Uwe Rapolder ist mit einem deutlichen Sieg in sein neues Amt beim Karlsruher SC gestartet. Gegen Rot-Weiß Oberhausen gewann das Kellerkind klar mit 4:0.

KSC - RWO 4:0 (1:0)

Landers-Rot "spottet jeder Beschreibung"

Christian Brausch
28. November 2010, 15:35 Uhr

Uwe Rapolder ist mit einem deutlichen Sieg in sein neues Amt beim Karlsruher SC gestartet. Gegen Rot-Weiß Oberhausen gewann das Kellerkind klar mit 4:0.

Zwei Serien prallten aufeinander. Da der Karlsruher SC, der zuletzt neun Mal nicht gewinnen konnte und aus den letzten vier Heimspielen nur einen Zähler ergatterte. Auf der anderen Seite RW Oberhausen: Die Truppe von Coach Hans-Günter Bruns verlor die letzten vier Auswärtsspiele. Seit Sonntag ist die Serie wieder ein Stück länger, denn auch Auswärtsauftritt Nummer fünf ging am Ende sang- und klanglos in die Hose.

Nach 90 Minuten prangte ein dickes 4:0 für die Hausherren auf der Anzeigentafel und die Kleeblätter schlichen wie begossene Pudel vom Platz. Denn es war erneut ein Nachmittag, an dem „alles gegen uns gelaufen ist, was nur geht“, wie Bruns beklagte.
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Und er hatte nicht ganz Unrecht. Denn in Minute eins hatte RWO gleich die erste Chance, aber Markus Kaya verzog die Kugel aus aussichtsreicher Position. Im Gegenzug schlug es gleich beim ersten KSC-Schuss ein, nachdem Timo Staffeldt Daniel Embers wie einen Schuljungen stehen ließ und zur Führung traf. Das wäre sicher noch korrigierbar gewesen, wenn nicht nach 15 Minuten Marcel Landers zum Duschen geschickt worden wäre. Was war passiert? Mario Klinger vertendelte den Ball im Mittelfeld und Landers verlor den Zweikampf gegen Gaetan Krebs, der allein auf Sören Pirson zulief und wie vom Blitz getroffen fiel.
[infobox-right]Karlsruhe: Robles - Matthias Zimmermann, Sebastian Langkamp, Stefan Müller I, Andreas Schäfer - Engelhardt (66. Rupp), Aduobe - Staffeldt, Krebs (77. Rieß) - Chrisantus (73. Porcello), Iashvili.
Oberhausen: Pirson - Landers, Reichert, Schlieter, Embers (80. Hergesell) - Kaya, Klinger - Petersch, Celik (46. Tim Kruse) - Luz (66. König), Lamidi.
Schiedsrichter: Robert Kempter (Sauldorf)
Tore: 1:0 Staffeldt (2.), 2:0 Chrisantus (47.), 3:0 Matthias Zimmermann (65.), 4:0 Rupp (90.)
Zuschauer: 11.607
Rote Karten: Landers (15.,Notbremse)
Gelbe Karten: Engelhardt (3), Matthias Zimmermann (2) - Kaya (3), Lamidi (2)[/infobox]
Schiri Robert Kempter schickte Landers sofort vom Platz, der konnte die Welt nicht mehr verstehen. Und Bruns hatte nach dem Abpfiff den Kaffee so richtig auf. „Ich weiß nicht, was uns noch alles passieren soll. Der Platzverweis war ein absoluter Witz, die deutschen Schiedsrichter werden immer schlechter. Diese Karte spottet jeder Beschreibung. Vor allem, weil der KSC-Kicker noch sagte, dass er nicht gefoult wurde. Da habe ich kein Verständnis mehr für den Unparteiischen.“ Landers bestätigte: „Krebs ist sofort zu mir gekommen und hat sich entschuldigt. Der Schiedsrichter stand einen Meter daneben, der muss das gehört haben.“

KSC verkürzt auf vier Zähler

In der Folge hielt RWO noch bis zur Pause mit, aber erneut war es die zweite Minute der Halbzeit, die den Oberhausenern dann endgültig das Genick brach. Nach dem Treffer von Macauley Chrisantus hatte RWO in Unterzahl nichts mehr entgegenzusetzen und kassierte in der logischen Folge noch das 0:3 und das 0:4. Was Bruns aber erklären konnte. „Mit zehn Mann hatten wir große Probleme, denn am Ende standen sechs Spieler auf dem Platz, die körperlich bei maximal 70 Prozent sind.“

Schließlich musste auch Tim Kruse in der Pause kommen, um die Defensive etwas zu stabilisieren. Und er gehörte neben Moses Lamidi, Thomas Schlieter, Felix Luz und den zuletzt erkrankten Benny Reichert und Markus Kaya zur geschwächten Fraktion. Doch beim Blick auf die Tabelle interessiert es am Ende niemanden, wie ein Ergebnis zustande gekommen ist. Fakt ist: RWO hat nur noch vier Zähler Vorsprung auf den KSC, der derzeit den Relegationsrang inne hat. Und bei den Hausherren scheinen die ganzen Maßnahmen von Coach Uwe Rapolder gefruchtet zu haben. Der ist seit Montag im Amt und fuhr mit seiner Truppe gleich in ein Kurztrainingslager um „viel zu sprechen, die Köpfe frei zu kriegen und taktische Dinge zu erarbeiten.“

Miletic kehrt zurück

Und scheinbar hat er wie Ewald Lienen bei seinem ersten Spiel mit Bielefeld gegen Osnabrück auch das Glück im Trainingslager gefunden, denn ohne die Unterstützung von Kempter wäre es sicher etwas schwieriger geworden, diese drei wichtigen Punkte einzufahren. Rapolders zufriedenes Fazit: „Statt der Roten Karte wäre mir ein Elfmeter nach 15 Minuten lieber gewesen. Denn für eine verunsicherte Mannschaft ist es sehr schwer gegen einen dezimierten Gegner zu spielen. Nach dem 2:0 lief es dann aber viel besser.“

Und Bruns blieb erneut nichts anderes übrig, als sofort wieder nach vorne zu schauen. „Wir sind weiter vier Punkte vor dem KSC und Freitag kommt Aachen, da versuchen wir die 20 Punkte zu erreichen. Lamentieren bringt jetzt eh nichts, wir müssen durch diese Situation durch.“ Dann wieder mit Marinko Miletic, der den Platz im Kader von Landers einnehmen wird, der trotz der falschen Roten Karte mindestens ein Spiel Sperre aufgebrummt bekommt.

Autor: Christian Brausch

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