13 Spiele, sieben Niederlagen, 20:32 Tore und zwei Pünktchen Vorsprung auf die Abstiegsränge – die Dortmunder U19 hechelt den eigenen Ansprüchen hinterher.

Dortmund U19: Wolf

Qualitäts- und Charakterfrage stellt sich

23. Dezember 2010, 17:17 Uhr

13 Spiele, sieben Niederlagen, 20:32 Tore und zwei Pünktchen Vorsprung auf die Abstiegsränge – die Dortmunder U19 hechelt den eigenen Ansprüchen hinterher.

13 Spiele, sieben Niederlagen, 20:32 Tore und gerade einmal zwei mickrige Pünktchen Vorsprung auf die Abstiegsränge – die U19 von Borussia Dortmund hechelt den eigenen Ansprüchen weit hinterher. „Wir wussten alle vorher, dass es eine schwierige Saison werden würde“, wiederholt Trainer Hannes Wolf gebetsmühlenartig. Aber auch er muss eingestehen: „Es ist schon relativ enttäuschend gelaufen.“

Wo es hakt, ist offensichtlich: Die Schwarz-Gelben haben die zweitmeisten Gegentore der Liga kassiert, sogar vier mehr als das abgeschlagene Schlusslicht Erkenschwick. Angesichts dieser verheerenden Zahlen stellt sich nicht nur die Qualitäts-, sondern auch die Charakterfrage.

Denn anders als in den Vorjahren präsentieren sich die Reservisten im 24-Mann-Kader schnell beleidigt, wenn sie nicht aufgestellt wurden. Und sportliche Höhenflieger wie der frisch gebackene U18-Nationalspieler Antonio Rüdiger konnten abseits des Spielfeldes nur mit größter Mühe auf dem Boden gehalten werden.

Wolf mag das nicht kommentieren. Aber es ist ein offenes Geheimnis, dass er der Mannschaft in der Winterpause nur zu gerne ein neues Gesicht verpassen würde. „Sich während der Saison von einem 17-Jährigen zu trennen, wäre die letzte Möglichkeit“, betont der Coach. Doch bislang zeigt sich kein BVB-Bubi abwanderungswillig. Und auch in Sachen Neuzugänge sieht es mau aus, wie der Linienchef verdeutlicht: „Die richtig guten Leute müsste man schon aus einem Vertrag kaufen. Das machen wir im Nachwuchs aber nur, wenn der Spieler eine klare Perspektive für die Profis besitzt.“

So wird Wolf damit Vorlieb nehmen müssen, aus dem vorhanden Spielermaterial einen Ertrag herauszukitzeln, der sich zumindest einigermaßen mit den Erwartungen an eine BVB-Mannschaft deckt. Nicht unwichtig ist in diesem Zusammenhang die Zusammenarbeit mit Psychologen der Ruhr-Universität Bochum. „Die Jungs haben viel Stress mit Schule und Training. Aber wir können es nicht locker angehen, schließlich stehen wir auf der Schwelle zum Profifußball“, verdeutlicht der Trainer.

Immerhin besteht Hoffnung auf eine bessere Rückrunde. Zum einen könnten die U17-Nationalspieler Cedric Wilmes, Koray Günther, Marvin Ducksch und Marcel Deelen aus der eigenen B-Jugend künftig verstärkt eingesetzt werden, zum anderen hat sich mit Rico Benatelli ein letztjähriger Leistungsträger nach langer Verletzungspause fit zurückgemeldet. Wolf: „Er ist sehr wichtig für uns.“

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