MSV: Kader fast komplett / Noch "ein paar Kleinigkeiten" bei Schlicke

tt
19. Juni 2006, 14:33 Uhr

Sichtlich stolz genoss Walter Hellmich nach der Präsentation des Duisburger Neuzugang-Quartetts Christian Weber (Greuther Fürth/Abwehr), Julian Filipescu (FC Zürich/Abwehr), Markus Daun (1. FC Nürnberg/Angriff) sowie Kai Koitka (SG Wattenscheid/Mittelfeld) ein Gläschen Weißwein in seiner Loge der MSV-Arena.

Sichtlich stolz genoss Walter Hellmich nach der Präsentation des Duisburger Neuzugang-Quartetts Christian Weber (Greuther Fürth/Abwehr), Julian Filipescu (FC Zürich/Abwehr), Markus Daun (1. FC Nürnberg/Angriff) sowie Kai Koitka (SG Wattenscheid/Mittelfeld) ein Gläschen Weißwein in seiner Loge der MSV-Arena.
Der "Macher", der in den vergangenen Wochen mit Trainer Rudi Bommer und Chef-Scout Dieter Mertens ein irres Gesprächs- sowie Sondierungs-Volumen vorgelegt hat, steht kurz vor der Zielgeraden in Sachen Kader-Planung.
"Das Team, das für die Verpflichtungen zuständig ist, hat hervorragend gearbeitet", sparte Hellmich nicht mit Lob. Wenn die Personalie Björn Schlicke (1. FC Köln), der ebenfalls für die Verteidigung vorgesehen ist, mit einem Haken versehen werden kann, dann sind die Zebras komplett. Hellmich: "Ich glaube schon, dass der Wechsel von Björn Schlicke zu uns auch klappt und wir nächste Woche abschließen. Es sind noch ein paar Kleinigkeiten zu regeln."
Die Duisburger Neuverpflichtungen wurden in der Arena, die momentan ganz im Zeichen der italienischen National-Elf steht und entsprechend frequentiert ist, von wärmenden Sonnenstrahlen begrüßt. Markus Daun hatte es temperaturmäßig in den vergangenen Wochen etwas heißer, der Stürmer flitterte mit Gattin Monica 17 Tage im Wüsten-Staat Dubai. Mit dabei: Fabian Ernst vom FC Schalke 04, der bei den WM-Übertragungen wegen des knapp verpassten National-Elf-Tickets nicht ganz so locker dreinschaute wie Daun. "Für ihn", sagt der Blondschopf, "war es nicht einfach." Schwierig lief es bei Daun zuletzt in Nürnberg, wo er keine Perspektive mehr sah. "Wir haben den Vertrag aufgelöst, mit dem Wechsel ging alles ratz-fatz. Alleine daran sieht man, dass beide Seiten wollten. Ich bin froh, nach vier Jahren wieder heimatnah zu sein", sagt der Ex-Aachener und blickt voraus: "Es wird hier kein einfacher Weg, aber mit Einstellung und Leistung kann man es schaffen."
Julian Filipescu, der in Sevilla, Istanbul und Zürich internationale Erfahrung sammelte, kam mit dem Schweizer Meister FCZ nicht überein, brach seine Zelte bei den Eidgenossen ab und spielt jetzt gemeinsam mit seinem Kumpel Mihai Tararache beim MSV: "Ich habe mit Mihai eineinhalb Jahre in Zürich zusammengespielt, er ist mein Freund und hat mir vom schönen Stadion in Duisburg berichtet." Das Ziel des zweifachen Familienvaters, der bereits ein Haus in der Revier-Stadt gefunden hat: "Deutschland hat einen hohen Qualitäts-Level. Ich möchte mit dem MSV in die Bundesliga."
Diesen Traum hat auch Christian Weber. Der Allrounder besaß auch einen Draht zu Arminia Bielefeld, wo sein ehemaliger Trainer Thommy von Heesen arbeitet. "Er hat mich mit 17 Jahren in den Zweitliga-Kader des 1. FC Saarbrücken berufen", blickt Weber zurück, "die Sache mit Bielefeld war nicht so konkret. Der MSV hat sich sehr um mich bemüht. Hier aufzusteigen, das wäre fantastisch." Da der 22-Jährige schon früh zusagte und mit Fürth sogar noch hätte aufsteigen können, wäre es für ihn fast ein Schritt zurück gewesen - rein Liga-technisch gesehen. Weber: "Ich habe mir alles genau überlegt. Bei einem Fürther Aufstieg wären wir mit Duisburg eben ein Jahr später nachgekommen."
Walter Hellmich gibt trotz des Qualitäts-Schubs, der dem Kader neues Leben einhaucht, keine Durchmarsch-Parole aus. "Wir meinen nicht, mit einem starken Aufgebot abheben zu wollen", hält der Unternehmer den Ball flach, "das geht alles step by step, mit links läuft gar nichts. Der MSV rüstet auf, um den direkten Wiederaufstieg zu schaffen. Wir wollen die Früchte vielleicht am Ende ernten." Der Präsident ergänzt: "Programmieren kann man nicht viel, aber man kann sich in Europa und den Ligen umschauen, wer Leistungsvermögen besitzt, um in die Spitze zu kommen." Und genau da wollen sie hin, die Zebras. Hellmich: "Alle wollen sich bei uns beweisen, um das Ziel zu schaffen."

Autor: tt

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