Eigentlich bekommen Sportler dann Magenschmerzen, wenn eine große Aufgabe bevorsteht oder sie seit längerer Zeit vergeblich einem Ziel hinterherhecheln.

MSV: Mo Idrissou: "Magenschmerzen" für Tore

tt
13. Oktober 2006, 10:34 Uhr

Eigentlich bekommen Sportler dann Magenschmerzen, wenn eine große Aufgabe bevorsteht oder sie seit längerer Zeit vergeblich einem Ziel hinterherhecheln.

Eigentlich bekommen Sportler dann Magenschmerzen, wenn eine große Aufgabe bevorsteht oder sie seit längerer Zeit vergeblich einem Ziel hinterherhecheln. Bei Duisburgs Stürmer Mo Idrissou kamen die unangenehmen Signale aus dem Bauch-Bereich vor dem Länderspiel zwischen seinem Heimat-Land Kamerun und Guinea - Einsatz fraglich!

"Ich konnte vor dem Match nicht trainieren, unser Trainer Arie Haan war deswegen schon sauer. Zur Halbzeit des Guinea-Spiels ging es mir besser, ich bin in die Partie gekommen, habe das 1:0 und das Tor zum 3:0-Endstand beigesteuert. Das war ein schönes Erlebnis, es hat Spaß gemacht", lacht der ehemalige Hannoveraner.

Nach drei Assists in der Zweiten Liga und zwei nicht gegebenen Treffern waren die Erfolge wie Balsam für Idrissou, der weiterhin an seiner 25-Tore-Ankündigung, die er via RevierSport vor Saisonstart abgefeuert hatte, gemessen wird. Den Vorschlag, die zwei Länderspiel-Buden auf die Gesamt-Zahl anzurechnen, lehnt der mittlerweile 12-fache Nationalspieler vehement ab: "Das lassen wir sein: Länderspiele und Zweite Liga sind zwei verschiedene Schuhe. Für mich war es eine große Ehre, für mein Land aufzulaufen. Ich komme mit Riesen-Motivation zurück und hoffe, dass ich auch Freitag für Duisburg mein erstes Tor markiere." Mit einem Augenzwinkern fügt er hinzu: "Am Besten wäre es, wenn heute die Magenschmerzen anfangen. Dann weiß ich, dass es bestimmt klappt." Mo ist sich gewiss: "Wenn bei mir ein Mal der Knoten platzt, dann kommen auch weitere Treffer."

Die Flug-Distanz von mehreren tausend Kilometern, die der schnelle Stürmer im Vergleich zu den in Europa tätigen Team-Kollegen Klemen Lavric (Slowenien) sowie Ivica Grlic (Bosnien) bewältigen musste, hat er offenbar gut verpackt. "Die Flug-Dauer ist für mich nicht so schlimm, schließlich jetten wir von den Länderspielen immer mit mehreren Spielern nach Europa zurück, haben deswegen eine Menge Spaß und keine Langeweile. Ich bin jetzt zum Beispiel mit Kapitän Rigobert Song, der bei Galatasaray Istanbul unter Vertrag steht, zurückgekommen. Ein guter Typ, mit dem es immer etwas zu lachen gibt."

Die Tatsache, dass Idrissou der einzige Kameruner Akteur ist, der sein Geld in der Zweiten Liga verdient, macht ihn zusätzlich stolz. "Unser Coach Arie Haan war schon zwei Mal in der MSV-Arena, um mich zu beobachten. Er macht sich sein Bild selbst, bleibt bis zum nächsten Match nicht in Kamerun, sondern sieht sich seine Nationalspieler in den verschiedenen Vereinen an." Und wie lautet das Feedback? "Er hat gesagt, dass ich so weiterarbeiten soll und war mit meiner Leistung insgesamt zufrieden. Für uns ist es ganz wichtig, mit Kamerun die Quali zum Afrika-Cup zu schaffen. In der Tabelle sieht es mit zwei Siegen in zwei Spielen schon sehr gut aus." Idrissou blickt voraus: "Die nächste Begegnung ist zuhause, wir treffen auf Liberia. Wenn wir gewinnen, erreichen wir die nächste Qualifikations-Phase."

Doch jetzt gilt seine geballte Konzentration zunächst dem Liga-Betrieb. "Nach dem 0:1 in Rostock ist es unser Ziel, eine neue Serie zu starten. Damit wollen wir gegen Freiburg anfangen. Danach geht es zu Greuther Fürth, Leverkusen wartet im Pokal, anschließend müssen wir nach Burghausen. Wir sind alle motiviert, die Mannschaft hat konzentriert trainiert und wird keine Aufgabe auf die leichte Schulter nehmen." Worte, die Trainer Rudi Bommer gerne hört.

Autor: tt

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