Die Luft für Trainer Hanspeter Latour wird immer dünner, der Ruf nach Christoph Daum ist dagegen unüberhörbar.

`Bergdoktor´ Latour in Köln vor dem Abschied

07. November 2006, 14:03 Uhr

Die Luft für Trainer Hanspeter Latour wird immer dünner, der Ruf nach Christoph Daum ist dagegen unüberhörbar.

Die Luft für Trainer Hanspeter Latour wird immer dünner, der Ruf nach Christoph Daum ist dagegen unüberhörbar. Bei Fußball-Zweitligist 1. FC Köln sind die Tage von `Bergdoktor´ Latour gezählt, sollten die Kölner am Mittwoch (17.30 Uhr) im Heimspiel gegen den Tabellen-13. Erzgebirge Aue eine weitere Niederlage einstecken. `Latour kehrt ins Berner Oberland zurück, bevor der erste Schnee fällt´, unkt bereits die Schweizer Zeitung `Blick´. Selbst Michael Meier, nicht gerade ein Freund von vorzeitigen Personal-Wechseln, deutete im Kölner Stadtanzeiger ein mögliches Ende der Zusammenarbeit an: `Es macht jetzt keinen Sinn mehr, sich gegen die Mechanismen der Branche zu stemmen. Damit würde man sich unglaubwürdig machen´, sagte der FC-Manager und forderte einen Sieg von der verunsicherten Mannschaft.

Nach fünf Spielen ohne `Dreier´ und neun Punkten Rückstand auf Tabellenführer Karlsruher SC hinken die Kölner den Erwartungen weit hinterher. Präsident Wolfgang Overath hatte nach dem 1:3 am Freitag beim Aufsteiger TuS Koblenz aus Verärgerung sogar die Journalisten wütend zur Seite geschubst. `Ich erkenne kein System, weder zu Hause noch auswärts´, maulte der Weltmeister von 1974. Am Tag darauf redete der Vereinboss der Mannschaft zwei Stunden ins Gewissen. Overath ist mit seiner Geduld am Ende, auch wenn Meier nicht glaubt, dass `der Präsident das Trainer-Thema anfassen wird´. Am 21. November steht beim `FC´ die Jahreshauptversammlung auf dem Programm. Und da droht Ärger, wenn Overath eine so schlechte Bilanz präsentiert. Latour selbst bewies trotz anhaltenden Drucks bislang gute Nerven:

`Es geht allein um die Zielsetzung, nicht um meine Person´, sagte der Eidgenosse sachlich. Latour weiß nur zu gut, dass von ihm der sofortige Wiederaufstieg verlangt wird. Bei Nichtgelingen sollen bereits Sponsoren mit ihrem Rückzug gedroht haben. Hoch im Kurs als Latour-Nachfolger steht weiterhin Ex-Trainer Christoph Daum. Top-Sponsoren und Wirtschaftsvertreter der Stadt sollen sich bei einem Treffen in einem Kölner Hotel erneut für den 53 Jahre alten Ex-Coach ausgesprochen haben. `Ja, natürlich haben wir auch über ihn gesprochen´, bestätigte Reiner Calmund, der bei dem Treffen anwesend war. Der Ex-Manager von Bayer Leverkusen wies Gerüchte über einen Doppeleinstieg an der Seite von Daum zurück. `Dafür stehe ich nicht bereit.´

Daum selbst äußert sich zurzeit wegen einer Angina nicht zu den Spekulationen. Der 53-Jährige genießt trotz seiner Kokain-Affäre am Rhein eine hohes Ansehen. In seiner ersten Amtszeit von 1986 bis 1990 führte er den `FC´ immerhin zu zwei Vizemeisterschaften. Zuletzt arbeitete er in der Türkei bei Fenerbahce Istanbul und gewann dort 2004 und 2005 die Meisterschaft. Für die Partie gegen Aue steht neben dem zuletzt schwachen Carsten Cullmann in Alpay ein weiterer Abwehrspieler zur Disposition. Für den Türken könnte der erst 21 Jahre alte Marvin Matip zum Einsatz kommen. Fraglich ist der Einsatz von Pekka Lagerblom, der am Montag wegen Halsschmerzen nicht trainieren konnte. Für ihn steht Denis Eppstein bereit.

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