Der VfL Bochum II, der SC Union Bergen, SW Wattenscheid und die SG Wattenscheid bestreiten am Sonntag die Finalspiele um die Bochumer Hallen-Stadtmeisterschaft.

Halle: Bochum

SG Wattenscheid am Last-Minute-Schalter

15. Januar 2011, 19:21 Uhr

Der VfL Bochum II, der SC Union Bergen, SW Wattenscheid und die SG Wattenscheid bestreiten am Sonntag die Finalspiele um die Bochumer Hallen-Stadtmeisterschaft.

Die vier Mannschaften setzten sich im ersten Teil der Endrunde – bestehend aus einer Gruppenphase und dem Viertelfinale – durch und qualifizierten sich damit für die Halbfinalspiele.

VfL II nicht zu stoppen

Der Reserve des VfL Bochum, als großer Favorit gestartet, wurde das Leben in Gruppe A äußerst schwer gemacht, da alle Gegner hochmotiviert für die Sensation kämpften. Indes, es gelang keinem Team den Goliath zu Fall zu bringen.

Als letztes durfte sich Landesliga-Schlusslicht VfB Günnigfeld im Viertelfinale versuchen, dessen Sportlicher Leiter, Michael Krumm, ob des Ausscheidens nicht allzu traurig war: „In unserer Situation ist die Vorbereitung auf die Rückrunde entscheidend. Wir haben Sonntag ein Freundschaftsspiel und so können wir wenigstens mit unserer Stammmannschaft antreten.“ Ein anderer Landesligist, der Werner SV Bochum, musste schon nach der Gruppenphase die Segel streichen. Das Team von Thomas Gerner musste Amacspor Dahlhausen den Vortritt lassen.

Rot für Bergens Torhüter

Einen sehr starken Eindruck hinterließ der SC Union Bergen in Gruppe B. Die Mannschaft überzeugte mit präzisen Kombinationen und effektiver Chancenauswertung. Im entscheidenden Spiel gegen Amacsor Dahlhausen avancierte Benno Wartala zum Matchwinner, der mit einem Doppelschlag innerhalb von wenigen Sekunden die Weichen für den 3:1-Sieg stellte. Trainer Thomas Behrendt war mit dem Auftritt zwar zufrieden, haderte aber mit dem Terminkalender. „Durch die ganzen Auftritte in der Halle ist die Vorbereitung zu kurz.“ Für die Veranstalter hatte er aber ein großes Lob parat. „Das ist eine tolle Veranstaltung. Super organisiert und die Schiedsrichter sind auch in Ordnung.“

Dass dies ausgerechnet aus seinem Mund kam, verwunderte ein wenig, immerhin wurde Unions Schlussmann Daniel Paries nach einem Handspiel mit der Roten Karte bestraft und droht nun auch beim Ligastart gesperrt zu sein. Ansonsten blieb das Turnier ohne großen Aufreger.

SW Wattenscheid gewinnt Hammergruppe

Die Nachmittagsspiele begannen gleich mit einem echten Kracher. Westfalenligist TuS Hordel duellierte sich mit Landesliga-Spitzenreiter SW Wattenscheid 08. Die Schützlinge von Frank Wagener setzten sich mit 1:0 durch – der Auftakt zu einer extrem spannenden Gruppe, in der dem SC Werne nur die Rolle des Punktelieferanten blieb. Ersatztorhüter Klaus Quiring durfte trotzdem zweimal jubeln. Erst lief er im Gladbach-Trikot (sein Verein) und dann im Bremen-Dress (der Lieblingsklub seines Sohnes) auf. Beide gewannen in der Bundesliga.

Die positive Überraschung des Tages war der CSV Sportfreunde Linden. Der A-Liga-Tabellenführer zeigte nachhaltig, welche Klasse in der Mannschaft steckt. Nach einem souveränen 4:0 gegen Werne feierte die Mannschaft einen 1:0-Sieg gegen Westfalenligist Hordel. Zum Weiterkommen reichte es allerdings nicht, weil SW Wattenscheid im letzten Gruppenspiel einen deutlichen 5:0-Sieg einfuhr.

Furioses Finale

In Gruppe D hatte die SG Wattenscheid mit den drei Widersachern aus der Kreisliga A kaum Probleme. Lediglich der SC Post Altenbochum kratzte an einer Überraschung, konnte einen 2:0-Vorsprung aber nicht nutzen und verlor am Ende noch mit 2:3. Das Rennen der drei Ligakonkurrenten aus der Staffel 1 entschied Teutonia Riemke knapp für sich. Die SpVgg Gerthe, extra aus dem Trainingslager in Olpe angereist, musste dagegen mit nur einem Punkt die Rückreise antreten. „Letztes Jahr sind wir mit sechs Punkten in der Vorrunde ausgeschieden, dann lieber so“, meinte Spieler Niklas Martin.

SW Wattenscheid gewann sein Viertelfinale relativ mühelos 4:0 gegen Riemke und liegt auf Kurs zur Titelverteidigung. Im Halbfinale wartet mit dem VfL Bochum II aber der dickste denkbare Brocken. "Ob nun im Halbfinale oder im Finale, irgendwann hätten wir sie wahrscheinlich sowieso getroffen. So ist es vielleicht sogar besser, weil die Motivation hoch bleibt", kommentierte Oliver Kolenda, Sportlicher Leiter der 08er, die Halbfinal-Paarung.

Zum Abschluss des Tages bekamen die Besucher in der Rundsporthalle noch ein echtes Highlight zu sehen. Die SG Wattenscheid und der TuS Hordel kämpften um den letzten freien Platz im Halbfinale. Beide Team schenkten sich nichts und begegneten sich eindeutig auf Augenhöhe. 0,4 Sekunden vor Schluss führte die SG 2:1 und es gab Freistoß für Hordel. Der Schiri pfiff an, die Uhr lief los, der Ball schlug ein, die Sirene ertönte und alle fragten sich: Zählt der noch? Die Antwort lautete zum Unmut der 09er, die den Schiedsrichter bestürmten, "Ja" und so gab es Neunmeterschießen. Dort behielten dann die Wattenscheider die Nerven und sicherte sich am Last-Minute-Schalter das Ticket für das Halbfinale.

Alle Ergebnisse der Bochumer Halle-Stadtmeisterschaft:
[url]http://www.reviersport.de/135771---hallenstadtmeisterschaft-bochum.html[/url]

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