Wir erinnern uns: Mit einer Hose und zwei Hemden reiste Rudi Bommer Anfang Mai nach Duisburg, um seine neue Trainer-Stelle anzutreten.

MSV: Bommer ohne Vertrag zum Sieg / Hellmich: “Männer des Wortes”

tt
25. August 2006, 10:42 Uhr

Wir erinnern uns: Mit einer Hose und zwei Hemden reiste Rudi Bommer Anfang Mai nach Duisburg, um seine neue Trainer-Stelle anzutreten.

Wir erinnern uns: Mit einer Hose und zwei Hemden reiste Rudi Bommer Anfang Mai nach Duisburg, um seine neue Trainer-Stelle anzutreten. Innerhalb von elf Tagen wurden die Rahmenvereinbarungen und organisatorische Dinge geregelt, eine Wohnung gesucht und gefunden. Nur eins blieb bis zum zweiten Spieltag auf der “to-do-Liste”: Die Unterzeichnung des Arbeitsvertrages. Aber auch das ist jetzt ad acta gelegt und Bommer endgültig in Duisburg angekommen. “Ich habe erst vor dem zweiten Spiel meinen Vertrag unterschrieben”, gibt Rudi Bommer zu Protokoll. Auch MSV-Präsident Walter Hellmich sah da keinen schnellen “Handlungsbedarf”: “Ein Wort ist ein Wort. Da brauchten wir keinen Vertrag. Ich denke, wir sind Männer des Wortes. Wir haben das per Handschlag besiegelt. Und dazu stehen wir auch.”

Zurück im Liga-Alltag blickt der Chef-Coach noch mal auf Haching zurück: “Es ist halt nicht einfach in Liga zwei. Die Klubs stehen hinten drin, da braucht man eine Lösung. Aber wir haben gestandene Profis und junge, hungrige Akteure, die werden das schon schaffen. Wir werden auch mal wieder schönere und attraktivere Matches als das in Unterhaching sehen.” Vielleicht ein richtungsweisendes Spiel, wie Georg Koch bemerkt: “Gegen Unterhaching war für mich eines der schwersten Spiele überhaupt. Da agierst du vor knapp 4.000 Zuschauern, im Hintergrund spielt eine Blaskapelle, 20 Würstchenverkäufer laufen da herum und alle schunkeln. Da zu gewinnen, ist nicht einfach. Dort werden noch eine Menge Mannschaften Probleme bekommen.”

Der MSV-Motor läuft aber trotz der Siege noch nicht so ganz rund und muss justiert werden. “Sicherlich fehlt noch etwas die Feinabstimmung und alle sind noch nicht zu 100 % da, aber das ist normal. Es sind nun mal elf neue Spieler, das braucht seine Zeit bis die Laufwege und Abspiele optimal abgestimmt sind”, bilanziert Bommer. Das sieht auch der MSV-Keeper so und geht ins Detail: “Die Mannschaft hat noch nicht den richtigen Spielfluss. Wir fangen zwar an wie die Feuerwehr, geben in den ersten Minuten Vollgas, aber dann können wir dieses Tempo nicht weiterführen. Da fehlt noch einer, der das Spiel schnell und dann auch mal langsam macht.” Doch der 34-Jährige nennt auch die positiven Aspekte: “Was mich sehr freudig stimmt ist, dass selbst unsere Spieler nach dem Sieg in Unterhaching nicht zufrieden waren. Alle sind heiß und wollen es besser machen. Das ist sehr gut, so muss es sein.”

Jetzt heißt es gegen Aue den dritten Sieg in Folge einzufahren. “Gegen die Sachsen müssen wir psychologisch nachlegen und noch eine Schüppe drauflegen. Wir haben die ersten Spiele gewonnen und einen kleine Lauf, da hoffe ich, dass es auch am Sonntag so weitergeht”, berichtet der Kapitän. Dabei setzt er wieder auf die MSV-Anhänger: “Der MSV, die Fans und das gesamte Umfeld müssen ganz eng zusammenrücken. Wir brauchen den zwölften Mann, die Wirkung der Zuschauer auf uns ist enorm. Die WM hat bewiesen, was die Euphorie auslösen kann. Die Mannschaft wird fighten und alles geben – und mit Hilfe der Fans werden wir Aue schlagen.”

Vielleicht hilft dabei ja auch wieder der neue Glücksbringer: die “Zebra”-Unterhose, ein neuer Verkaufsschlager an den Theken der Zebra-Shops. “Bei den Spielen der letzten Saison hatte ich immer eine andere Unterhose. Doch die ging gar nicht mehr und war mittlerweile so kaputt, dass mir die Zeugwarte gesagt haben, ich müsste sie entsorgen sonst würde die irgendwann nach dem Waschen verschwinden. Da bin ich in den Zebra-Shop rein, habe mir die neue gekauft, angezogen und der Werbegag war dank des Regens da.” Bleibt zu hoffen ,dass die Hose ihren Zweck erfüllt.

Autor: tt

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