Am Samstag startete Mohammadou Idrissou noch ein Mal nach Hannover durch, fuhr quasi in die Vergangenheit.

Mohammadou Idrissou über Hannover, Duisburg und sein Ziel

tt
06. Juni 2006, 10:55 Uhr

Am Samstag startete Mohammadou Idrissou noch ein Mal nach Hannover durch, fuhr quasi in die Vergangenheit.

Am Samstag startete Mohammadou Idrissou noch ein Mal nach Hannover durch, fuhr quasi in die Vergangenheit. Zuvor stellte der Kameruner seine Zukunfts-Weiche und bestand den erforderlichen Medizin-Check, der in der arthroskopischen Tagesklinik Essen beim neutralen Arzt Dr. Christoph von Hasselbach durchgeführt wurde. Nach dem "Okay" erhält der Angreifer "grünes Licht" für sein zweijähriges Engagement beim MSV Duisburg. "Ab dem 3. Juli, wenn wir mit dem Training beginnen, gebe ich richtig Gas", ist Idrissou bereits mächtig heiß auf seinen neuen Arbeitgeber. Im Interview mit RevierSport präsentiert sich der 26-Jährige sehr selbstbewusst, kündigt Tore satt an und spricht bereits von der Bundesliga.

Mohammadou Idrissou, wie fühlen Sie sich?

Ich fühle mich wie neugeboren und bin total glücklich, dass es jetzt mit dem MSV Duisburg geklappt hat. Ich bin fit und bereit für die Zebras.

Wie haben Sie die vergangenen Monate zwischen Vertrags-Auflösung und geplatztem Wechsel empfunden?

Es war eine schwierige Zeit, die ich zuletzt erlebt habe. Da passt vielleicht das alte Sprichwort: Wenn es irgendwo regnet, scheint woanders die Sonne. Ich hoffe, dass ich jetzt auf der Sonnenseite bin.

In Hannover verlief Ihr Abschied nicht gerade geräuschlos. Eine bittere Erfahrung?

Ich bin einfach nur darüber enttäuscht, wie man mich dort behandelt hat. Ich habe bei Hannover Cortison-Spritzen gegen meine Knie-Beschwerden bekommen, der Team-Arzt hat dort nur seinen Job getan, aber der ganze Scheiß hätte fast alles kaputt gemacht. Schade war, dass die Fans dort gar nicht richtig mitbekommen haben, was eigentlich los gewesen ist. Aber das ist jetzt alles vorbei, ich bin einfach froh, jetzt beim MSV zu sein.

Wie liefen die Gespräche mit Präsident Walter Hellmich?

Ich habe von Herrn Hellmich einen guten Eindruck bekommen, er ist bereit, mir hier die Chance zu geben. Ich muss sie nutzen und ihm etwas zurückgeben. Das habe ich mir fest vorgenommen.

Was trauen Sie Ihrer neuen Mannschaft, die ja auf einigen Positionen noch verstärkt werden soll, zu?

Ich bin mir hundertprozentig sicher, dass wir in der neuen Saison wieder aufsteigen. Wir sind in der Zweiten Liga mit die beste Mannschaft, wir werden richtig stark auftrumpfen.

Stichwort Kennenlern-Prozess!

Kein Problem für mich, das geht ganz schnell, wenn wir ab Juli trainieren. Da sehe ich wirklich keine Schwierigkeiten. Wichtig ist, dass die Leute über mich wieder Positives lesen können. Ich kann endlich wieder lachen, habe gute Laune und werde auf dem Platz zeigen, welche Qualitäten ich besitze.

Sie haben im Frühjahr, als sie Ihr Knie stabilisiert haben, in Wattenscheid gewohnt. Wohin zieht es sie jetzt?

Ich suche eine Wohnung in Bochum, von dort ist es nach Duisburg nicht weit.

Wie beschreiben Sie sich selbst als Spieler-Typ?

Ich denke, dass ich das Zeug zum Publikums-Liebling habe. Der Fan will Spaß und Tore - das kann er von mir beides haben.

Wie viele Treffer dürfen wir denn von Ihnen notieren?

Ich bin bereit, 25 Tore für Duisburg zu machen.

Damit setzen Sie sich aber kräftig unter Druck...

...ach, das ist fast gar nichts. Ich bin Stürmer und fit, wenn ich gesund bleibe, dann schaffe ich die Quote. Zum Schluss wird abgerechnet. Da können Sie mich gerne noch Mal darauf ansprechen.

Alles klar, so verbleiben wir. Kommen wir zum Spaß-Faktor. Ihr Landsmann Thimotee Atouba vom Hamburger SV hat in der Saison mehrfach Sieges-Tänze aufgeführt. Haben Sie auch so etwas im Repertoire?

Was die Fans beim Hamburger SV mögen, das können sie auch bei mir sehen. Ich feiere meine Tore auch mit Show und werde das entsprechend zeigen. So etwas gehört zum Fußball dazu.

Was ist mit den negativen Dingen, die sich um Ihre Person ranken?

An sich bin ich ein ruhiger Spieler. Die Leute, mit denen ich in der National-Elf zusammenspiele, können meinen Charakter genau einschätzen. Wenn ich wirklich so schlimm wäre, wie ich teilweise gemacht worden bin, dann könnte ich wohl kaum für Kamerun auflaufen. Ich spiele schon lange genug Fußball. Es kommen schwere Zeiten, dann folgen gute Zeiten. Jetzt beginnt für mich die Glücks-Phase. Ich kann ab Juli Vollgas geben, will das Negative widerlegen. Ich zeige das den Leuten.

Was ist mit der National-Mannschaft? Müssen Sie sich nach der monatelangen Spielpause alles neu erarbeiten?

Ich bleibe definitiv Nationalspieler. Das ist hundertprozentig sicher. So, wie man eine Flasche Wasser aufmacht und austrinkt. Wenn ich gesund bin, zähle ich zum Kader.

Autor: tt

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