Der 1. FC Köln dreht für seinen `Heilsbringer´ Christoph Daum den Geldhahn auf und will mit einem erhöhtem Risiko doch noch den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga erzwingen.

FC macht für Daum weitere Millionen locker

22. November 2006, 11:21 Uhr

Der 1. FC Köln dreht für seinen `Heilsbringer´ Christoph Daum den Geldhahn auf und will mit einem erhöhtem Risiko doch noch den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga erzwingen.

Der 1. FC Köln dreht für seinen `Heilsbringer´ Christoph Daum den Geldhahn auf und will mit einem erhöhtem Risiko doch noch den direkten Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga erzwingen. `Zweifel und Angst sind ein falscher Ratgeber. In der Vergangenheit haben wir nur soviel investiert, wie es uns die finanzielle Situation erlaubte. Wir werden zukünftig mehr Geld in die Hand nehmen und risikobereiter sein´, kündigte Klub-Boss Wolfgang Overath auf der Jahreshauptversammlung eine Kurskorrektur an. Jahrelang hatte der FC seinen Anhängern eine vorsichtige Vereinspolitik gepredigt und den finanziellen Kollaps von Borussia Dortmund immer wieder als warnendes Beispiel vor Augen geführt. `Nun habe man aus der Vergangenheit gelernt´, sagte Overath mit Blick auf die vier kostspieligen Abstiege in acht Jahren. Zugleich betonte der Weltmeister von 1974, man werde den Karren nicht gegen die Wand fahren. So kündigte ausgerechnet Michael Meier, Mitschuldiger der Dortmunder Finanzmisere, einen `Paradigmenwechsel zu höherem Risiko´ an. Mit 34 Millionen Euro hatte der FC ohnehin schon den höchsten Etat in der zweiten Liga veranschlagt.

Für Verstärkungen im Winter soll weiteres Geld, unter anderem durch die Podolski-Millionen, locker gemacht werden. Auf 41 Millionen Euro soll das Budget steigen. Auch bei acht Punkten Rückstand zm dritten Tabellenplatz hat der FC das Ziel Aufstieg noch nicht abgehakt. `Ich erwarte von unserer Mannschaft eine Serie. Wenn wir einmal ins Rollen kommen, bin ich überzeugt, dass der Aufstieg noch machbar ist´, meinte Overath weiter. Der FC setzt dabei ganz auf die Karte Daum, `einem der besten Trainer Europas´ (Overath). Nach dem Spiel bei der SpVgg Greuther Fürth am Wochenende wird der frühere Meistercoach des VfB Stuttgart erstmals auf der Trainerbank der Geißböcke Platz nehmen.

Doch Daum hat längst schon die Arbeit aufgenommen. Während der Mitgliederversammlung fand zeitgleich schon ein erstes Gespräch zwischen Daum und der Mannschaft statt. Für die Verpflichtung von Daum erhielten Overath und Meier großen Applaus von den 1912 anwesenden Mitgliedern in der Koelnmesse. Der Rückhalt der Basis ist den Vereinsbossen gewiss, wie nur 14 Gegenstimmen bei der Entlastung des Vorstands bewiesen. Overath räumte aber auch Fehler ein: `Wir haben einiges verkehrt eingeschätzt und haben Fehler gemacht. Dafür übernehme ich die Verantwortung. Aber Niederlagen sind dafür da, um daraus zu lernen.

Ein Wolfgang Overath lässt den FC nicht im Stich.´ Die Entlassung von Hanspeter Latour sei für Overath eine schwere Entscheidung gewesen, aber irgendetwas habe im Gefüge nicht mehr gestimmt. Der Präsident wollte dabei nicht wie im Vorjahr den Fehler wiederholen, als er zu lange an Uwe Rapolder festgehalten hatte. Für Meier war es derweil nach der Rückkehr zum Klub im Winter 2005 die erste Jahreshauptversammlung nach 18 Jahren. Er habe einen gesunden Verein vorgefunden, der aber kein Selbstbewusstsein mehr habe. Der Manager vermisste die `elitäre Arroganz´, die den Klub früher so ausgezeichnet habe. Mit Christoph Daum werde dies anders sein. `Er gibt uns das Selbstbewusstsein zurück, um wieder Erfolg zu haben´, so Meier weiter. Neben den ordentlichen Geschäftszahlen - in der Saison 2005/06 erzielte der FC einen Rekordumsatz von fast 48 Millionen Euro - konnten die Kölner mit der Vertragsverlängerung von Talent Adil Chihi um fünf Jahre eine weitere Positiv-Meldung verkünden. Zahlreiche Klubs hatten zuletzt bereits ihr Interesse am 18-Jährigen bekundet.

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