RWE: Neuhaus weg: Andersen, Luhukay, Neururer, Röber genannt

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09. November 2006, 19:20 Uhr

Coach Uwe Neuhaus wurde entlassen! RS-Online vermeldete den Rausschmiss Mittwoch, 10.34 Uhr, RWE gab es um 11.31 Uhr bekannt.

Coach Uwe Neuhaus wurde entlassen! RS-Online vermeldete den Rausschmiss Mittwoch, 10.34 Uhr, RWE gab es um 11.31 Uhr bekannt. Nach der 0:1-Heim-Schlappe gegen Koblenz die Konsequenz aus der aktuellen sportlichen Situation. Aus den letzten fünf Meisterschaftsspielen hat RWE einen Punkt geholt und ist auf einen Abstiegsplatz abgerutscht. Neuhaus hatte am 23. April 2005 die Nachfolge von Jürgen Gelsdorf angetreten, den Club nach dem Abgang in die Regionalliga als erster Zweitliga-Absteiger "überhaupt sofort wieder in die 2. Bundesliga zurückgeführt", erklärt Olaf Janßen, RWEs Sportlicher Leiter, der die Truppe als Interimslösung am kommenden Sonntag in Unterhaching (14 h) betreut. "Co" Peter Kunkel, Fitness-Coach Stefan Mücke, Torwarttrainer Carsten Busch bleiben - noch. Der Neuhaus-Vertrag lief bis zum 30. Juni 2007, im Fall des Klassenerhalts bis 2008.

Man wird gewaltig nachdenklich in Essen. Abstiegskampf pur, momentan schwimmen einige Felle weg, auf dem Platz und dadurch, wenn man den von Präsident Rolf Hempelmann auf dem letzten Sponsorentreffen noch angekündigten Stadionneubau in Erwägung zieht, der 2007 angegangen werden soll, wenn das Team in der Winterpause gut stehen sollte, auch abseits des Grüns. Von der Baggerei für die Arena ist RWE soweit entfernt, wie von der Qualität, sich in Liga zwei behaupten zu können.

"Es darf natürlich nicht so weiter gehen", legt sich Janßen, fest, "das, was wir aktuell sehen, ist ein Spiegel unserer derzeitigen Möglichkeiten." Die Rangliste lügt nicht. Janßen nickt ab: "Klar haben wir aktuell keine große Zeit." Kurz nach dem Match konstatierte Janßen noch, "es gibt keine Trainerdiskussion." Allerdings folgte eine Nacht, die mit einem persönlichen Gespräch in den Morgenstunden endete - der Rest ist bekannt. Neuhaus nützte auch nichts, dass ihm Geschäftsführer Nico Schäfer "volle Identifikation" zugesteht, erklärt, "noch nie jemanden erlebt zu haben, der so engagiert war." An der mangelnden sportlichen Produktivität der letzten Wochen kam die Chefetage nicht vorbei. Janßen: "Die Gefahr ist zu groß, unser Ziel nicht zu erreichen. Der Trainer steht einer Mannschaft nun einmal vor." Neuhaus flog, weil der Club zweifellos auch das katastrophale Nichtstun im letzten Zweitligajahr im Kopf hatte, auch wenn Schäfer sagt, "das war etwas völlig anderes, davon müssen wir uns frei machen."

Was könnte man dem Ex-Dortmunder vorwerfen? Vielleicht, dass er Karim Zaza zur Nummer eins im Kasten erklärte, davon - der Ex-Kopenhagener machte keinen großartigen Fehler, strahlte aber so gut wie keine Sicherheit aus - aber wieder Abstand nahm, Daniel Masuch berief. Der jeweilige Kelch ging an André Maczkowiak vorbei, der Keeper der Aufstiegstruppe ist mittlerweile die erklärte Nummer drei - Tendenz: Faxen dick! Weiter: Aktionismus bei der taktischen Ausrichtung als der Druck zunahm. Akteure wandern stellenweise von der Tribüne ins Team und zurück (Ferhat Kiskanc), eine Stammelf ist nicht wirklich erkennbar, erklärte Schlüsselspieler wie Stijn Haeldermans und Dimitrios Grammozis schmorten gegen Koblenz auf der Bank, ein Alex Löbe wurde gegen Koblenz als Kapitän nicht zum ersten Mal ausgetauscht. Die Rolle des Spielführers - unabhängig von der Person Löbe, der zuletzt auch nichts mehr sagen wollte - wird geschwächt, obwohl das Sturm-Pendant Arie van Lent deutlich weniger Chancen hatte, sich auf dem Feld überhaupt vernünftig zu bewegen. Hauptproblem dürfte sein, dass Neuhaus allerdings durchaus anders "tickt", er ist eher Mittler als autokratischer Führer.

Dass frühzeitig aussortierte Akteure wie Hilko Ristau und Dirk Langerbein immer noch - sehr gewaltig - den Club-Säckel belasten, muss der Chefetage angelastet werden. Nach Weihnachten muss in dieser Hinsicht etwas passieren, was zum Beispiel auch für Kandidaten wie Ronny Nikol, Florian Thorwart, Daniel Stefulj gilt, die alle nicht die geringste Rolle spielen. Allerdings könnte sich genau das unter einem Nachfolger ändern, auch wenn Neuhaus wohl kaum absichtlich Leute nicht aufstellt, die nachweislich bessere Qualität haben. "Die Winterpause ist noch zu weit weg", betont Janßen, "wir haben uns auf die kommenden Matches zu konzentrieren, aber wir haben ein paar Sachen im Kopf."

Vor allen Dingen die Suche nach einem neuen Cheftrainer. Neururer wird gefordert, Jürgen Röber lanciert, Jörn Andersen gesehen (beim Match in München, der Sohn spielt in der RWE-A-Jugend), Jos Luhukay vorgeschlagen. Bis Sonntag soll nichts passieren, "nur die Konzentration auf Unterhaching zählt", erklärt Nico Schäfer, geschäftsführendes Vorstandsmitglied. Naja, man wird schon sondieren! Für Ex-Profi Janßen steht fest, "dass wir einen echten Frustzustand haben, aber so ist Fußball, wir werden uns nicht ergeben, sagen nicht, wir sind arm dran, laufen auch nicht weg. Wir glauben dran und wollen voran gehen."

Autor: og

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