Marcel Koller wirkte gestern schon wieder richtig zufrieden. Der Ärger über die erste Halbzeit in Aue war verlogen. Die Freude über die bisherige Saison überwog.

BOCHUM: Marcel Koller gibt dem Team neue Vorgaben

gp
05. Mai 2006, 09:42 Uhr

Marcel Koller wirkte gestern schon wieder richtig zufrieden. Der Ärger über die erste Halbzeit in Aue war verlogen. Die Freude über die bisherige Saison überwog.

Marcel Koller wirkte gestern schon wieder richtig zufrieden. Der Ärger über die erste Halbzeit in Aue war verlogen. Die Freude über die bisherige Saison überwog. Schließlich hat die Mannschaft am Montag eine weitere Vorgabe ihres Trainers umgesetzt. Nach dem perfekten Aufstieg holte das Team mit dem Dreier im Erzgebirge auch die von Koller zum Saisonstart geforderten 65 Punkte. Diese Zahl hatte der Coach damals auf ein großes Plakat geschrieben und in die Kabine gehängt. "Ich hatte die Messlatte etwas höher angesetzt, damit wir bei dieser Punktzahl auch ganz sicher aufgestiegen sind." Der Schweizer kann das Plakat nun abnehmen, doch wird es dem Team an weiteren Zielen nicht fehlen. Koller: "Wir wollen Meister werden, es wäre doch viel schöner, wenn bei der Punktzahl vorne die sieben steht."
Das wiederum würde bedeuten, dass der VfL seine letzten beiden Spiele gegen Karlsruhe (Sonntag, 15 Uhr) und eine Woche später bei der Spvg. Unterhaching gewinnt.
Dies wird der Trainer seinen Spielern heute morgen um 10 Uhr beim Training noch einmal deutlich vor Augen führen. Koller: "Wir wollen am Sonntag unbedingt eine schöne Aufstiegsfeier mit unseren Fans. Dazu gehört nun einmal ein Sieg." Da lässt der Ex-Kölner auch nicht gelten, dass das Team erneut stark dezimiert auflaufen wird. Für Pavel Drsek und Tommy Bechmann ist die Spielzeit nach Verletzungen bereits beendet, das gilt auch für den gesperrten Marcel Maltritz. Bei Heiko Butscher ist der Einsatz fraglich, Philipp Bönig hat seine Sprunggelenk-Verletzung noch nicht ganz auskuriert. So ist es gut, dass wenigstens Kapitän Thomas Zdebel nach abgelaufener Gelbsperre den 18er-Kader komplettiert. Auch Dariusz Wosz, der wegen einer fiebrigen Erkältung die Reise ins Erzgebirge nicht antreten konnte, dürfte heute wieder ins Training einsteigen.
Mit dem Gegner Karlsruher SC hat der VfL ohnehin noch eine Rechnung zu begleichen. Denn nach einer 1:0-Führung im Hinspiel kassierte der VfL eine deutliche 2:4-Niederlage – es war die letzte Auswärtsbegegnung, die das Team von Koller verlor.
Aber um den KSC zu besiegen, müsste beim VfL auch endlich einmal wieder im Angriff der Knoten platzen. Deshalb forderte Koller nach dem Spiel in Aue von seinen Angriffsspitzen Fabio Junior und Edu: "Sie müssen sich einfach mehr durchsetzen. Es kann doch nicht sein, dass sie einen Schreck bekommen, wenn ein Gegner wie Aue hart zur Sache geht. Sie müssen den Ball mehr kontrollieren, um so auch dem Mittelfeld die Möglichkeit zu geben, nachzurücken." Koller überlässt bei diesem Thema übrigens nichts dem Zufall: "Fabio weiß, dass es so nicht geht. Er ist einsichtig und wird an sich arbeiten. Außerdem werde ich in dieser Woche noch einmal mit seinem Berater sprechen, um einige Dinge zu klären". Koller ist sich sicher: "Fabio Junior wird im nächsten Jahr erheblich stärker werden. Eine gewisse Eingewöhnungszeit muss man ihm zugestehen. Deshalb haben wir ihn schon im Januar verpflichtet, mit Blick auf die bevorstehende Erstliga-Saison."
Ansonsten ist das Personal-Karussell zum Stillstand gekommen. Neue Meldungen gibt es in dieser Woche nicht mehr. Wenn alles läuft, dann bekommen die Spieler, die den Club verlassen, wie Sören Colding und Rein van Duijnhoven, am Sonntag auch ihr Abschiedsspiel. Der Fußball-Lehrer: "Ich werde mir das überlegen."

Autor: gp

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