So langsam aber sicher muss man sich um RW Oberhausen Sorgen machen. Denn die Bilanz der jüngeren Vergangenheit liest sich nicht wirklich prickelnd.

RWO - Aachen 1:2

"Zum ersten Mal Nerven gezeigt"

Christian Brausch
03. Dezember 2010, 21:44 Uhr

So langsam aber sicher muss man sich um RW Oberhausen Sorgen machen. Denn die Bilanz der jüngeren Vergangenheit liest sich nicht wirklich prickelnd.

Aus den letzten neun Partien gab es nur einen Sieg und den gegen das derzeitig in der Liga überforderte Bielefeld. Von 27 Zählern sammelte man nur vier Punkte ein. Und auch gegen Aachen baute man einen Gegner wieder auf, der zuletzt ebenfalls wenig Erfolgserlebnisse feiern durfte.

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Aber mit dem 2:1 in Oberhausen kehrte die Truppe von Coach Peter Hyballa verdient in die Erfolgsspur zurück, während RWO-Trainer Hans-Günter Bruns nun wieder zahlreiche Baustellen zu bearbeiten hat. Denn trotz der guten Möglichkeiten von Moses Lamidi und Felix Luz zur Führung musste Bruns nach dem Match klar konstatieren: „Wir haben verdient verloren. Zwar haben wir gut begonnen, aber nach 15 Minuten hat Aachen das Kommando übernommen und die Räume kontrolliert.“ Viel bedenklicher stimmte aber der Zusatz vom Ex-Profi: „Zum ersten Mal seit vielen Wochen hat meine Truppe Nerven gezeigt. Als die Jungs gesehen haben, wie stark Aachen ist, haben die Köpfe nicht mehr mitgemacht.“

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Zumal man dem Gast durch den haarsträubenden Patzer von Patrick Schönfeld kurz vor der Pause die Führung quasi auf dem Silbertablett servierte. Tolgay Arslan sagte danke und Schönfeld blieb in der Kabine. Bruns: „Patrick hat so stark trainiert und ich habe vor dem Spiel mit ihm gesprochen, was sein persönliches Spiel angeht. Leider konnte er seine Form nicht auf den Platz übertragen. Er hat einige mannschaftstaktische Fehler gemacht und auch in den Zweikämpfen hat er einiges vermissen lassen.“

Was nach dem Wechsel in einer Szene auch auf Felix Luz zutraf, der bei einer Ecke seinen Gegenspieler Thomas Stehle aus den Augen verlor und der traf zum schnellen 0:2. Luz: „Da trifft mein Mann, das muss ich mir ankreiden. Nach der guten Ecke kommt er zum Kopfball, aber das darf mir nicht passieren, weil ich eigentlich körperlich stark bin. Aber das passt ins Bild.“ Denn RWO traf zwar fast im Gegenzug zum 1:2 durch Moses Lamidi, aber ab diesem Zeitpunkt war Aachen dem 3:1 wesentlich näher als RWO dem Ausgleich. Bruns: „Wir kamen immer einen Schritt zu spät und haben es nicht geschafft, die Räume eng zu machen.“

Sehr zur Freude von Hyballa, der durchatmen konnte. „Wir wollten in dem Raum was machen, wo der Zehner spielt. Und diese Idee ist aufgegangen. Am Ende haben wir nur zu wenig Tore erzielt."

Probleme, die RWO gerne hätte, aber dort verlor man nicht nur das Spiel, sondern auch noch Mike Terranova mit Rot. Die war - anders als die von Marcel Landers in Karlsruhe - aber völlig unstrittig, schließlich streckte „Terra“ Thomas Stehle mit seiner Grätsche regelrecht nieder. Bruns: „Das war sicher ein Frustfoul. So kann man als erfahrener Mann da nicht hingehen, der Platzverweis war völlig in Ordnung. Aber am Ende war das einfach die Endkonsequenz der nervlichen Belastung auf dem Platz.“

Die in den kommenden Wochen kaum geringer werden dürfte, da das Polster auf die unteren Ränge immer mehr zusammenschmilzt. Daher betont Marcel Landers:„ Wir leben von der Geschlossenheit und wir werden uns jetzt auch nicht zerfleischen. Wir schauen woran es gegen Aachen gelegen hat und dann konzentrieren wir uns volle Pulle auf Fürth, um da alles abzurufen.“ Und Luz ergänzte: „20 Punkte müssen wir bis zur Pause irgendwie holen.“ Und es warten noch Fürth und Cottbus...

Autor: Christian Brausch

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