Dank einer Leistungsexplosion haben die deutschen Handballer bei der WM in Schweden die letzte theoretische Chance auf das Erreichen des Halbfinals gewahrt.

WM: Hauptrunde

Handballer siegen gegen Island

sid
22. Januar 2011, 20:01 Uhr

Dank einer Leistungsexplosion haben die deutschen Handballer bei der WM in Schweden die letzte theoretische Chance auf das Erreichen des Halbfinals gewahrt.

Damit dürfen sie weiter von Olympia 2012 träumen. Die Mannschaft von Bundestrainer Heiner Brand bezwang zum Auftakt der Hauptrunde den bislang unbesiegten Olympiazweiten Island in Jönköping mit 27:24 (15:13).

Für den punktlos in die zweite Turnierphase gestarteten Ex-Weltmeister waren vor 5500 Zuschauern in der Kinnarps Arena Sebastian Preiß (TBV Lemgo) und Christian Sprenger (THW Kiel/jeweils fünf Tore) die besten Werfer. Die Auswahl des Deutschen Handball-Bundes (DHB) steht in den noch ausstehenden Hauptrundenpartien am Montag (18.15 Uhr) gegen Ungarn und am Dienstag (16.15) gegen Norwegen aber weiter unter Zugzwang. Mindestens der siebte WM-Platz muss erreicht werden, um am olympischen Qualifikationsturnier im April 2012 teilnehmen zu können.

Nach einer insgesamt enttäuschenden Vorrunde und der auf den letzten Drücker gesicherten Hauptrunden-Teilnahme zeigte die Brand-Sieben gegen die mit elf Bundesliga-Legionären gespickten Isländer ein anderes Gesicht. Gestützt auf einen starken Torhüter Silvio Heinevetter, der überraschend den Vorzug vor Johannes Bitter erhielt, kaufte die aufmerksame deutsche Deckung dem Favoriten gleich zu Beginn den Schneid ab.

Besonders Islands Weltstar Olafur Stefansson vom Bundesligisten Rhein-Neckar Löwen hatte das DHB-Team gut im Griff und zog Mitte der ersten Halbzeit erstmals mit fünf Treffern davon (9:4/16.). Nicht zuletzt, weil die deutsche Mannschaft, die in der Vorbereitung die letzten beiden Tests gegen die Isländer verloren hatte, die gegnerische Defensive immer wieder erfolgreich hinterlief. Davon profitierten vor allen Dingen Kreisläufer Preiß und Rechtsaußen Sprenger.

Der zuletzt heftig kritisierte Spielmacher Michael Kraus zeigte ebenso wie Kapitän Pascal Hens im Rückraum eine deutliche Leistungssteigerung und agierte wesentlich konzentrierter als noch in der Vorrunde. Auch nach dem Wechsel war der Weltmeister von 2007 stets auf Augenhöhe mit der Mannschaft von der Vulkaninsel. Selbst nach dem Ausgleich der Isländer (18:18/42.) verloren Hens und Co. diesmal nicht den Kopf und gingen zehn Minuten vor Schluss wieder mit 22:19 in Führung.

Um das Spiel um Platz sieben zu erreichen muss der Europameister von 2004 in der Hauptrunde mindestens Vierter werden. Sowohl gegen die vom früheren Bundesligacoach Lajos Mocsai trainierten Ungarn als auch gegen den EM-Siebten Norwegen hat die DHB-Auswahl ein klar positive Bilanz. Neben den Deutschen, die in der Vorrunde gegen Titelverteidiger Frankreich (23:30) und den Olympiadritten Spanien (24:26) verloren hatten, waren in der Hauptrundengruppe I nur die Norweger mit null Punkten gestartet.

Autor: sid

Kommentieren