RWE: Boskovic mit Klartext - „Wir schlagen nur Langholz“

cb
09. November 2006, 12:30 Uhr

Es war das gleiche Bild wie in der Regionalliga-Krise.

Es war das gleiche Bild wie in der Regionalliga-Krise. Während die meisten RWE-Kicker nach dem Spiel den Weg vorbei an den Journalisten fanden, stellten sich mit Danko Boskovic und Stefan Lorenz die zwei Spieler, die auch nach deprimierenden Partien nicht wortlos das Weite suchen.

Speziell Boskovic, mit einem 23-minütigem Comeback nach zwei Muskelfaserrissen, redete auch gar nicht um den heißen Brei, es gab Tacheles nach dem erschreckenden 0:1 gegen die Grippe-Fraktion aus Koblenz: „Wir wussten, wir mussten gewinnen. Es sah nach einem 0:0 aus, Koblenz stand sehr geordnet. Und die Eigenschaften, die wichtig sind um zu gewinnen, wurden uns vom Gegner vorgemacht. Die haben neun Kranke, sind gerannt und haben gekämpft. Hut ab vor der TuS.“ Verbeugen kann man sich speziell vor der Offensiv-Darbietung der Essener nicht. Eine dicke Gelegenheit ist schon Ausdruck der Ideenlosigkeit, auch Boskovic grübelt: „Nach der Pause kam nichts mehr, genau wie in den letzten Matches. Wir schlagen Langholz, da fehlt einfach momentan etwas, was wir in den ersten Begegnungen noch hatten.“

Und damit drückt der Ex-Lauterer die Defizite noch milde aus, zumal man sich nicht auf die unruhige Kulisse berufen kann. Denn die knapp 9000 Anhänger verhielten sich für Hefenstraßen-Verhältnisse lange zurückhaltend mit lautstarken Protesten. Boskovic: „Schön, dass unter der Woche noch so viele da waren. Man merkte, die wollten uns unterstützen, aber wir haben es einfach nicht hingekriegt.“ Zusatz vom Angreifer: „Ich ziehe mich in die ganze Geschichte natürlich mit rein. Ich war neun Wochen verletzt, kam rein und wollte richtig was probieren. Aber wie beim Rest lief es einfach nicht.“

Und da kam der erneute Verweis auf den Mitaufsteiger: „Wir müssen einfach so auftreten wie die Koblenzer. Rennen, fighten, grätschen. Aber wir machen das nicht in dem Maß, wir spielen nicht geordnet. Der Versuch ist da, aber es passt einfach nicht.“ Damit kann auch der Versuch des dreitägigen Trainingslagers in Krefeld als Schlag ins Wasser bezeichnet werden. „Das sehe ich nicht so“, wiegelt der Stürmer ab, „klar ist, die Truppe ist intakt. Aber wir kriegen das, was wir uns vornehmen, schlicht und ergreifend nicht umgesetzt.“ Was auch die Arbeit des Trainer ist. Und der heißt seit gestern nicht mehr Uwe Neuhaus, die Essener zogen nach den letzten katastrophalen Leistungen die Konsequenz. Zurück zur Koblenz-Begegnung: Hier geht der Ex-Wehener ins Kurz-Detail: „Uns fehlt die spielerische Komponente, das sieht doch jeder. Wir kommen kaum zu Chancen, da kann man teilweise auch Ronaldo hinstellen.“ Der aber die direkten Duelle, wie van Lent gegen Koblenz, verwandelt. Boskovic: „Da fehlt dann auch das Glück, wenn wir den ersten mal treffen, sieht vieles anders aus. Aber es nützt ja nichts, jetzt drauf zu hauen oder aufzugeben. Wir machen weiter, die Saison ist noch lang. Und wir müssen so auftreten, wie Koblenz bei uns. Egal, wie das aussieht, wir müssen Torgefahr erzwingen, powern, dann geht es auch wieder.“

Autor: cb

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