RWE: Neuhaus will bei Krisen-Löwen zwei Serien brechen - Protest-Kessel in München lassen

cb
02. November 2006, 19:42 Uhr

An Halloween mussten die Essener noch nicht mit der Abstiegsplatz-Maske herumlaufen.

An Halloween mussten die Essener noch nicht mit der Abstiegsplatz-Maske herumlaufen. Sollte sich die biedere Auswärts-Bilanz aber auch beim morgigen Match bei den Münchner Löwen (18 Uhr, Allianz-Arena) nicht aufpolieren lassen, ist es nach dem kommenden Spieltag wohl soweit.
##Picture:panorama:2634##
Denn aktuell trennt die Essener nur noch das bessere Torverhältnis vom ersten Rang unter dem ominösen Abstiegsstrich. Ein guter Zeitpunkt also, das Punktekonto aufzubessern. Alles gegen 60er, die zuletzt drei Partien in Folge vergeigten. Die Konsequenz: Die Fans gingen beim Match in Augsburg vehement auf die Barrikaden, unter der Woche gab es mehrere "Talkrunden", um einen Weg aus der Misere zu finden. Spannung ist auf jeden Fall garantiert vor dem Duell der gefrusteten Löwen und den auswärts bisher zahnlosen Essenern. Und klar ist auch: Wer dieses Duell verliert, steht im Rahmen der englischen Woche (Essen empfängt am Dienstag Koblenz, dann geht es nach Unterhaching) bereits frühzeitig unter Druck. Und in Essen können die meisten Beteiligten vermutlich gerne darauf verzichten, den dampfenden Protest-Kessel aus München weitergereicht zu bekommen, weil der sportliche Trend nach unten zeigt. RS unterhielt sich vor dem Anpfiff in München mit RWE-Coach Uwe Neuhaus.

Uwe Neuhaus, was macht Ihr Lazarett?

Es sieht gut aus, nur Paulo Sergio fällt aus. Aber auch er ist auf einem guten Weg, er kann bereits ohne Probleme Steigerungsläufe absolvieren.

Was ist mit Stijn Haeldermans und Thomas Kläsener?

Sie haben alles mitgemacht. Auch Danko Boskovic hat sehr gut trainiert und einen Schritt nach vorne gemacht.

Wie ist die Ausgangslage vor dem Match bei den Löwen?

Die haben drei Mal in Folge verloren, alles ohne eigenes Tor. Der Druck der Fans ist sehr groß, München muss gewinnen. Bei einer Niederlage liegen sie hinter uns. Klar, sie wollen ihre Talfahrt stoppen.

Sie werden etwas dagegen haben.

Auf jeden Fall. Wir haben zwei Ziele. Wir wollen endlich den ersten Auswärtstreffer erzielen und dazu auch den ersten Sieg in der Fremde.

Mit welcher Marschroute soll das gelingen?

Die Basis ist, kompakt zu stehen. Darüber hinaus bleiben wir unserer Linie treu, wir wollen unser Spiel durchsetzen. Bis auf das Match in Offenbach haben wir auf diese Art immer unsere Chancen bekommen.
Sie sprachen den Druck der Münchner an. Wie erwarten Sie den Gegner, gehemmt oder doppelt motiviert?
Wir haben mitbekommen, es gab zuletzt dort eine Aussprache. Wenn man die Kommentare verfolgt, ist das Spiel gegen uns etwas besonderes, um die letzte Serie vergessen zu machen. Daher denke ich, sie werden extrem motiviert sein. Für uns wird interessant zu beobachten sein, wie sie reagieren, wenn die Partie nicht wie geplant verläuft. Denn die 60er haben eine junge Mannschaft. Mal abwarten, wie sie die Belastung wegstecken.

Kommen wir zu Ihrer Truppe. Welcher Druck lastet auf den Schultern Ihrer Jungs?

In der Tabelle ist es enger geworden, daher stehen auch wir etwas unter Zugzwang. Aber wenn man sieht, wo man mit einem Dreier hinkommen kann, wird klar, wie eng noch alles beieinander ist. Aber wir sind uns bewusst, rutscht man auf einen Abstiegsrang, hat das immer eine doppelte Wirkung. Aber wir werden uns da unten befreien, wir vertrauen der Elf absolut. Denn man kann feststellen, die Leistungen waren zuletzt nicht deprimierend.

In Augsburg und Offenbach waren die Darbietungen erheblich unter dem, was vor vollem Haus in Kaiserslautern und Köln gezeigt wurde. Ein gutes Omen für Freitag?

Sicher ist, die Kulisse motiviert die Akteure zusätzlich. So etwas nimmt man immer gerne mit.

Werden die gleichen elf Kicker wie gegen den KSC in diesen Genuss kommen?

Es kann durchaus passieren, dass etwas geändert wird.

Autor: cb

Kommentieren