Selbst Kerle wie

MSV: "Erle" Wolters mit folgenschwerem Doppel-Aussetzer

tt
19. November 2006, 12:48 Uhr

Selbst Kerle wie "Erle" haben Mal einen schlechten Tag. Duisburgs Carsten "Erle" Wolters wird die Partie in Braunschweig so schnell nicht vergessen.

Selbst Kerle wie "Erle" haben Mal einen schlechten Tag. Duisburgs Carsten "Erle" Wolters wird die Partie in Braunschweig so schnell nicht vergessen. Zunächst verschuldete er einen Elfmeter, kurz darauf flog er mit Gelb-Rot vom Platz. Schlimmer geht's nimmer in der Endphase eines Spiels.

"Mein Gegenspieler ist hingefallen, als wenn er angeschossen worden wäre", lässt der Zebra-Routinier das Gerangel mit Benjamin Siegert Revue passieren und gibt einsichtig zu: "So etwas darf natürlich nicht vorkommen. Trotzdem war ich überrascht über den Pfiff, weil Schorsch Koch den Ball schon in den Händen hatte." Referee Günter Perl wertete die von Wolters angeleierte Flug-Einlage von Siegert trotzdem als regelwidrig. Manfred Stefes, Co-Trainer des MSV: "Der Ball war weg, Erle hat geschubst. Den Vorwurf, unbedacht reagiert zu haben, muss er sich gefallen lassen." Allerdings zeigte sich auch Stefes überrascht darüber, wie artistisch ein Fußballer durch die Luft segeln kann: "Der Braunschweiger ist gefallen, wie bei einem Kopfstoß von Boxer Mike Tyson. So etwas muss ich als Schiri-Assistent einfach sehen. Um so einen Elfmeter letztlich zu geben, braucht es schon viel Phantasie."

Die negative Krönung bekam der emotional aufgewühlte Wolters ein paar Sekunden später. Nach dem 1:1 und dem Anstoß gab es Freistoß für Duisburg, der Abwehr-Spieler nutzte die Chance, dem Unparteiischen noch ein paar Takte zu sagen. Ergebnis: Gelb-Rot wegen Meckerns! "Ich habe mich halt aufgeregt", erklärt "Erle", "im Nachhinein ärgert man sich selbst natürlich am meisten darüber." Zwei Zähler weg, dazu Carsten Wolters gegen Jena weg - ein teurer Abend für Duisburg.

Allrounder Alexander Bugera wollte das unnötige 1:1 nicht auf diverse Pfiffe schieben, sondern kehrte vor der eigenen Tür und legte den Finger kräftig in die Wunde: "Du musst in so einem Match über den Kampf kommen, nicht über Schönspielerei. Das müssen einige endlich begreifen, das muss unbedingt in die Köpfe rein, weil es sonst nervig wird." Der Leistungsträger energisch: "Wenn du in der Zweiten Liga zu viel abschaltest und dann fußballerisch glänzen willst, geht das daneben. So etwas ist nicht angesagt. In Braunschweig war wohl der Gedanke da, dass es schon von alleine läuft. Wenn man aus so einer Partie mit einem 1:1 nach Hause fährt, ist das schon sehr enttäuschend."

Autor: tt

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