Auch die Eishockey-Fangemeinde muss sich verpflegen. Am besten geht das mit Bratwurst und Bier. Wie aber schmeckt beides? Wir machten den Test in Düsseldorf.

Bier und Bratwurst-Test

Folge 20: Das Tote Meer in Pelle

Maik Thesing
23. Januar 2011, 22:47 Uhr

Auch die Eishockey-Fangemeinde muss sich verpflegen. Am besten geht das mit Bratwurst und Bier. Wie aber schmeckt beides? Wir machten den Test in Düsseldorf.

Bier:

Schaum [bier]4[/bier]
Man ist geneigt, eine Prise Schokostreusel zuzugeben, denn geradezu Cappucinesk bildet sich eine sanfte Topografie aus Schaumbergen und –tälern. Den Gedanken verwerfen wir wieder bei der geschmacklichen Vorstellung und erfreuen uns am schönen Anblick.

Temperatur [bier]3[/bier]
Das Jever Pils ist etwas weniger als kellerkalt, demnach vielleicht zwei Grad zu warm. Besser: Das Schlösser Alt, das nicht aus den Tiefen der Theke anrauscht, sondern vor des Kunden Augen direkt vom Fass gezapft wird.

Geschmack [bier]3[/bier]
Im Antrunk triumphierend, provoziert das Pils fortan am Gaumen ein Hauptsache-es-knallt-Credo. Das Finale gestaltet sich aufdringlich metallisch und unnahbar. Ein klarer Fall von geht so.

Preis/Leistung [bier]1[/bier]
Satte 2,70 Euro für den 0,3-l-Becher, 4,40 für den halben Liter. Ja geht’s noch, liebe Düsseldorfer? Zum Glück liegt die Arena im Gewerbegebiet „Ende der Welt“, so dass ein langer Weg genug Zeit zum Vorglühen lässt. Wer sich drinnen dann auf eine Pegel-Halten-Taktik beschränkt, kriegt am Montag auch keinen Anruf von seiner Bank.

Bratwurst:

Konsistenz [bratwurst]2[/bratwurst]
Mein Kumpel vermutet: „Die haben ganze Tiere in die Verarbeitung geworfen, inklusive Augen, Lungen und Ohren.“ Die Zunge kann das Urteil zwar nicht bestätigen, doch wenn das stimmen sollten, warum schauen dann bei ähnlichen Experimenten in Australien jeden Abend 7 Mio. Leute zu während nicht mal halb so viele diesen Wursttest lesen?

Aussehen [bratwurst]2[/bratwurst]
Der Dieter Bohlen unter den Bratwürsten. Die Ober- und Unterseite werden im Fettbad gleichmäßig gebräunt. Die Außen- und Innenseite der Wölbung bleiben hingegen blass, in etwa wie bei den Exemplaren unserer Gattung, die oft und lange unter dem Asi-Toaster liegen: Brust und Beine im Kakao-Teint und dort, wo nie die Sonne scheint... – ihr wisst schon.

Temperatur [bratwurst]4[/bratwurst]
Dass Würste auf Temperatur gebracht werden, riecht man schon zehn Meter vor dem Verkaufskiosk. Da wurde beim Durchstylen der Arena wohl an der Dunstabzugshaube gespart. Nun gut, da muss man nun mal durch, wenn man die gut ordentlich erhitzte Wurst in die Hände bekommen will.

Geschmack [bratwurst]1[/bratwurst]
Ist der Weltmarktpreis für Salz in den letzten Monaten eigentlich gefallen? Anders kann man es nicht erklären, dass bei der Herstellung großzügige Portionen untergemischt wurden. Das schmeckt dann in etwas so, als würde man mit offenem Mund ins Tote Meer gedöppt.

Extras [bratwurst]5[/bratwurst]
Der Star ist das Brötchen. Das knackt, krümelt aber nicht. Die eigentlich Sensation findet aber ein paar Meter weiter statt: Drei Sorten Kuchen, Mettbrötchen, Nudeln, Hähnchengeschnetzeltes, Frikadellen. Und alle Preise werden über schicke Flatscreens verkündet. Ganz schön edel.

Preis/Leistung [bratwurst]3[/bratwurst]
2,50 Euro kostet das rund 20 Zentimeter lange Exemplar – ein Durchschnittswert, der allerdings im allgemein hohem Preisniveau innerhalb des Domes positiv hervor sticht.

Autor: Maik Thesing

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