußball vorstellt. Trotzdem sind wir gerüstet", sagte Bayer-Sportchef Rudi Völler vor dem Hinspiel in der Europa-League-Zwischenrunde am Donnerstag (17.00 Uhr/Sky und Sat.1) beim ukrainischen Klub Metalist Charkow.

Extra-Schals, Vaseline für die Haut, und, und, und - im Kampf um den Achtelfinal-Einzug überlässt Bayer nichts dem Zufall. Immerhin hatte die Europäische Fußball-Union UEFA ein Einsehen und verlegte den Anstoß von 22.00 Uhr Ortzeit um vier Stunden nach vorne auf 18.00 Uhr. "Ob es jetzt minus 15 oder minus 18 Grad sind, ist nicht so entscheidend. Das Problem ist die beißende Kälte", erklärte Hanno Balitsch und verwies auf den eisigen Wind, der die ganze Angelegenheit noch kälter erscheinen lässt. "Da müssen wir uns durchbeißen. Aber das haben wir in Trondheim auch gut hinbekommen."

"Wir müssen eine Top-Leistung bringen"

Wohl wahr, Anfang Dezember hatte die Werkself bei ähnlichen Temperaturen bei Rosenborg Trondheim 1:0 gewonnen und den vorzeitigen Einzug in die K.o.-Runde perfekt gemacht. Die Zwischenrunde soll dabei nur Durchgangsstation sein. "Sicher ist Charkow eine unbekannte Größe, aber in zwei Spielen müssen wir den Gegner packen", forderte Völler. Das Rückspiel findet eine Woche später in Leverkusen statt. Im Achtelfinale würden dann "heißere Spiele" gegen den SSC Neapel oder den FC Villarreal warten.

Unterschätzen will Trainer Jupp Heynckes den Tabellendritten der Premjer-Liha aber nicht. "Das ist eine Mannschaft, die fußballerisch überzeugt. Wir müssen eine Top-Leistung bringen, um eine Runde weiterzukommen", meinte der Coach, der bei der Gegner-Vorbereitung so seine Probleme hatte. Da die ukrainische Meisterschaft erst Anfang März wieder startet, musste "Don Jupp" mit alten Videos aus dem vergangenen Jahr Vorlieb nehmen. Dabei sind ihm einige brasilianische Spieler ins Auge gefallen.

Michael Ballack bleibt daheim

Trotzdem ist die Zuversicht bei Bayer groß. Mit dem Rückenwind aus der Bundesliga - zuletzt gab es einen überzeugenden Sieg bei Eintracht Frankfurt (3:0) - soll der Sprung in die Runde der letzten 16 gelingen. Personell kann Heynckes nahezu auch aus dem Vollen schöpfen. Tranquillo Barnetta (Reha nach Knie-OP) und Ersatztorhüter Fabian Giefer (Bauchmuskelzerrung) mussten passen - und ein gewisser Michael Ballack wird sich den 146. Leverkusener Auftritt in der Europacup-Geschichte ebenfalls vor dem heimischen Fernseher anschauen. Der Nationalmannschaftskapitän laboriert derzeit an einer Reizung im linken Knie und absolviert in Leverkusen ein physiotherapeutisches Programm.

Heynckes, der Ballack zuletzt auf der Bank schmoren ließ, will Fragen zum Mittelfeldstar erst wieder ab Freitag beantworten. Dafür gab sich Völler, 2002 als Teamchef mit Ballack noch Vize-Weltmeister, ganz diplomatisch: "Wir gehen gelassen mit diesem Thema um. Wir hoffen, dass Michael bald in der Verfassung ist, in der er uns richtig helfen kann. Es ist doch völlig normal, dass ein Spieler seiner Klasse derzeit unzufrieden ist."

Autor: sid

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