1. FC Köln: Entscheidung über Daum-Verpflichtung am Dienstag

13. November 2006, 15:32 Uhr

Fußball-Zweitligist 1. FC Köln hofft weiterhin inständig auf das ersehnte `Ja-Wort´ von Trainer Christoph Daum:

Fußball-Zweitligist 1. FC Köln hofft weiterhin inständig auf das ersehnte `Ja-Wort´ von Trainer Christoph Daum: Am Montag führten Präsident Wolfgang Overath und Manager Meier weitere ausführliche Verhandlungen mit dem 53 Jahre alten Fußball-Lehrer, der als Wunschkandidat der FC-Führung die Nachfolge des erfolglosen und inzwischen entlassenen Hanspeter Latour antreten soll. Am Dienstag, so der Verein in einer Pressemitteilung, soll eine Entscheidung fallen. Laut FC habe die `gute und konstruktive Unterredung´ zwischen Overath, Meier und Daum am Montag rund zweieinhalb Stunden gedauert. Der Coach war bereits von 1986 bis 1990 auf seiner ersten Station als Profi-Trainer bei den Rheinländern tätig. Schon am Samstag hatte es ein Treffen von Overath und Meier mit dem ehemaligen Stuttgarter Meistertrainer in dessen Villa in Köln-Hahnwald gegeben.

Die Klub-Spitze hatte angekündigt, alles in ihrer Macht stehende zu tun, um Daum von einem erneuten Engagement in Köln zu überzeugen. Sogar Oberbürgermeister Fritz Schramma hatte sich eingeschaltet, um den Fast-Bundestrainer, der sich auf Grund seiner Kokain-Affäre selbst vor sechs Jahren um den Posten als Chefcoach des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gebracht hatte, davon zu überzeugen, den ersten Bundesliga-Champion wieder zu übernehmen. In einer ungewöhnlichen Pressekonferenz am Samstagmorgen, dem Elften im Elften, in einem Kölner Krankenhaus, wo sich Daum einer Hals-Operation hatte unterziehen müssen, hatte der Fußball-Lehrer erklärt, dass er sich in den nächsten Wochen nicht der Lage sehe, einen Verein zu übernehmen. Mehr als ein `Jein´ war ihm jedoch nicht zu entlocken. Nach der Pressekonferenz, die eigentlich Klarheit bringen sollte, wurden Overath und Meier nochmals persönlich bei Daum vorstellig. Dabei ging es offenbar vor allem um die Rahmenbedingungen, die den Erfolgstrainer zu einer Rückkehr bewegen sollen.

Daum will vom Kölner Präsidium eine Perspektive aufgezeigt bekommen, wie der Verein nicht nur die Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne schafft, sondern wie mittelfristig die Mannschaft auch wieder im Bereich der Europapokalplätze zu platzieren ist. Dies erscheint allerdings nur mit einem finanziellen Kraftakt möglich. Zurzeit weisen die Kölner nach zwölf Spieltagen im Fußball-Unterhaus fünf Punkte Rückstand auf einen Aufstiegsplatz auf. Am Sonntag erkämpfte sich der FC ein torloses Remis unter Interimstrainer Holger Gehrke in Freiburg. Ex-Bundestrainer Berti Vogts kann sich gut vorstellen, dass Daum, dem einige gute Angebote aus dem Ausland vorliegen, trotzdem den Kölnern seine Zusage gibt. `Der FC wäre für Christoph eine Riesenchance. Er könnte in Deutschland wieder Fuß fassen´, sagte Vogts dem Kölner Express:

`Von Daums Ideen und seiner Power wird der ganze deutsche Fußball profitieren. Es ist doch gut, wenn einer der besten Trainer wieder in unserem Land ist.´ Seit der Kokain-Affäre 2000 hat Daum ausschließlich im Ausland gearbeitet. Dabei holte er mit Austria Wien die österreichische Meisterschaft und den österreichischen Pokal sowie zweimal mit Fenerbahce Istanbul den türkischen Titel. Letzte Station in Deutschland war Bayer Leverkusen (1996 bis 2000). Mit der Werkself holte er dreimal die Vizemeisterschaft (1997, 1999, 2000).

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