VfL-Drsek: "Höllisch aufpassen":

24. Februar 2006, 10:41 Uhr

Marcel Koller ist immer für eine Überraschung gut.

Während Mittwoch um 18 Uhr bei Premiere Bochums nächster Gegner Dynamo Dresden im Nachholspiel gegen Hansa Rostock zu sehen war, blieben die TV-Geräte beim Profi-Kader des VfL allesamt aus. Punkt 18 Uhr hatte Koller nach zwei vorangegangenen Trainingseinheiten ins italienische Restaurant "Raffaelo" unweit des Ruhrstadions geladen und ließ dort italienische Köstlichkeiten auffahren.
Anlass des Treffens war der frühe Treffer von Tommy Bechmann beim Auswärtsspiel in Rostock. Koller: "Vor Saisonbeginn habe ich gesagt, wenn wir innerhalb der ersten fünf Spielminuten ein Tor erzielen, spendiere ich ein Abendessen." Schon in der letzten Woche hatte Koller deshalb Pizza bestellt, gestern folgte dann die richtige Einladung.
Doch niemand sollte glauben, dass Koller am Auftritt der Dresdener nicht interessiert war. Der Coach hatte vorgesorgt, zum einen hatte er einen Spion vor Ort, zum anderen, sah er sich nach dem Essen noch die Aufzeichnung an. "Wir werden bestens vorbereitet sein." Ohnehin braucht man nicht lange überlegen, was die Blau-Weißen wohl in Dresden erwartet. Ein Platz, der schon gestern kaum bespielbar war, und eine Mannschaft, die sich mit Händen und Füßen gegen den drohenden Abstieg wehren wird.
Deshalb werden beim VfL auch erst einmal kämpferische Tugenden gefragt sein. Pavel Drsek: "Das wird noch schwerer als gegen Cottbus und Rostock. Da müssen wir höllisch aufpassen." Recht gelassen ging Koller mit den ersten Punktverlusten der noch jungen Rückrunde um. "Irgendwann gibt es Spiele, da muss man mit einem Remis zufrieden sein. Erst recht, wenn acht Akteure nicht in Normalform sind." Der Schweizer wollte das nicht dramatisieren und scherzte: "Ich werde jetzt nichts negatives aufbauen, Sonntag war einfach Flasche leer."
So beschäftigte sich der 45-Jährige zwar mit den Fehlern, aber verzichtete auf Vorwürfe an seine Profis. Gestern Mittag zeigte Koller seinen Spielern vor dem Training Aufnahmen, die im Fürth-Spiel mit der Hintertorkamera gemacht wurden. Anschließend folgten die praktischen Übungen, wobei der Coach die Einheiten kurzerhand auf den Kunstrasenplatz verlegte. Koller wird die Mannschaft gegenüber der letzten Partie kaum umbauen. Nach der Gelbsperre für Tommy Bechmann allerdings sucht Koller einen zweiten Angreifer, der an der Seite von Fabio Junior spielt. Koller: "Ich muss erst einmal die Begegnung von Dynamo analysieren, die Platzverhältnisse sehen, dann werde ich mich entscheiden."
Für Edu spricht die Schnelligkeit, für Joris van Hout das bessere Kopfballspiel. Möglicherweise ergibt sich eine weitere Personalie. Peter Skov-Jensen, die Nummer zwei hinter Rein van Duijnhoven, scheint zweieinhalb Wochen nach seiner Leistenoperation wiederhergestellt. Dass er am Samstag mit dem Team nach Dresden fliegt, steht fest. Ob er auf Anhieb wieder in die Startelf rutscht, ließ Koller noch offen. "Ich will erst sehen, wie fit er ist. Aber eigentlich ist er meine Nummer zwei nach Rein."
Auf der Torwart-Position hat der VfL aber keine Sorgen, überhaupt scheint die Mannschaft trotz der zu erwartenden schwierigen Bedingungen gerüstet. Koller: "Meine Spieler haben auch gezeigt, dass sie Kampf-Partien für sich entscheiden können. Wir sind gut gewappnet."

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