Die bayerische Wahrheit! Genau die wird Olaf Janßen, aktuell nicht nur Sportlicher Leiter, sondern nach der verordneten Demission für Uwe Neuhaus auch Interimstrainer des Zweitligisten Rot-Weiss Essen, offenbart.

RWE: Die Team-Gratwanderung zwischen "Betroffenheit" und "Ruck"

og
12. November 2006, 12:21 Uhr

Die bayerische Wahrheit! Genau die wird Olaf Janßen, aktuell nicht nur Sportlicher Leiter, sondern nach der verordneten Demission für Uwe Neuhaus auch Interimstrainer des Zweitligisten Rot-Weiss Essen, offenbart.

Die bayerische Wahrheit! Genau die wird Olaf Janßen, aktuell nicht nur Sportlicher Leiter, sondern nach der verordneten Demission für Uwe Neuhaus auch Interimstrainer des Zweitligisten Rot-Weiss Essen, offenbart. Ab 14 Uhr tritt der mittlerweile nach durchaus überzeugendem Saisonstart auf einen Abstiegsplatz abgerutschte Traditionsverein bei der Spielvereinigung Unterhaching an. Die Ausgangssituation ist klar, Essen hat noch keinen einzigen Auswärtstreffer erzielt, ein Pünktchen beim Gastspiel in Augsburg ergattert, die Gastgeber haben auf eigenem Geläuf seit Mai 2006 keinen Heimsieg mehr gelandet - aktuelles Not gegen aktuelles Elend!

"Eine deutliche Reaktion", reklamiert Janßen, lässt keinen Zweifel daran, dass die Truppe, die er auf das Feld schickt, das Wort Maloche im Sportpark mit Leben füllen muss. Die Impressionen, die Janßen in den Tagen nach der Ruderübernahme zur Kenntnis nahm, stellten in - offiziell - zufrieden. Der 40-Jährige konstatierte "sehr gutes Training", registrierte, dass seine Pappenheimer "Aufgaben mit großem Engagement" angingen, "alle haben sehr gut mitgezogen."

Tja, wenn es zuletzt - oder grundsätzlich - an der Qualität haperte, sollte das der Mindestanspruch sein. Am Donnerstag präsentierte sich der komplette Kader - ohne die aussortierten Hilko Ristau, Dirk Langerbein sowie dem bei der U23 weilenden Michel Harrer - allerdings mit dem zuletzt mit einem Muskelfaserriss auf Eis liegenden Paulo Sergio. "Standards, Taktik, Laufwegsabstimmung", gibt Janßen einen Einblick in den Trainingsinhalt. Klar, die Akteure müssen wissen, was die Kollegen tun. Janßen lebt den Optimismus vor, was bleibt ihm auch übrig, er prognostiziert "gute Chancen in Haching, wenn die unter der Woche präsentierten Leistungen umgesetzt werden können." Etwa um 15.47 Uhr ist der Mann schlauer, der den Bajuwaren "ein hartes Stück Arbeit" aufbürden will.

Wechsel auf der Trainerposition hat der vierfache Familienvater genug erlebt, schließlich absolvierte er 17 Profijahre, jetzt war er selbst zum ersten Mal verantwortlich dafür - wenn man einmal die Vorab-Abgänge Harry Kügler (Aufstiegs-Trainer der Zweitvertretung) und Jörn Heins (A-Jugend) unberücksichtigt lässt -, dass ein Coach ging. Janßen kennt die Gratwanderung zwischen "Betroffenheim im Team" und dem "Ruck, der durch die Mannschaft gehen muss." Der Ex-Frankfurter sah genau, dass "der eine oder andere Spieler einen nachdenklichen Eindruck machte." Immer wieder wird betont, der Geist im Kader ist gut, abwarten, wie glaubhaft das ist. Leiden darf auch nicht der gemeinsame Geist auf der Chefetage. Gesichert? Janßen wird die "Kicker-Birnen" möglichst zurecht gerückt haben - der ehemalige Olympiaauswahl-Kicker: "Wir haben klar und deutlich aufgezeigt, wie wir auftreten wollen." Auf den Punkt gebracht: "Über den absoluten Willen und Leidenschaft."

Während Essen am letzten Wochenende und unter der Woche unangenehm auffiel, gewann Haching bekanntlich in Braunschweig. "Nach dem sehr überzeugenden Auswärtssieg", grübelt Janßen, "wird Haching mit viel Selbstvertrauen an die Aufgabe gegen uns rangehen." Woher RWE genau diese Gefühlswallung nehmen will, wird sich zeigen. Hachings Coach Harry Deutinger macht klar, um was es geht: "Wenn wir jetzt Essen nicht schlagen, dann ist der Dreier aus Braunschweig nur wenig wert!" Janßen bleibt dabei, verbal voran zu gehen, kündigt an, "der Spielvereinigung genau diesen Zahn zu ziehen." Deutinger, der auf Patrick Ghigani (Bänderriss im Knie) verzichten muss: "Man weiß ja, dass Spieler oft ein paar Prozent drauf legen, um sich einem neuen Mann gut zu präsentieren."

Autor: og

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