Speldorf im Wettskandal. Die Anschuldigungen von Marijo C. vor dem Bochumer Landgericht haben in der hiesigen Fußballszene ein emotionales Erdbeben ausgelöst.

Anwälte eingeschaltet

"8.333,33 Euro, ein Witz"

19. Dezember 2010, 09:02 Uhr

Speldorf im Wettskandal. Die Anschuldigungen von Marijo C. vor dem Bochumer Landgericht haben in der hiesigen Fußballszene ein emotionales Erdbeben ausgelöst.

Marijo C. hat behauptet, dass er im DFB-Pokalspiel zwischen den Mülheimern und Rot-Weiß Oberhausen (0:3, am 2. August 2009) drei Akteure des Außenseiters bestochen habe.

Besonders Oktay Güney, Hasan Ramadani und Birkan Yilmaz sind entsetzt, dass ihre Namen im Zuge der Ermittlungen aufgetaucht sind. Wannes Angreifer Güney will sich zu den Mutmaßungen allerdings nicht äußern: „Ich habe in der Sache einen Anwalt eingeschaltet. Da es ein schwebendes Verfahren ist, werde ich aber keine weitere Stellungnahme abgeben.“ Doch der Knipser soll sich bereits vor den Aussagen des Marijo C. um einen Rechtsbeistand in dieser Angelegenheit bemüht haben.

Auch Ramadani soll einen Rechtsanwalt (Thomas Gros aus Köln) beauftragt haben, doch der aktuelle Kicker des FC Remscheid war für ein Statement genauso wenig zu erreichen wie Gros. Ramadani, Güney sowie Yilmaz sind allerdings darum bemüht, schnellstens Akteneinsicht zu bekommen.

Nach Angaben von Marijo C soll das Speldorfer Trio schließlich 25.000 Euro dafür kassiert haben, dass RWO das Cup-Derby mit drei Toren Unterschied gewinnt. Wie ernst seine Aussagen genommen werden müssen, zeigt die Reaktion von Staatsanwalt Andreas Bachmann. Der bezeichnet Marijo C. als „Kernperson“ der Wettmafia, der neben Ante Sapina eindeutig in der „Champions League“ der Wettbetrüger spielt.

Der Prozess wird am Montag, 20. Dezember, fortgesetzt. Insgesamt geht es um über 30 angeblich manipulierte Spiele mit einem Wettgewinn von rund 1,6 Millionen Euro.

Was Dirk Wißel als Ex-Coach der Speldorfer dazu sagt, lesen Sie auf der zweiten Seite

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